Philosophie Lexikon der Argumente

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Wort: ein durch Leerräume von anderen Wörtern getrenntes Gebilde innerhalb einer Sprache. Allgemein werden Wörter durch ein oder mehrere Zeichen gebildet, die aneinandergehängt werden. Ganze Wörter können wiederum als Zeichen aufgefasst werden. In menschlichen Sprachen sind die Elemente der Wörter Buchstaben, in Computersprachen werden auch andere Symbole innerhalb von Worten verwendet. Siehe auch Begriffe, Sprache, Zeichen, Symbole, Subsententiales, Bedeutung.

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Anmerkung: Die obigen Begriffscharakterisierungen verstehen sich weder als Definitionen noch als erschöpfende Problemdarstellungen. Sie sollen lediglich den Zugang zu den unten angefügten Quellen erleichtern. - Lexikon der Argumente.

 
Autor/Titel Begriff Zusammenfassung Metadaten

Thomas v. Aquin über Wörter - Lexikon der Argumente

Gadamer I 426
Wort/Thomas/Gadamer: Thomas [hat] die aus dem Prolog des Johannes-Evangeliums entwickelte christliche Lehre mit Aristoteles systematisch vermittelt.(1) Bei ihm ist bezeichnenderweise von der Vielheit der Sprachen kaum noch die Rede, die Augustin immerhin noch erörtert (>Wort/Augustinus), wenngleich zugunsten des „inneren Wortes“ ausschaltet. (...) auch bei Thomas [besteht] keine vollständige Deckung von Logos und Verbum. Zwar ist das Wort nicht das Geschehen des Aussprechens, diese unwiderrufbare Überantwortung des eigenen Denkens an einen anderen, aber der Seinscharakter des Wortes ist gleichwohl ein Geschehen. Das innere Wort bleibt auf seine mögliche Äußerung bezogen. Der Sachgehalt, wie er vom Intellekt aufgefasst wird, ist zugleich auf die Verlautbarung hin geordnet (similitudo rel concepta in intellectu et ordinata ad manifestationem vel ad se vel ad alterum).
Das innere Wort ist also gewiss nicht auf eine bestimmte Sprache bezogen, und es hat überhaupt nicht den Charakter eines Vorschwebens von Worten, die aus dem Gedächtnis hervorkommen,
sondern es ist der bis zu Ende gedachte Sachverhalt (forma excogitata).
Sprache/Denken/Thomas: Insofern es sich um ein Zuendedenken handelt, ist auch in ihm ein prozessuales Moment anzuerkennen, Es verhält sich per modum egredientis. Es ist zwar nicht Äußerung, sondern Denken, aber es ist die Perfektion des Denkens, die in diesem Sich-Sagen erreicht wird. Das innere Wort, indem es das Denken ausdrückt, bildet also gleichsam die Endlichkeit unseres diskursiven Verstandes ab. Weil unser Verstand das, was er weiß, nicht in einem denkenden Blick umfasst, muss er jeweils das, was er denkt, erst aus sich herausführen und wie in einer Inneren Selbstaussprache vor sich selber hinstellen. In diesem Sinne ist alles Denken ein Sichsagen. >Denken/Platon.
Gadamer I 429
Wort/Thomas/Gadamer: Das Wort ist wie ein Spiegel, in dem die Sache gesehen wird. Das Besondere dieses Spiegels aber ist, dass er nirgends über das Bild der Sache hinausgeht. In ihm
spiegelt sich nichts als nur diese eine Sache, so dass er als Ganzes, das er ist, nur ihr Bild (similitudo) wiedergibt.
Gadamer: Das Großartige dieses Bildes ist, dass das Wort hier ganz als die perfekte Spiegelung der Sache, also der Ausdruck der Sache erfasst ist und den Weg des Denkens hinter sich gelassen hat, dem es doch allein seine Existenz verdankt. Dergleichen gibt es im göttlichen Geist nicht. >Gottes Wort/Gadamer.


1. Vgl. Comm. in Joh. cap. 1 differentia verbi divini et humani und das aus echten Thomastexten kompilierte schwierige und gehaltvolle „Opusculum De natura verbi intellectus“ auf die wir uns im folgenden vor allem stützen.


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Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders. Übersetzungen: Lexikon der Argumente
Der Hinweis [Autor1]Vs[Autor2] bzw. [Autor]Vs[Begriff] ist eine Hinzufügung des Lexikons der Argumente.

Aquin I
Thomas von Aquin
Über die Herrschaft des Fürsten Stuttgart 1971

Gadamer I
Hans-Georg Gadamer
Wahrheit und Methode. Grundzüge einer philosophischen Hermeneutik 7. durchgesehene Auflage Tübingen 1960/2010

Gadamer II
H. G. Gadamer
Die Aktualität des Schönen: Kunst als Spiel, Symbol und Fest Stuttgart 1977

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> Gegenargumente gegen Thomas v. Aquin

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