Philosophie Lexikon der Argumente

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Autonomie, Philosophie: Autonomie ist die Selbstbestimmtheit eines Subjekts oder einer Gruppe von Subjekten in Bezug auf Handlungsoptionen oder Entfaltungsmöglichkeiten innerhalb eines gesellschaftlichen Umfelds. Siehe auch Freiheit, Willensfreiheit, Subjekte, Gesellschaft, Handlungen, Willensakte, Wille, Reflexion.

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Anmerkung: Die obigen Begriffscharakterisierungen verstehen sich weder als Definitionen noch als erschöpfende Problemdarstellungen. Sie sollen lediglich den Zugang zu den unten angefügten Quellen erleichtern. - Lexikon der Argumente.
 
Autor/Titel Begriff Exzerpt Metadaten

 
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I 43
Autonomieprinzip/Feyerabend: die Sammlung von Tatsachen zu Prüfungszwecken ist das einzige, was dem Wissenschaftler zu tun übrigbleibt. Falls Tatsachen existieren und verfügbar sind, und zwar unabhängig davon, ob man Alternativen zu der zur prüfenden Theorie in Betracht zieht. Prinzip der relativen Autonomie von Tatsachen. (Gegenüber Theorien).
Das Prinzip besagt nicht, dass die Entdeckung und Beschreibung von Tatsachen völlig theorieunabhängig ist, wohl aber, dass die zum empirischen Gehalt eine Theorie gehörenden Tatsachen verfügbar sind, gleichgültig, ob man Alternativen zu dieser Theorie in Betracht zieht.
((s) Also dass Tatsachen autonom sind, unabhängig von Theorien.)
I 44
FeyerabendVsAutonomieprinzip: das ist ein viel zu einfacher Blickpunkt. Tatsachen und Theorien sind weit enger verknüpft, als das Autonomieprinzip wahrhaben will.
Bsp man weiß heute dass das Brownsche Teilchen ein perpetuum mobile zweiter Art ist, und das sein Vorhandensein den 2. Hauptsatz der Wärmelehre widerlegt. (Henning GenzVs.)
Hätte diese Beziehung zwischen der Bewegung und der Theorie gezeigt oder direkt entdeckt werden können? Zwei Fragen:
1. hätte die Relevanz der Bewegung auf diese Weise entdeckt werden können?
2. hätte gezeigt werden können, dass sie 2. Hauptsatz widerlegt? ((s) Unsinn: Relevanz zu »beobachten«.
Jedes Thermometer ist Schwankungen unterworfen, die genauso groß sind wie die Brownsche Bewegung. Die tatsächliche Widerlegung kam auf ganz andere Weise zustande: mit Hilfe der kinetischen Theorie und ihrer Verwendung durch Einstein bei seiner Berechnung der statistischen Eigenschaften der Brownschen Bewegung. Bei dieser Widerlegung wurde die Konsistenzbedingung verletzt: die phänomenologische Theorie wurde in den größeren Rahmen der statistischen Physik eingebaut.


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Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders.

Fe I
P. Feyerabend
Wider den Methodenzwang Frankfurt 1997

Fe II
P. Feyerabend
Erkenntnis für freie Menschen Frankfurt 1979

> Gegenargumente gegen Feyerabend
> Gegenargumente zu Autonomie



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Hg. Martin Schulz, Abfragedatum 27.06.2017