Philosophie Lexikon der Argumente

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Qualia, Philosophie: Die empfindungsmäßigen Entsprechungen zu an äußeren Gegenständen oder Vorgängen wahrgenommenen Eigenschaften. Probleme ergeben sich im Zusammenhang mit der Erklärung ihres Entstehens und ihrer Vergleichbarkeit zwischen Individuen. Siehe auch Phänomene, Sinneswahrnehmung, Empfindungen, Wahrnehmungen, Reize, Qualitäten, Subjektivität, Intersubjektivität, Objektivität, vertauschte Spektren, Bewusstsein.

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Anmerkung: Die obigen Begriffscharakterisierungen verstehen sich weder als Definitionen noch als erschöpfende Problemdarstellungen. Sie sollen lediglich den Zugang zu den unten angefügten Quellen erleichtern. - Lexikon der Argumente.

 
Autor/Titel Begriff Zusammenfassung Metadaten
Fodor IV 197
Empfindung/Darstellung/Qualia/Semantik/Bedeutung/Fodor/Lepore: die Frage stellt sich selbst: wann sind S1 und S2 der gleiche Zustand (im semantischen Zustandsraum)?
Aber mit den Frequenzen kommt einfach das alte Problem zurück.
IV 198
Wenn wir nicht wissen, was es für zwei Wörter ist, "heiratsfähig" zu bedeuten, dann wissen wir auch nicht und aus demselben Grund wie es für zwei semantische Räume ist, beide die Dimension Heiratsfähigkeit zu haben!
Empirismus/Tradition: hat das semantische Netzwerk durch Referenz auf das erklärt, was dort fixiert wird. Die Dimensionen sollten Beobachtungseigenschaften ausdrücken und eine externalistische (z.B. kausale) Theorie sollte die Relation erklären. Und zwar unabhängig von der Interpretation des Rests des Vokabulars!
Churchland: sein Vorschlag läuft darauf hinaus, dass die Dimensionen des semantischen Raums nicht allgemein den Beobachtungseigenschaften korrespondieren! Sie können dem entsprechen, was auch immer das Gehirn repräsentieren mag!
Fodor/Lepore VsChurchland: aber dann stellt sich wieder die Frage, wie die Identität der Zustandsräume fixiert wird.
Wir haben kein anderes Identitätskriterium als Beobachtungseigenschaften! Angenommen, wir hätten eins, würde sich die Frage nach der semantischen Identität von neuem stellen.
Zustandsräume: wir haben ein Kriterium für ihre Identität nur, wenn wir eins für die Identität ihrer Dimensionen haben!
Und ein nichtempirisches Kriterium für die Dimensionen haben wir nur, wenn wir eins haben für "die Eigenschaft, die durch eine Dimension des Zustandsraums ausgedrückt wird" haben, das für beliebige Eigenschaften gilt, nicht nur für Beobachtungseigenschaften.
IV 199
Aber das wäre eben ein Kriterium für Bedeutungsgleichheit.
Fodor/LeporeVsChurchland: setzt schon einen interpersonalen Begriff für die Identität von Zustandsräumen voraus, bevor er sein Ziel erreichen kann, den Begriff von "Inhaltsgleichheit" (Ähnlichkeit) zu erklären.
Er hat die Bezeichnungen der Dimensionen unerlaubterweise vorausgesetzt.
Die Bezeichnung (label) einer Dimension sagt, wie diese zu interpretieren ist, z.B. Grad von F-heit. Wieso soll dann eine Dimension F-heit ausdrücken und nicht eher G-heit? Was macht es, dass die Dimension in meinem Zustandsraum die gleichen Eigenschaft ausdrückt wie in deinem? >Konnektionismus.
Fodor IV 205
Anmerkung
11. IV 205
Empirismus/Tradition: unsere Begriffe sind Funktionen unserer sensorischen Begriffe.
Wir haben gesehen, dass Churchlands Behandlung der Qualia davon abhängt, dass er sensorische und psychophysische Begriffe vermengt.
((s) Sensorisch: (ein Aspekt - aber als "sensorischer Begriff" wiederum zwei Aspekte. Allerdings mit dem Anspruch, die psychische Erklärung zu liefern).
IV 248
Anmerkung 13 IV 205
Daraus folgt aber nicht, dass Organismen, die dieselbe sensorische Ausstattung haben, auch dieselben Begriffe haben müssten! Sie müssten es nur, wenn ihre Begriffe dieselben oder gleiche Positionen im semantischen Raum besetzen.



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Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders.
Der Hinweis [Autor1]Vs[Autor2] bzw. [Autor]Vs[Begriff] ist eine Hinzufügung des Lexikons der Argumente.

Churla I
Paul M. Churchland
Matter and Consciousness Cambridge 2013

Churli I
Patricia S. Churchland
Touching a Nerve: Our Brains, Our Brains New York 2014

Churli II
Patricia S. Churchland
"Can Neurobiology Teach Us Anything about Consciousness?" in: The Nature of Consciousness: Philosophical Debates ed. Block, Flanagan, Güzeldere pp. 127-140
In
Bewusstein, Thomas Metzinger Paderborn/München/Wien/Zürich 1996

F/L
Jerry Fodor
Ernest Lepore
Holism. A Shoppers Guide Cambridge USA Oxford UK 1992

Fodor I
Jerry Fodor
"Special Sciences (or The Disunity of Science as a Working Hypothesis", Synthese 28 (1974), 97-115
In
Kognitionswissenschaft, Dieter Münch Frankfurt/M. 1992

Fodor II
Jerry Fodor
Jerrold J. Katz
Sprachphilosophie und Sprachwissenschaft
In
Linguistik und Philosophie, G. Grewendorf/G. Meggle Frankfurt/M. 1974/1995

Fodor III
Jerry Fodor
Jerrold J. Katz
The availability of what we say in: Philosophical review, LXXII, 1963, pp.55-71
In
Linguistik und Philosophie, G. Grewendorf/G. Meggle Frankfurt/M. 1974/1995

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