Philosophie Lexikon der Argumente

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Kritik: Aus dem griechischen krinein („unterscheiden“) abgeleiteter Ausdruck für eine Ausübung des Verstandes in Bezug auf vorgefundene Situationen, Zustände, Aussagen, Verhaltensweisen oder Gegenstände. Die Kritik macht deutlich, dass etwas auch anders hätte sein können. Siehe auch Rationalität, Kunst, Kunstwerke, Gesellschaft, Fortschritt, Geschichte, Theorien.

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Anmerkung: Die obigen Begriffscharakterisierungen verstehen sich weder als Definitionen noch als erschöpfende Problemdarstellungen. Sie sollen lediglich den Zugang zu den unten angefügten Quellen erleichtern. - Lexikon der Argumente.

 
Autor/Titel Begriff Zusammenfassung Metadaten

 
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Norbert Bolz, Willem van Reijen, Walter Benjamin Frankfurt 1991
I 19
Kritik/Romantische Kritik/Benjamin: bezieht ihren Gegenstand nicht beurteilend, sondern potenzierend aufs Absolutum der Kunst. R.K vollendet das Werk! (GoetheVsKritik: Das Kunstwerk ist nicht kritikfähig!")
Kritik: Kritisches Verfahren/Benjamin: Kritik ist bei Benjamin rettend, weil es dialektisch immanent, nicht negiert, sondern interpretiert. Nicht wie bei Hegel bestimmte Negation, die zu neuer Form übergeht.
Denn die geschichtsphilosophische Verlaufsfigur, der sie eingeschrieben ist, zielt nicht auf eine idealistische Selbstaufstufung des Geistes, sondern auf dessen Zerfall. Rettend ist Kritik im Denken des Untergangs als Übergang.
I 20
Moderne Kritik: "Mortifikation der Werke" Nicht Steigerung des Bewusstseins (romantisch), sondern Ansiedlung des Wissens in ihnen".
I 21
Kommentar (jüdische Tradition): Sachgehalt
Kritik: Wahrheitsgehalt.
I 29
Kritik/Benjamin: "Der Kritiker richtet im Angesicht des Autors." Von Benjamin durchaus körperlich zerstörend aufgefasst. "Echte Polemik nimmt ein Buch so liebevoll vor, wie ein Kannibale sich einen Säugling zurüstet". "Bücher verschlingen": Einverleiben, Zerstören. Stoffhunger, Selbstmehrung. Einverleibung statt Einfühlung, verändert auch die Werke. Wohnen im Buch Kinderbücher haben für Benjamin großen Stellenwert.
I 36
Lehre ist aufgehobene Kritik, Kritik ist inverse Theologie und Religion ist die "konkrete Totalität der Erfahrung".


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Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders.

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Hg. Martin Schulz, Abfragedatum 23.10.2017