Philosophie Lexikon der Argumente

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Autor/Titel Begriff Zusammenfassung Metadaten
Brocker I 681
Liberalismus/BarberVsLiberalismus/Barber: These: in der amerikanischen Demokratie herrsche ein „Lobbyistenpolitik“ eine „Politik der Bilder“, eine „Politik der Massengesellschaft“ statt einer echten Bürgerbeteiligung. (geschrieben 1984). (1) Verantwortlich dafür sei der Liberalismus bzw. das mit dem Liberalismus verbundene Konzept der Repräsentation, das Partizipation zerstöre. (2)
Brocker I 682
Liberale Demokratie/Barber: stellt individuelle Rechte und eine durch Wahlen verantwortliche Regierung in den Mittelpunkt.
Problem: der Liberalismus missverstehe „Politik als Raubtierhaltung“.
Brocker I 683
Kern des Liberalismus sei ein instrumentelles Demokratieverständnis. Politik sei danach dazu da, die Individuen gegen äußere Eingriffe zu schützen und diesen Schutz so zu bewerkstelligen, dass dies mit den vermeintlich unveränderlichen Eigenschaften der Individuen verträglich ist. Hierbei fasse der Liberalismus die Eigenschaften der Individuen tendenziell in pessimistischen Beschreibungen.
Brocker I 684
Liberalismus/Barber: der vorbegriffliche Rahmen sei gekennzeichnet durch Vorstellungen wie „Eigentum“, „Territorium“, „Grenzen“ „Sanktionen“, „Freiheit“ und „Macht“. Vernachlässigt werden dabei Aspekte wie menschliche gegenseitige Abhängigkeit, gegenseitige Hilfe, Kooperation, Mitgliedschaft, Brüderlichkeit, Gemeinschaft und Bürgerschaft. (3)
Methode/Liberalismus/Barber: die Methodik des Liberalismus sei eine „cartesianische“, d.h. Wissen werden durch die Anwendung einer verlässlichen Methode gewonnen.
BarberVsLiberalismus: Politik sei nicht die Anwendung von Wahrheit auf das Problem menschlicher Beziehungen, sondern die Anwendung menschlicher Beziehungen auf das Problem der Wahrheit. (4)
Brocker I 685
BarberVsLiberale Demokratie: These: der Liberalismus erzeuge einen Menschentypus, dessen Psyche anfällig sei für die totalitäre Versuchung, indem der Mensch auf sich selbst zurückgeworfen werden. (Haus: hier zeigen sich Parallelen zum Denken Hannah Arendts.) Dennoch:
BarberVsArendt/BarberVsStrauss, Leo: dies seien nostalgische Theorien. (5)


1. Benjamin Barber, Strong Democary, Participatory Politics for a New Age, Berkeley CA, 1984, Dt. Benjamin Barber, Starke Demokratie. Über die Teilhabe am Politischen, Hamburg 1994, S. 12.
2. Ebenda S. 13.
3. Benjamin Barber Strong Democray. Participatory Politics for a New Age. Twentieth-anniversary edition, Berkeley/Los Angeles/London 2003 S. 34f.
4. Ebenda S. 64f.
5. Ebenda S. 100.

Michael Haus, „Benjamin Barber, Starke Demokratie“ in: Manfred Brocker (Hg.) Geschichte des politischen Denkens. Das 20. Jahrhundert. Frankfurt/M. 2018


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Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders.

PolBarb I
Benjamin Barber
The Truth of Power. Intellectual Affairs in the Clinton White House New York 2001

Brocker I
Manfred Brocker
Geschichte des politischen Denkens. Das 20. Jahrhundert Frankfurt/M. 2018

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