Lexikon der Argumente


Philosophische Themen und wissenschaftliche Debatten
 
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Allostase McEwen Corr I 208
Allostase/McEwen/Elovainio/Kivimäki: Zukunft. McEwen (1998(1); McEwen und Stellar 1993(2)) hat die vorherrschenden Bedingungen beschrieben, unter denen die adaptive Funktion beeinträchtigt werden kann und unter denen die möglichen gesundheitsschädlichen Auswirkungen von Stress auftreten. Vgl. >Stress/Selye, >Stress/Lazarus. Def Allostase/McEwen: McEwen definiert Allostase als den adaptiven Prozess zur aktiven Aufrechterhaltung der Stabilität durch Veränderung. Allostatische Belastung kann als kumulativer Verschleiß bezeichnet werden, und sie bezieht sich auf die Kosten für den Körper, die durch wiederholte Aktivierung oder unzureichendes Management von Mediatoren der Allostase (z.B. Nebennierenhormone, Immunzytokine und Neurotransmitter) entstehen.
Laut McEwen gibt es vier Grundlegende Quellen der allostatischen Belastung:
(1) häufiger Stress;
(2) mangelnde Anpassung an wiederholte ähnliche Stressfaktoren; (3) Unfähigkeit, allostatische Reaktionen abzuschalten, wenn der Stress beendet ist; und
(4) unzureichende Reaktionen eines allostatischen Systems, die zu einem Ausgleich in anderen Systemen führen (McEwen 1998)(1).


1. McEwen, B. S. 1998. Protective and damaging effects of stress mediators, mediators, New England Journal of Medicine 338: 171–9
2. McEwen, B. S. and Stellar, E. 1993. Stress and the individual: mechanisms leading to disease, Archives of Internal Medicine 153: 2093–101



Marko Elovainio and Mika Kivimäki, “Models of personality and health”, in: Corr, Ph. J. & Matthews, G. (eds.) 2009. The Cambridge Handbook of Personality Psychology. New York: Cambridge University Press

Corr I
Philip J. Corr
Gerald Matthews
The Cambridge Handbook of Personality Psychology New York 2009
Begründung Leibniz Holz I 69
Denken/Leibniz: heißt Beziehungen und Verknüpfungen denken. Def "Goldene Kette" der Verknüpfungen/Holz: Metapher des Barock. "aura catena": wenn Eines definiert ist durch seine Beziehung zu Anderem, dann ist die Gesamtheit der Elemente der Grund dieses Einen.
Kette/Leibniz: mehr als zeitlich: Eines ist jeweils stärker durch seine näheren Nachbarn bestimmt.
zureichender Grund/Leibniz: etwas kann durch seine Verbindung mit seinen nächsten Nachbarn zureichend begründet werden, aber nicht vollständig.
I 70
Vollständige Begründung/Grund/Bestimmung/Leibniz: nur durch die ganze Kette. (unendlich, nur durch Gott einzusehen). Die einzelnen Glieder müssten durch identische Sätze widergegeben werden.





Lei II
G. W. Leibniz
Philosophical Texts (Oxford Philosophical Texts) Oxford 1998

Holz II
Hans Heinz Holz
Descartes Frankfurt/M. 1994

Lei I
H. H. Holz
Leibniz Frankfurt 1992
Bildungspolitik Makroökonomie Mause I 513f
Bildungspolitik/Wirtschaftswachstum/Makroökonomie: der Zusammenhang zwischen Bildung und Wirtschaftswachstum wird untersucht in Wößmann und Piopiunik (2009)(1) und Wößmann (2009)(2). Siehe auch die Bildungsberichte der deutschen Bundesregierung.(3) Grundlage der Diskussion sind makroökonomische Modelle (Wößmann und Piopunik 2009; Hanushek und Wößmann 2007 (4)), mit deren Hilfe versucht wird, die Kosten mangelnder Förderung und Bildung in Form von entgangenem Wirtschaftswachstum zu prognostizieren.
Makroökonomik: untersucht bildungspolitische Entscheidungen in Hinblick auf ihre ökonomischen Konsequenzen.
Neoklassische Theorien: hier ist Bildung ein akkumulierbarer Produktionsfaktor (Siehe Humankapital/Wirtschaftstheorien).
Endogene Wachstumsmodelle: argumentieren mit einem notwendigen technischen Wandel: neues technologisches Wissen hilft, Innovationen umzusetzen.
Modelle der technologischen Diffusion: hier geht es nicht primär um die Schaffung neuen Wissens, sondern um die Implementierung neuer Technologien, wobei Lernen und Verstehen wesentliche Voraussetzungen sind.


1. Wößmann, Ludger, und Marc Piopiunik. Was unzureichende Bildung kostet. Sonderauswertung für Nordrhein-Westfalen. Eine Sonderberechnung der Folgekosten durch entgangenes Wirtschaftswachstum. Bertelsmann Stiftung, Gütersloh 1999
2. Wößmann, Ludger, und Marc Piopiunik. 2009. Was unzureichende Bildung kostet. Eine Berechnung der Folgekosten durch entgangenes Wirtschaftswachstum. Gütersloh 2009
3. Autorengruppe Bildungsberichterstattung, Bildung in Deutschland 2014 Ein indikatorengestützter Bericht mit einer Analyse zur Bildung von Menschen mit Behinderungen. Bielefeld 2014.
4. Hanushek, Eric A., und Ludger Wößmann. 2007. The role of school improvement in economic development. NBER Working Paper Nr. 12832. Cambridge, MA: National Bureau of Economic Research.

Mause I
Karsten Mause
Christian Müller
Klaus Schubert,
Politik und Wirtschaft: Ein integratives Kompendium Wiesbaden 2018
Denken Leibniz Holz I 41
Denken/Leibniz: die Inhalte sind in letzter Instanz durch Definitionen und Axiome bestimmt.
Holz I 69
Denken/Leibniz: heißt Beziehungen und Verknüpfungen denken. Def "Goldene Kette" der Verknüpfungen/Holz: Metapher des Barock. "aura catena": wenn Eines definiert ist durch seine Beziehung zu Anderem, dann ist die Gesamtheit der Elemente der Grund dieses Einen.
Kette/Leibniz: mehr als zeitlich: Eines ist jeweils stärker durch seine näheren Nachbarn bestimmt.
zureichender Grund/Leibniz: etwas kann durch seine Verbindung mit seinen nächsten Nachbarn zureichend begründet werden, aber nicht vollständig.
I 70
Vollständige Begründung/Grund/Bestimmung/Leibniz: nur durch die ganze Kette. (unendlich, nur durch Gott einzusehen). Die einzelnen Glieder müssten durch identische Sätze widergegeben werden.
Holz I 77
Einheit/Vielheit/Leibniz: nun ist aber die Vielheit der Welt (Mannigfaltigkeit der Wahrnehmungen) empirisch gegeben. Axiom: Varietätsprinzip: "Ich nehme Verschiedenes wahr" (varia a me percipiuntur). Das ist unbezweifelbar durch die unmittelbare Anschauung. Das ist als Empirie nicht beweisbar, aber auch nicht beweispflichtig, da es unmittelbar gegeben ist. (>Gegebenes).
Daraus folgt dann: wenn das Sein der Welt im Ganzen notwendig ist, ist "jedes Kontingente auf gewisse Weise notwendig".
Holz: Notwendigkeit ist damit übergreifend über Kontingenz.
I 78
Varietätsprinzip/Prinzipien/Denken/Leibniz: auf dem Varietätsprinzip beruht die formelle Möglichkeit des Denkens. ((s) Weil man nicht ein einziges Ding ohne Beziehung zu etwas anderem denken kann.)
Doppelte Bewegung/Aufsteigen/Absteigen/Leibniz/Holz: von der Gewissheit der wahrgenommenen Vielheit kann man nun aufsteigen zu dem infinitesimalen Grenzbegriff "alle Seienden zugleich".

Lei II
G. W. Leibniz
Philosophical Texts (Oxford Philosophical Texts) Oxford 1998

Holz II
Hans Heinz Holz
Descartes Frankfurt/M. 1994

Lei I
H. H. Holz
Leibniz Frankfurt 1992
Durchschnittsnutzen Rawls I 161
Durchschnittsnutzen/Rawls: das Prinzip des Durchschnittsnutzens unterscheidet sich von denen der Vertragstheorie. Angewendet auf die Anfangssituation einer zu errichtenden Gesellschaft, in der die Individuen hinter einem Schleier des Nichtwissens in Bezug auf ihre spätere Position sind, erfordert das Prinzip des Durchschnittsnutzens, dass Institutionen dergestalt arrangiert werden, dass die absolut gewichtete Summe der Erwartungen der relevanten repräsentativen Individuen maximiert werden.
I 162
Diese Summe wird größer, wenn die Zahl der Personen in einer Gesellschaft wächst. Utilitarismus: hier werden Erwartungen an der Summe der tatsächlichen und voraussehbaren Befriedigung gemessen.
Theorie der Gerechtigkeit als Fairness: hier geht es dagegen um ein Verzeichnis der primären öffentlichen Güter (z.B. Freiheiten, Infrastruktur usw.).
Klassische Theorie des Durchschnittsnutzens: wurde von Mill und Wicksell vertreten. Siehe dazu Gunnar Myrdal, The Political Element in the Development of Economic Theory London, 1953, pp.38f.; J. C. Smart, An Outline of a System of Utilitarian Ethics, Cambridge, 1961, p. 18; J.C. Harsanyi „Cardinal Utilitry in Welfare Economics and the Theory of Risk Taking“, Journal of Political Economy, vol. 61, 1953.).
Summe des Nutzens/Bevölkerungswachstum/Rawls: die Summe wird nicht wachsen, wenn wir sie auf die Fraktionen der Gesellschaft mit bestimmten Positionen anwenden, solange der Prozentsatz dieser Fraktionen sich nicht ändert.
Bevölkerungswachstum: nur wenn eine Bevölkerung sich ändert gibt es einen Unterschied zwischen der klassischen Theorie und der Theorie der Gerechtigkeit als Fairness.
I 166
Durchschnittsnutzen/Rawls: die Annahme einer Anfangssituation einer zu errichtenden Gesellschaft, in der alle hinter einem Schleier des Nichtwissens stehen, spricht für die Einführung des Durchschnittsprinzips und gegen die klassische Sicht. Allerdings ist die Durchschnittstheorie nicht teleologisch, wie die klassische Theorie. Durchschnittsprinzip: es ist nicht so, dass es von allen Teilnehmern die gleiche Art von Risikobereitschaft verlangt.
I 171
Durchschnittsnutzen/Rawls: es scheint so, dass das Durchschnittsprinzip an das Prinzip des unzureichenden Grunds (siehe Risiken/Rawls) gebunden sein muss. Wir brauchen etwas wie die Laplace-Regel für Entscheidungen unter Ungewissheit: die Möglichkeiten werden auf eine natürliche Weise bestimmt und jeder wird eine Wahrscheinlichkeit zugeschrieben. Dabei wird nicht von allgemeinen Informationen über die Gesellschaft ausgegangen. (Vgl. W. Feller, Profitability and Profit, pp. 210-233; L.J. Savage, The Foundations of Statistics, New York, 1954; H.E. Kyburg, Probability and Inductive Logic, Riverside, 1970). Siehe Wahrscheinlichkeit/Rawls).
I 188
Durchschnittsnutzen/Idealer Beobachter/Rawls: vom Standpunkt der Personen in der Anfangssituation gibt es keinen Grund, den Einschätzungen eines mitfühlenden idealen Beobachters zuzustimmen. Eine solche Übereinstimmung hätte alle Nachteile des klassischen Nutzenprinzips. Wenn jedoch die Teilnehmer als vollständige Altruisten aufgefasst werden, d.h. also als solche, die mit den Zielen des mitfühlenden idealen Beobachters übereinstimmen,
I 189
dann würde das klassische Prinzip übernommen. Die größte Summe an Glückseligkeit befriedigt den Beobachter wie den Altruisten innerhalb des Systems. Damit erhalten wir das überraschende Ergebnis, dass, während das Prinzip des Durchschnittsnutzens der Ethik des Individuums entspricht, die klassische utilitaristische Doktrin eine solche der altruistischen Ethik ist!

Rawl I
J. Rawls
A Theory of Justice: Original Edition Oxford 2005
Existenz Leibniz Holz I 48/49
Existenz/Welt/außen/Grund/Leibniz: ein zureichender Existenzgrund kann nicht in der Reihe der Tatsachen, aber auch nicht im ganzen Zusammengesetzten gefunden werden! Weil auch die Zusammensetzung, wie die Reihe eines Grundes bedürfen.
Leibniz nennt den ExistenzGrund "extramundan" weil er nicht innerhalb der Reihe (series reum") gefunden werden kann.
Holz: das heißt aber nicht "außerhalb der Welt"! Wörtlich heißt es:
Leibniz: "außer der Welt" gibt es ein beherrschendes Eins.
Nicht nur wie die Seele in mir sondern eher wie ich selbst in meinem Körper, aber von viel höherer Vernunft.
ExistenzGrund/außerhalb/außen/Leibniz: der Grund der Einheit ist die Formbestimmtheit ihrer allseitigen Verknüpfung, nicht die Linearität einer Folge oder Reihe. Insofern liegt der ExistenzGrund der Welt (als der Totalität der Verknüpfungen) nicht in der Welt, sondern bedingt sie als Welt.
Diese "ultima ratio rerum" "stellt die Welt her und macht sie". Sie ist das verbindende Prinzip.
Holz I 70
Existenz/Leibniz: von ihr können wir keine Idee haben, es sei denn durch die Wahrnehmung des Seienden. Daher ist die Wahrnehmung die formale Einheit und Allgemeinheit aller in sie eingehenden Inhalte.
I 71
"Wir haben keine andere Idee der Existenz als die, dass wir einsehen, dass die Dinge wahrgenommen werden". Wahrnehmung/Leibniz: liefert uns nun aber als Selbstwahrnehmung die Idee der Kontinuität und Kontiguität der Existenz als solcher (die uns in der Existenz unserer selbst evident ist).
Existenz/Erfahrung/Leibniz: Existenz kann nicht gedacht werden, sie muss erfahren werden, denn der Satz "Das Nichtsein ist" ist widersprüchlich. (Allerdings nur in Bezug auf das Ganze).
Holz I 72
Existenz/Notwendigkeit/Identität/Sein/Leibniz: die Sätze "Das Sein ist" und
"Nur ein einziges Sein ist notwendig"
stehen in einem ganz bestimmten Folgerungsverhältnis (Folgeverhältnis):
der Satz "das Sein ist" ist ein identischer Satz, d.h. sein Gegenteil ist widersprüchlich.
So fallen hier existentieller und kopulativer (Kopula) Gebrauch von "ist" zusammen.
Man könnte auch sagen "Das Sein ist seiend" um deutlich zu machen, dass das Prädikat dem Subjekt notwendig zukommt. Aber:
Bsp "der Stein ist ein seiender Stein": dieser Satz ist nicht identisch, dem Stein kommt das Sein nicht notwendig zu! Der Stein könnte auch nur gedacht sein. Daher brauchen wir die Wahrnehmung, um von der Existenz überzeugt zu sein.
Aber das gilt nicht ur von Körpern, sondern auch von Allgemeinem, Bsp die Gattung Mensch, sie existiert nicht notwendig!
I 73
Die Notwendigkeit der Existenz gilt einzig und allein von der Welt als ganzer.
Holz I 75
Einheit/Substanz/LeibnizVsSpinoza: die ultima ratio ist notwendig nur ein Grund, nicht eine Vielheit, weil er die Struktur des Ganzen ist. Leibniz braucht also die Vielheit der Dinge nicht zu opfern, um zur einen und einzigen Welt zu kommen. An die Stelle der Substanz von Spinoza tritt bei ihm die "harmonie universelle".
Existenz/Leibniz: Frage: "Warum gibt es überhaupt etwas und nicht vielmehr nichts?".
Diese Frage bleibt auch noch bestehen, wenn wir die Einheit der Vielheit gesichert haben. Es könnte immer noch nichts geben.
I 76
Angenommen, die Dinge müssen existieren, so muss man darüber hinaus den Grund angeben können, warum sie so existieren müssen und nicht anders.
Holz I 91
Existenz/Leibniz: "Warum gibt es etwas und nicht vielmehr nichts?" 1. Der Grund, warum etwas existiert liegt in der Natur: die Folge des obersten Prinzips, dass nichts ohne Grund geschieht.
2. Der Grund muss in einem wirklichen Seienden oder in einer Ursache liegen.
3. Dieses Seiende muss aber notwendig sein, sonst müsste nach einer weiteren Ursache gesucht werden.
4. Also gibt es eine Ursache!
I 92
5. Diese erste Ursache bewirkt aber auch, dass alles Mögliche ein Streben zur Existenz hat, da kein universeller Grund der Beschränkung auf nur gewisse Mögliche gefunden werden kann. 6. Daher kann gesagt werden, dass alles Mögliche auf seine zukünftige Existenz angelegt sei. (Weil Möglichkeit Streben ist).
7. Daraus folgt aber nicht, dass alles, was möglich ist, auch existiere. Das würde nur folgen, wenn alles miteinander zusammen möglich wäre.
8. Einige Möglichkeiten sind aber mit anderen unvereinbar.
9. So erwächst die Reihe von Dingen, die durch die größte Reihe aller Möglichkeiten existiert.
10. Wie Flüssigkeiten Kugelform (größter Inhalt) annehmen, so existiert in der Natur des Universums eine Reihe mit dem größten Inhalt.
11. Also existiert das Vollkommenste denn Vollkommenheit ist nichts anderes als die Quantität an Sachhaltigkeit. (>Beste aller Welten, Beste Welt).
12. Vollkommenheit ist jedoch nicht allein in der Materie anzusiedeln, sondern in der Form oder Mannigfaltigkeit.
I 93
13. Daraus folgt, dass die Materie nicht überall gleichartig ist, sondern durch die Formen sich selbst ungleichartig gemacht wird. (Es folgen weitere 12 Thesen zur bewusstseinstheoretischen Ebene).
Holz I 120
Welt/Existenz/Leibniz: ist als Ganzes kontingent. Es ist kein Grund einzusehen, warum diese Welt sein muss. Wir können aber einsehen, dass sie als Totalität alles Wirklichen und Möglichen ist. D.h. das Prinzip der Deduktion scheitert an der ersten Substanz, die nicht mehr intelligibel zu machen ist, bzw. nicht mehr selbst herleitbar ist.
I 12
Frage: warum ist überhaupt etwas und nicht vielmehr nichts? Wenn wir auch nicht einsehen können, warum diese Welt ist, so können wir doch einsehen, dass diese Welt möglich ist! Und viele mögliche neben ihr auch.
Dann können wir die Frage umformulieren:
Warum existiert diese Welt und nicht eine andere?

Lei II
G. W. Leibniz
Philosophical Texts (Oxford Philosophical Texts) Oxford 1998

Holz II
Hans Heinz Holz
Descartes Frankfurt/M. 1994

Lei I
H. H. Holz
Leibniz Frankfurt 1992
Gründe Armstrong III 159
Satz vom zureichenden Grund/Erklärung/Naturgesetze/ArmstrongVsRationalismus/VsSchopenhauer: wenn wir das Prinzip akzeptieren, müssen wir akzeptieren, dass Gesetze sich unter Gesetze höherer Stufe bringen lassen. - Dann haben wir wieder das Problem, dass das kein zureichender Grund für Gesetze höherer Stufe ist.

Armstrong I
David M. Armstrong
Meaning and Communication, The Philosophical Review 80, 1971, pp. 427-447
In
Handlung, Kommunikation, Bedeutung, Georg Meggle Frankfurt/M. 1979

Armstrong II (a)
David M. Armstrong
Dispositions as Categorical States
In
Dispositions, Tim Crane London New York 1996

Armstrong II (b)
David M. Armstrong
Place’ s and Armstrong’ s Views Compared and Contrasted
In
Dispositions, Tim Crane London New York 1996

Armstrong II (c)
David M. Armstrong
Reply to Martin
In
Dispositions, Tim Crane London New York 1996

Armstrong II (d)
David M. Armstrong
Second Reply to Martin London New York 1996

Armstrong III
D. Armstrong
What is a Law of Nature? Cambridge 1983
Gründe Leibniz Holz I 66
Satz vom zureichenden Grund/Prinzip/Leibniz: "nichts geschieht ohne zureichenden Grund, ohne das es dem, der die Dinge genügend kennt möglich wäre, einen Grund anzugeben, warum es so und nicht anders ist." Das ist ein Derivat des Identitätsprinzips. Seine Geltung ist logisch notwendig.
Holz I 67
Grund/Leibniz: dass etwas einen Grund hat heißt, dass es nicht aus sich selbst, nicht isoliert per se existiert. Grund ist der Welt Grund, in den jedes Einzelne eingelassen ist (>Kette).
Holz I 75
Grund/Leibniz: kann nur durch das Durchlaufen der ganzen series rerum gefunden werden. Er ist nun aber deshalb nicht außerhalb der series rerum zu finden, sondern vollständig innerhalb, allerdings nicht am Anfang, sondern als die Reihe als Ganzes! Unterschied: während der unendliche Verstand außerhalb des Ganzen stehen müßte (als Abbildender) (vielleicht auch ein "unbewegter Beweger" usw.) muss der Grund (als Totalität der Reihe) innerhalb der Reihe sein.
Grund/Leibniz: der universelle letzte Grund (Gesamtheit der Reihe der Dinge, Welt, ultima ratio) ist auch für den endlichen Verstand notwendig, weil es sonst überhaupt nichts gäbe!

Lei II
G. W. Leibniz
Philosophical Texts (Oxford Philosophical Texts) Oxford 1998

Holz II
Hans Heinz Holz
Descartes Frankfurt/M. 1994

Lei I
H. H. Holz
Leibniz Frankfurt 1992
Gründe Schopenhauer Korfmacher Schopenhauer zur Einführung Hamburg 1994
I 28
Satz vom zureichende Grund/Schopenhauer: vierfache Wurzel: den vier Klassen von Vorstellungen entsprechend. 1. empirisch: Kausalität, Grund des Werdens
2. Den Begriffen entsprechend: Grund des Erkennens, Begründung von Urteilen
3. Den apriorischen Anschauungsformen Raum und Zeit entsprechend: Lage, Folge in der Zeit, durch reine Sinnlichkeit, Grund des Seins
4. Gesetz der Motivation, das dem Subjekt des Wollens entspricht, Grund des Handelns.
Hierarchien Beauvoir Brocker I 302
Hierarchie/Geschlechterrollen/Beauvoir: die unterschiedliche Ausgangslage der Geschlechter - ((s) die Immanenz aufseiten der Frau, die Transzendenz aufseiten des Mannes - siehe Immanenz/Beauvoir, Transzendenz/Existentialismus, Geschlechterrollen/Beauvoir) - kann den offenkundigen Verzicht auf ein entwurfhaftes Leben seitens der Frau nicht in zureichender Weise begründen. Worin wurzelt letztlich die Geschlechterhierarchie? Aus Sicht des Essentialismus können nicht etwaige Wesensbestimmungen geltend gemacht werden. Angesichts der Beständigkeit der Geschlechterrollen können auch keine kontingenten historischen Bedingungen ins Feld geführt werden. Lösung/Beauvoir: die Quellen müssen in der Subjektivität selbst liegen. (vgl. Heinz, 2002 (1))


1. Marion Heinz, , »Humanistischer Feminismus. Simone de Beauvoir«, in: Sabine Doyé/Marion Heinz/Friederike Kuster (Hg.), Philosophische Geschlechtertheorien. Ausgewählte Texte von der Antike bis zur Gegenwart, Stuttgart 2002, S. 425..


Friederike Kuster, „Simone de Beauvoir, Das andere Geschlecht (1949)“ in: Manfred Brocker (Hg.) Geschichte des politischen Denkens. Das 20. Jahrhundert. Frankfurt/M. 2018

Brocker I
Manfred Brocker
Geschichte des politischen Denkens. Das 20. Jahrhundert Frankfurt/M. 2018
Hinreichendes Leibniz Holz I 66
Satz vom zureichenden Grund/Prinzip/Leibniz: "nichts geschieht ohne zureichenden Grund, ohne das es dem, der die Dinge genügend kennt möglich wäre, einen Grund anzugeben, warum es so und nicht anders ist." Das ist ein Derivat des Identitätsprinzips. Seine Geltung ist logisch notwendig.


Lei II
G. W. Leibniz
Philosophical Texts (Oxford Philosophical Texts) Oxford 1998

Holz II
Hans Heinz Holz
Descartes Frankfurt/M. 1994

Lei I
H. H. Holz
Leibniz Frankfurt 1992
Interventionen Neue Politische Ökonomie Mause I 230f
Interventionen/Neue Politische Ökonomie/Public Choice: Die Gefahr der dynamischen Inkonsistenz wird insbesondere von der Neuen Politischen Ökonomie betont. Probleme: mangelnde Glaubwürdigkeit, Zeitinkonsistenz ((s) Verzögerung oder Ausbleiben von Effekten). (1)
Bsp Eine unzureichende Erwartungsbildung und -antizipation kann auf den Märkten für das Erreichen des Beschäftigungsziels temporär genutzt werden.
Problem: Mangelnde Glaubwürdigkeit: Bsp Die Ankündigungen der Notenbank werden nicht mehr als glaubwürdig betrachtet und die Marktteilnehmer berücksichtigen höhere als die angekündigten Inflationsraten in ihren Wirtschaftsplänen.
Lösung/Neue Politische Ökonomie: institutionelle Rahmenbedingungen, die das Entscheidungskalkül der Notenbank verändern. Dementsprechend muss entweder der Handlungsspielraum der geldpolitischen Entscheidungsträger durch Regelbindungen und gesetzliche Vorgaben eingegrenzt oder aber die Kosten der Inflation müssen (…) erhöht werden.
Post-KeynesianismusVsNeue Politische Ökonomie: Hier wird vielmehr die Gefahr gesehen, dass diskretionäre ((s) punktuelle) Geld- und Fiskalpolitiken zu passiv bleiben und daher das Output-Niveau aus politischen Gründen unnötig lange unter dem Produktionspotenzial bleibt, verbunden mit konjunkturell bedingter Arbeitslosigkeit. (2)
John B. TalyorVsBarro: Siehe Taylor-Regel/Taylor.


1. Barro, Robert J., und David B. Gordon, Rules, discretion and reputation in a model of monetary policy. Journal of Monetary Economics 12, (1), 1983. S. 101– 121.
2. Vgl. Michal Kalecki, In Collected works of Michal Kalecki, Hrsg. Jerzy Osyatinski. Oxford 1973.

Mause I
Karsten Mause
Christian Müller
Klaus Schubert,
Politik und Wirtschaft: Ein integratives Kompendium Wiesbaden 2018
Kontingenz Leibniz Stegmüller IV 388
Kontingenz/Leibniz: jedes Ding ist kontingent, weshalb es nicht so wäre, wenn ein anderes Ding anders wäre. Alle Dinge sind kausal verbunden. Die Welt ist die Gesamtheit dieser Dinge, weshalb die Welt als Ganzes ebenfalls kontingent ist.
Welt/Leibniz: es mag durchaus sein, dass die Reihe der Ursachen unbegrenzt ist. Leibniz nimmt nicht notwendig einen zeitlichen Anfang an!
zureichender Grund/Leibniz: muss dann außerhalb der Welt liegen! Es muss etwas anderes sein als die Welt!
IV 389
Er muss ein notwendiges Wesen sein. VsLeibniz: 1. Woher wissen wir, dass alles einen zureichenden Grund braucht?
2. Kann es ein notwendiges Wesen geben, das einen zureichenden Grund in sich selbst hat?
Sollte die zweite Frage negativ beantwortet werden, hat die Gesamtheit keinen zureichenden Grund!
KantVsLeibniz: der kosmologische Beweis beruht implizit auf dem (widerlegten) ontologischen Beweis. (KantVsDescartes).


Lei II
G. W. Leibniz
Philosophical Texts (Oxford Philosophical Texts) Oxford 1998
Letztbegründung Leibniz Holz I 50
Def Evidenz/Gewissheit/a priori/Leibniz: die Gewissheit (der Notwendigkeit identischer Sätze A = B) stützt sich weder auf Empirie noch auf Deduktion, sondern auf eine apriorische Einsicht.
I 50
Rationalismus/HolzVsLeibniz: Problem für eine sich "wissenschaftlich" verstehende Philosophie: diese "unmittelbare Einsichtigkeit" sogenannter Letztbegründungen führt auf eine andere epistemologische Ebene. Gefahr des irrationalistischen Umschlags!
I 51
Damit ist die Gewissheit der Axiome nicht mehr abgesichert. Leibniz insistiert aber darauf, sie aus der "Evidenz der Identität" (mit sich selbst) bewiesen werden müssen.
Holz I 51
Letztbegründung/Beweis/Axiome/Evidenz/Leibniz/Holz: hier wird die Geltung des Identitätssatzes (A = B bzw. A = A ) als Erfahrungswert genommen! Es geht also nicht darum, dass die Prädikate im Subjekt inhärent sind. Diese Voraussetzung ist in sich selbst nicht mehr ableitbar. Evidenz ist keine logische Kategorie.
Die Geltung des Identitätssatzes darf also nicht nur rein logisch begründet werden. Sie hat eine vorprädikativen Ursprung.
Logik/Husserl: hat die Abstinenz der Logik von ihrem Erkenntnisgehalt nachdrücklich zurückgewiesen.
I 52
Letztbegründung/Beweis/Axiome/Evidenz/Leibniz/Holz: wir brauchen also einen anderen Typus von Sätzen als den offen oder virtuell identischen.
Holz I 75
Grund/Leibniz: kann nur durch das Durchlaufen der ganzen series rerum gefunden werden. Er ist nun aber deshalb nicht außerhalb der series rerum zu finden, sondern vollständig innerhalb, allerdings nicht am Anfang, sondern als die Reihe als Ganzes! Unterschied: während der unendliche Verstand außerhalb des Ganzen stehen müßte (als Abbildender) (vielleicht auch ein "unbewegter Beweger" usw.) muss der Grund (als Totalität der Reihe) innerhalb der Reihe sein.
Grund/Leibniz: der universelle letzte Grund (Gesamtheit der Reihe der Dinge, Welt, ultima ratio) ist auch für den endlichen Verstand notwendig, weil es sonst überhaupt nichts gäbe.
Holz I 83
Letztbegründung/LeibnizVsKant: macht den subjektphilosophischen Radikalismus nicht mit. Wie vor ihm Spinoza und nach ihm Hegel hat er von der seit Descartes unverzichtbaren Subjektreflexion aus einen nicht subjektiven Seinsgrund finden wollen, der sich in den Vernunftwahrheiten ausdrückt. Dafür reichen zwei Prinzipien aus:
1. Prinzip des Widerspruchs
2. Das Prinzip des zureichenden Grundes. (Kann auf das Widerspruchsprinzip zurückgeführt werden).
Da außerdem das Identitätsprinzip aus der Sinneswahrnehmung eingesehen wird, dürfen wir den Prinzipien der Sachen selbst (also ihrer ontischen Realität) die in unserem Denken vorausgesetzte Vernunft (ihre Logizität) zuschreiben.
Das ist ebenso panlogisch wie das System Hegels.
I 84
Im Universum und seinen Teilen ist so Logik niedergeschlagen und verkörpert.
Holz I 123
Letztbegründung/Existenz/Leibniz: zu begründen, warum es überhaupt etwas gibt bedeutet also, im Wesen der Möglichkeiten das Prinzip anzugeben, das der Minimalisierung der Verwirklichungstendenzen entgegenwirkt. Nun stellt sich heraus, dass die beiden Prinzipien:
1. Identitätsprinzip (Alles ist mit sich identisch")
2. Varietätsprinzip ("Verschiedenes wird von mir wahrgenommen") logisch, aber nicht ontologisch ausreichen, um die Existenz der Welt überhaupt zu begründen.
Man kann damit zwar vom Einzelnen auf Verschiedenes und auf einen gewissen Zusammenhang schließen und von daher begründen, warum etwas Bestimmtes (und nicht etwas anderes an seiner Stelle) ist,
I 124
Es bleibt aber unbegründet, warum überhaupt etwas ist. Das fehlende ontologische Zwischenglied findet Leibniz in einem dritten Axiom, das er zu den absolut ersten Wahrheiten zählt:
These: Alles Mögliche strebt nach Existenz und existiert daher, wenn nicht etwas anderes, das auch zur Existenz strebt es daran hindert und mit dem ersten unverträglich ist.
Das ist nach Leibniz beweisbar unter der Voraussetzung der Tatsachenwahrheit, dass wir überhaupt etwas wahrnehmen.
Außerdem machen wir ja die Erfahrung der Veränderung, dass etwas zu existieren beginnt, was vorher nicht da war. (Aber eben vorher möglich war).
Es kann nun aber a priori kein Grund ausgemacht werden, warum etwas stärker strebt als ein anderes, der Grund muss also im System der Ko Ordination (der gegenseitigen Hemmungen) gesucht werden.
Daraus folgt, dass immer diejenige Verbindung der Dinge existiert, in der am meisten existiert.


Lei II
G. W. Leibniz
Philosophical Texts (Oxford Philosophical Texts) Oxford 1998

Holz II
Hans Heinz Holz
Descartes Frankfurt/M. 1994

Lei I
H. H. Holz
Leibniz Frankfurt 1992
Letztbegründung Nozick II 131 ff
Erklärung/Letztbegründung/Leibniz/Existenz/Nozick: 1. Inegalitäre Theorie: Auszeichnung des Etwas vor dem Nichts. 2. Egalitäre Theorie: (Wahrscheinlichkeitstheorie): Nichts ist gleichberechtigt: wenn verschiedene Möglichkeiten angenommen werden, dann ist nichts sehr unwahrscheinlich, weil nur eine von vielen Möglichkeiten bestehen kann. - Reichhaltigkeit: Alle Möglichkeiten sind verwirklicht. - Voraussetzung: mögliche Welten sind getrennt, sonst Widersprüche - Reich der Möglichkeiten umfasst mögliche Welten - zusätzlich: Prinzip der Invarianz: sonst gibt es mögliche Welten, die Möglichkeiten ausschließen: Beschränkte Reichhaltigkeit/Selbst-Subsumierung: Geltung wegen Anwendung, Referenz und Lieferung durch sich selbst. - Dann ist Existenz keine nackte Tatsache und nicht willkürlich (wegen Invarianz).
II 137
Erklärung/Letztbegründung/Nozick: Problem: die verschiedenen beschränkten Reichhaltigkeiten gelten alle jeweils wegen ihrer Beschränkung und wegen ihrer Geltung und wegen ihres speziellen Invarianzprinzips. - Das ist gerade das Merkmal der Reflexivität.
II 138
Erklärung/Letztbegründung/Nozick: es ist keine Schande, dass Zirkularität am Ende auftritt, wenn sie nur in der Mitte vermieden wird. - Sie sollte nicht ein Zusatz sein ("und das sind alle"). - Satz vom zureichenden Grund: jede Wahrheit hat eine Erklärung.
II 278
Selbstsubsumtion/Selbstbegründung/Letztbegründung/Nozick: Selbstsubsumtion ist ein Zeichen für Fundamentalität, nicht für Wahrheit. - Etwas kann in einer Dimension fundamental sein, ohne fundamental in einer anderen zu sein. - Ein fundamentales Prinzip braucht nicht "nichtzirkulär" zu sein. - In verschiedenen Reichen gelten verschiedene Relationen, Ordnungen und Verbindungen. - Bsp Rechtfertigung, Erklärung, Belege.

No I
R. Nozick
Philosophical Explanations Oxford 1981

No II
R., Nozick
The Nature of Rationality 1994
Mechanism Design KI-Forschung Norvig I 679
Mechanism Design/KI-Forschung/Norvig/Russell: Ein Spiel entwerfen, dessen Lösungen darin bestehen, dass jeder Agent seine eigene rationale Strategie verfolgt, und die zur Maximierung einer globalen Nutzenfunktion führen. Dieses Problem wird als Mechanism Design oder manchmal auch als inverse Spieltheorie bezeichnet. Mechanism Design ist ein wesenlicher Bestandteil der Wirtschafts- und Politikwissenschaft. Das Einmaleins des Kapitalismus besagt, dass der Gesamtwohlstand der Gesellschaft steigt, wenn jeder versucht, reich zu werden. Aber (...) Beispiele (...) zeigen, dass richtiges Mechanism Design notwendig ist, um die Unsichtbare Hand auf Kurs zu halten. Für Ansammlungen von Agenten erlaubt uns das Mechanism Design, intelligente Systeme aus einer Ansammlung begrenzter Systeme - sogar von unkooperativen Systemen - zu konstruieren, ähnlich wie menschliche Teams Ziele erreichen können, die über die Reichweite jedes Einzelnen hinausgehen. Beispiele für Mechanism Design sind die Versteigerung von billigen Flugtickets, die Weiterleitung von TCP-Paketen zwischen Computern, die Entscheidung, wie medizinische Fachkräfte Krankenhäusern zugewiesen werden, und die Entscheidung, wie Roboterfußballspieler mit ihren Teamkollegen zusammenarbeiten. Mechanism Design wurde in den 1990er Jahren mehr als nur ein rein akademisches Thema, als mehrere Nationen, die mit dem Problem der Versteigerung von Lizenzen für die Ausstrahlung in verschiedenen Frequenzbändern konfrontiert waren, aufGrund eines unzureichenden Mechanism Designs Hunderte von Millionen Dollar an potenziellen Einnahmen verloren. Formell besteht ein Mechanismus aus (1) einer Sprache zur Beschreibung der zulässigen Strategien, die die Agenten anwenden dürfen, (2) einem ausgewählten Agenten, dem sogenannten Zentrum, das Berichte über die Strategiewahl von den im Spiel befindlichen Agenten sammelt, und (3) einer allen Agenten bekannten Ergebnisregel, die das Zentrum zur Bestimmung der Payoffs an jeden Agenten in Anbetracht ihrer Strategiewahl verwendet. >Spieltheorie/KI-Forschung.
Norvig I 688
Der Alfred-Nobel-Gedächtnispreis für Wirtschaftswissenschaften ging 2007 an Hurwicz, Maskin und Myerson, "weil sie die Grundlagen der Theorie des Mechanism Designs gelegt haben" (Hurwicz, 1973)(1). Die Tragik der Allmende, ein motivierendes Problem für das Gebiet, wurde von Hardin (1968)(2) dargestellt. Das Offenbarungsprinzip geht auf Myerson (1986)(3) zurück, und das Einkommens-Äquivalenz-Theorem wurde von Myerson (1981)(4) und Riley und Samuelson (1981)(5) unabhängig voneinander entwickelt. Zwei Wirtschaftswissenschaftler, Milgrom (1997)(6) und Klemperer (2002(7)), schreiben über die multimilliardenschweren Frequenzauktionen, an denen sie beteiligt waren. Mechanism Design wird bei der Planung von Multiagenten (Hunsberger und Grosz, 2000(8); Stone et al., 2009(9)) und bei der Terminierung (Rassenti et al., 1982)(10) verwendet. Varian (1995)(11) gibt einen kurzen Überblick mit Verbindungen zur Informatik-Literatur, und Rosenschein und Zlotkin (1994)(12) stellen eine buchfüllende Abhandlung mit Anwendungen zur verteilten KI (distributed AI) vor.
Einschlägige Arbeiten zur verteilten KI werden auch unter anderen Namen geführt, darunter kollektive Intelligenz (Tumer und Wolpert, 2000(13); Segaran, 2007(14)) und marktbasierte Kontrolle (Clearwater, 1996)(15).
Seit 2001 gibt es eine jährliche Trading Agents Competition (TAC), bei dem die Vertreter versuchen, aus einer Reihe von Auktionen den besten Gewinn zu ziehen (Wellman et al., 2001(16) ; Arunachalam und Sadeh, 2005)(17). Veröffentlichungen zu Berechnungsfragen bei Auktionen werden oft bei den ACM-Konferenzen über Electronic Commerce vorgestellt.


1. Hurwicz, L. (1973). The design of mechanisms for resource allocation. American Economic Review Papers and Proceedings, 63(1), 1-30.
2. Hardin, G. (1968). The tragedy of the commons. Science, 162, 1243-1248.
3. Myerson, R. (1986). Multistage games with communication. Econometrica, 54, 323–358.
4. Myerson, R. (1981). Optimal auction design. Mathematics of Operations Research, 6, 58–73.
5. Riley, J. and Samuelson, W. (1981). Optimal auctions. American Economic Review, 71, 381–392.
6. Milgrom, P. (1997). Putting auction theory to work: The simultaneous ascending auction. Tech. rep.
Technical Report 98-0002, Stanford University Department of Economics.
7. Klemperer, P. (2002). What really matters in auction design. J. Economic Perspectives, 16(1).
8. Hunsberger, L. and Grosz, B. J. (2000). A combinatorial auction for collaborative planning. In Int.
Conference on Multi-Agent Systems (ICMAS-2000).
9. Stone, P., Kaminka, G., and Rosenschein, J. S. (2009). Leading a best-response teammate in an ad hoc team. In AAMAS Workshop in Agent Mediated Electronic Commerce.
10. Rassenti, S., Smith, V., and Bulfin, R. (1982). A combinatorial auction mechanism for airport time slot allocation. Bell Journal of Economics, 13, 402-417.
11. Varian, H. R. (1995). Economic mechanism design for computerized agents. In USENIX Workshop on
Electronic Commerce, pp. 13-21.
12. Rosenschein, J. S. and Zlotkin, G. (1994). Rules of Encounter. MIT Press.
13. Tumer, K. and Wolpert, D. (2000). Collective intelligence and braess’ paradox. In AAAI-00, pp. 104-
109.
14. Segaran, T. (2007). Programming Collective Intelligence: Building Smart Web 2.0 Applications. O’Reilly. 15. Clearwater, S. H. (Ed.). (1996). Market-Based Control. World Scientific.
16. Wellman, M. P., Wurman, P., O’Malley, K., Bangera, R., Lin, S., Reeves, D., and Walsh, W. (2001). A trading agent competition. IEEE Internet Computing.
17. Arunachalam, R. and Sadeh, N. M. (2005). The supply chain trading agent competition. Electronic
Commerce Research and Applications, Spring, 66-84.

Norvig I
Peter Norvig
Stuart J. Russell
Artificial Intelligence: A Modern Approach Upper Saddle River, NJ 2010
Prinzipien Leibniz Holz I 47
Prinzip/Beweis/Leibniz: von den Prinzipien der Identität und der Erfahrung (Mannigfaltigkeit wird von mir wahrgenommen) kann bewiesen werden, 1. dass ein Beweis ihrer unmöglich ist,
2. dass alle anderen Sätze von ihnen abhängen. (Wenn sie nicht wahr sind, gibt es überhaupt keine Erkenntnis).
I 47
Identitätsprinzip/Leibniz: ist nicht aus den Sinnen abgeleitet, sondern mit den Sinnen gesetzt.
Holz I 56
Reflexive Prinzipien/Leibniz: 1. die Annahme, dass der Syllogismus gültig ist, 2. dass der Widerspruch widersinnig ist.
I 57
Das ist aber formal und führt noch nicht zu inhaltlicher positiver Setzung des material Wahren.
Holz I 66
Vernunftwahrheiten/Leibniz: hier gibt es zwei große Prinzipien: 1. Das Prinzip der Widerspruchsfreiheit
2. das Prinzip des bestimmenden Grundes. (zureichender Grund).
I 67
"obgleich diese bestimmenden Gründe meist nicht hinlänglich bekannt sind, so sehen wir doch ein, dass sie vorhanden sind!" Die Einsicht in die Existenz des Grundes ist a priori, denn der Grund ist nichts anderes als das Insein (inesse) des Bestimmungsmoments in der entsprechenden Tatsache. (>ratiocinatio: Reduktion auf identische Sätze).

Lei II
G. W. Leibniz
Philosophical Texts (Oxford Philosophical Texts) Oxford 1998

Holz II
Hans Heinz Holz
Descartes Frankfurt/M. 1994

Lei I
H. H. Holz
Leibniz Frankfurt 1992
Qualitäten Hume Deleuze I 97
Qualitäten/HumeVsLocke: Vs Unterscheidung primäre/sekundäre Qualitäten - (Wahrnehmung erlaubt die Unterscheidung nicht) HumeVsSubstanz.
Deleuze I 105
Negation: der Negation des >Satzes vom zureichenden Grund entspricht die Negation der >primären Qualitäten.
D. Hume
I Gilles Delueze David Hume, Frankfurt 1997 (Frankreich 1953, 1988)
II Norbert Hoerster, "Hume: Existenz und Eigenschaften Gottes" aus J. Speck(Hg) Grundprobleme der großen Philosophen der Neuzeit I Göttingen, 1997

Deleuze I
Gilles Deleuze
Felix Guattari
Was ist Philosophie? Frankfurt/M. 2000

Hum I
G. Deleuze
David Hume , Frankfurt 1997
Rechtfertigung Leibniz Holz I 68
Tatsachenwahrheiten/Leibniz: auch hier soll nun aber der Satz vom zureichenden Grund gelten, obwohl Vernunftwahrheiten hier nicht zum Zuge kommen. Hier ist das "auch" wichtig: es besagt etwas über den logischen Status von Tatsachenwahrheiten als einer Art Vernunftwahrheiten.
Tatsachenwahrheiten/Leibniz: sind nun aber von Vernunftwahrheiten unterschieden als ihr Gegenteil! (Nämlich als logisch nicht begründbar). >Hinreichendes/Leibniz - >Gründe/Leibniz, >Wahrheit/Leibniz, >Prinzipien/Leibniz.

Lei II
G. W. Leibniz
Philosophical Texts (Oxford Philosophical Texts) Oxford 1998

Holz II
Hans Heinz Holz
Descartes Frankfurt/M. 1994

Lei I
H. H. Holz
Leibniz Frankfurt 1992
Risiken Rawls I 168
Risiken/Rawls: In der Anfangssituation einer zu errichtenden Gesellschaft, wenn die Mitglieder sich hinter einem Schleier des Nichtwissens in Bezug auf ihre spätere Position befinden, ist es zunächst so, dass jeder sehr wohl Informationen über seine eigenen Fähigkeiten hat. Es ist daher nicht anzunehmen, dass alle die gleichen Chancen in Bezug darauf haben, als wer sie sich später herausstellen. Jedenfalls hat ein Neuankömmling das Wissen über seine Fähigkeiten und stützt seine Risikoeinschätzungen auf dieses Wissen. Aber im letzten Stadium der Anfangssituation herrscht vollständiges Nichtwissen über kontingente Tatsachen, die Konstruktion der individuellen Erwartungen stützt sich lediglich auf das Prinzip des unzureichenden Grunds (principle of insufficient reason). Dieses Prinzip dient dazu, Wahrscheinlichkeiten unter Fehlen jeglicher Information einzuschätzen.
Def Prinzip des unzureichenden Grundes: unter Bedingungen des Fehlens jeglicher Information sind alle möglichen Resultate gleich wahrscheinlich.
I 169
Anfangssituation/Rawls: dann können wir verschiedene Arten von Information innerhalb eines strikt probabilistischen Rahmens verknüpfen und Schlüsse über Wahrscheinlichkeiten ohne darüber hinausgehendes Wissen ziehen. (Siehe W. Feller, Probability and Profit, pp. 27f). VsPrinzip des unzureichenden Grunds: siehe J. M. Keynes, A Treatise on Probability, London, 1921, ch. IV.
Lösung/Carnap: ein alternatives System induktiver Logik mit anderen theoretischen Mitteln als denen des klassischen Prinzips: R. Carnap, Logical Foundations of Probability, 2nd. Ed. Chicago, 1962.
Prinzip des unzureichendes Grundes/Rawls: schließt aus, dass anfänglich Möglichkeiten außer Acht gelassen werden.
Lösung/Rawls in der Anfangssituation haben wir nach der Theorie der Gerechtigkeit als Fairness die Möglichkeit, die zwei Prinzipien der Gerechtigkeit zu akzeptieren, dann können die Unwägbarkeiten umgangen werden: Vgl.

I 61
Prinzipien/Gerechtigkeit/Rawls: vorläufige Formulierung: 1. Jede Person muss das gleiche Recht auf weitest gehende Grundlegende Freiheit haben, soweit sie mit gleicher Freiheit für andere kompatibel ist.
2. Soziale und ökonomische Ungleichheiten sind so zu arrangieren, dass sie
a) vernünftig erwartbar zu jedermanns Vorteil sind und
b) mit Positionen und Verwaltungsvorgängen verknüpft sind, die von jedermann inne gehabt werden können.

Damit können Grundlegende Freiheiten garantiert werden.


Rawl I
J. Rawls
A Theory of Justice: Original Edition Oxford 2005
Spieltheorie KI-Forschung Norvig I 666
Spieltheorie/KI-Forschung/Norvig/Russell: Problem: Unsicherheit, die nicht nur auf die Umwelt, sondern auch auf andere Agenten und deren Entscheidungen zurückzuführen ist. Information: Grundbegriffe sind hier perfekte und imperfekte Information.
Agenten-Design: Die Spieltheorie kann die Entscheidungen des Agenten analysieren und den erwarteten Nutzen für jede Entscheidung berechnen (unter der Annahme, dass andere Agenten nach der Spieltheorie optimal handeln).
Norvig I 667
Mechanism Design: Wenn eine Umgebung von vielen Agenten genutzt wird, könnte es möglich sein, die Regeln der Umgebung (d.h. das Spiel, welches die Agenten spielen müssen) so zu definieren, dass das kollektive Wohl aller Agenten maximiert wird, wenn jeder Agent die spieltheoretische Lösung annimmt, die seinen eigenen Nutzen maximiert. Spiele mit einem Spielzug: Eine Partie mit einem Zug wird durch drei Komponenten definiert:
Spieler oder Agenten, die Entscheidungen treffen werden.
Handlungen, die die Spieler wählen können.
Eine Payoff-Funktion, die jedem Spieler den Nutzen für jede Kombination von Handlungen aller Spieler angibt. Bei Spielen mit nur einem Zug kann die Payoff-Funktion durch eine Matrix dargestellt werden - eine Repräsentation, die als strategische Form (auch als Normalform bezeichnet) bekannt ist.
Strategie: Jeder Spieler in einem Spiel muss eine Strategie wählen und dann ausführen (so wird in der Spieltheorie eine policy genannt). Eine reine Strategie ist eine deterministische policy; bei einem Spiel mit einem Zug entspricht eine reine Strategie nur eine einzige Handlung. Bei vielen Spielen kann ein Agent mit einer gemischten Strategie besser abschneiden, d.h. mit einer randomisierten policy, bei der die Handlungen gemäß einer Wahrscheinlichkeitsverteilung ausgewählt werden.
Strategie-Profil: Ein Strategieprofil ist eine Zuweisung einer Strategie an jeden Spieler; wenn E das Strategieprofil ist, ist das Ergebnis des Spiels ein numerischer Wert für jeden Spieler.
Norvig I 668
Lösung: Eine Lösung für ein Spiel ist ein Strategieprofil, in dem jeder Spieler eine rationale Strategie anwendet. Es ist wichtig zu erkennen, dass die Ergebnisse tatsächliche Ergebnisse eines Spiels sind, während Lösungen theoretische Konstrukte sind, die zur Analyse eines Spiels verwendet werden. Rationalität: (...) einige Spiele haben nur bei gemischten Strategien eine Lösung. Aber das bedeutet nicht, dass ein Spieler buchstäblich eine gemischte Strategie anwenden muss, um rational zu sein. Vgl. >Gefangenendilemma.
Dominante Strategie: Wir sagen, dass eine Strategie s für den Spieler p die Strategie s' stark dominiert, wenn das Ergebnis von s besser für p ist als das Ergebnis vons', und zwar bei jeder Wahl von Strategien durch den/die anderen Spieler. Die Strategie s dominiert s' schwach, wenn s bei mindestens einem Strategieprofil besser als s' ist und bei keinem anderen schlechter. Eine dominante Strategie ist eine Strategie, die alle anderen dominiert. Es ist irrational, eine dominierte Strategie zu spielen, und irrational, eine dominante Strategie nicht zu spielen, wenn eine existiert.
Pareto-Optimum: Wir sagen, dass ein Ergebnis pareto-optimal ist, wenn es kein anderes Ergebnis gibt, das alle Spieler bevorzugen würden. Ein Ergebnis ist von einem anderen Ergebnis pareto-dominiert, wenn alle Spieler das andere Ergebnis bevorzugen würden.
Gleichgewicht (equilibrium): Wenn jeder Spieler eine dominante Strategie hat, wird die Kombination dieser Strategien als Gleichgewicht dominanter Strategien (dominant strategy equilibrium) bezeichnet. Im Allgemeinen bildet ein Strategieprofil ein Gleichgewicht, wenn kein Spieler durch einen Strategiewechsel profitieren kann, da jeder andere Spieler bei der gleichen
Norvig I 669
Strategie bleibt. Ein Gleichgewicht ist im Wesentlichen ein lokales Optimum im Raum der policies; es ist die Gipfelspitze, die entlang jeder Dimension nach unten abfällt, wobei eine Dimension den strategischen Entscheidungen eines Spielers entspricht. Nash-Gleichgewicht: Der Mathematiker John Nash (1928-[2015]) bewies, dass jedes Spiel mindestens ein Gleichgewicht hat. Zweifellos ist ein Gleichgewicht dominanter Strategien ein Nash-Gleichgewicht (...), aber einige Spiele haben zwar Nash-Gleichgewichte, aber keine dominanten Strategien.
Norvig I 670
Koordinationsspiele: sind Spiele, bei denen die Spieler kommunizieren müssen. Maximin-Technik/von Neumann: zuerst wählt E ihre Strategie aus und verrät sie O. Dann wählt O seine Strategie aus, wobei er die Strategie von E kennt. Schließlich bewerten wir den erwarteten Payoff des Spiels auf der Grundlage der gewählten Strategien. Nehmen wir an, dies ergibt ein Ergebnis UE,O. Dieses Spiel begünstigt eindeutig O, sodass der wahre Nutzen U des ursprünglichen Spiels (aus der Sicht von E) mindestens UE,O ist. Wenn wir beispielsweise nur die reinen Strategien betrachten, hat der Minimax-Spielbaum einen Wurzelwert von -3 (...), sodass wir wissen, dass U ≥ -3 ist. Nehmen wir nun an, wir ändern die Regeln, um O zu zwingen, seine Strategie zuerst aufzudecken, gefolgt von E. Dann ist der Minimax-Wert dieses Spiels UO,E, und da dieses Spiel E begünstigt, wissen wir, dass U höchstens UO,E ist. Bei reinen Strategien beträgt der Wert +2 (...), sodass wir wissen, dass U ≤ +2 ist.
Wenn wir diese beiden Argumente kombinieren, sehen wir, dass der wahre Nutzen U der Lösung des ursprünglichen Spiels UE,O ≤ U ≤ UO,E oder in diesem Fall - 3 ≤ U ≤ 2 entsprechen muss.
Norvig I 679
Inverse Spieltheorie: Ein Spiel designen, dessen Lösungen, die darin bestehen, dass jeder Agent seine eigene rationale Strategie verfolgt, zur Maximierung einer globalen Nutzenfunktion führen. Dieses Problem wird als Mechanism Design oder manchmal auch als inverse Spieltheorie bezeichnet. Mechanism Design ist ein wesenlicher Bestandteil der Wirtschafts- und Politikwissenschaft. Das Kapitalismus 1x1 besagt, dass der Gesamtwohlstand der Gesellschaft steigt, wenn jeder versucht, reich zu werden. Aber (...) Beispiele (...) zeigen, dass richtiges Mechanism Design notwendig ist, um die Unsichtbare Hand auf Kurs zu halten. Für Ansammlungen von Agenten erlaubt uns das Mechanism Design, intelligente Systeme aus einer Ansammlung begrenzter Systeme - sogar von unkooperativen Systemen - zu konstruieren, ähnlich wie menschliche Teams Ziele erreichen können, die über die Reichweite jedes Einzelnen hinausgehen. Beispiele für Mechanism Design sind die Versteigerung von billigen Flugtickets, die Weiterleitung von TCP-Paketen zwischen Computern, die Entscheidung, wie medizinische Fachkräfte Krankenhäusern zugewiesen werden, und die Entscheidung, wie Roboterfußballspieler mit ihren Teamkollegen zusammenarbeiten. Mechanism Design wurde in den 1990er Jahren mehr als nur ein rein akademisches Thema, als mehrere Nationen, die mit dem Problem der Versteigerung von Lizenzen für die Ausstrahlung in verschiedenen Frequenzbändern konfrontiert waren, aufGrund eines unzureichenden Mechanism Designs Hunderte von Millionen Dollar an potenziellen Einnahmen verloren. Formell besteht ein Mechanismus aus (1) einer Sprache zur Beschreibung der zulässigen Strategien, die die Agenten anwenden dürfen, (2) einem ausgewählten Agenten, dem sogenannten Zentrum, das Berichte über die Strategiewahl von den im Spiel befindlichen Agenten sammelt, und (3) einer allen Agenten bekannten Ergebnisregel, die das Zentrum zur Bestimmung der Payoffs an jeden Agenten in Anbetracht ihrer Strategiewahl verwendet.
Norvig I 687
Die Wurzeln der Spieltheorie lassen sich auf Vorschläge zurückführen, die Christiaan Huygens und Gottfried Leibniz im 17. Jahrhundert gemacht haben, um kompetitive und kooperative menschliche Interaktionen wissenschaftlich und mathematisch zu untersuchen. Die ersten formalen Ergebnisse in der Spieltheorie gehen auf Zermelo (1913)(1) zurück (der im Jahr zuvor eine Form der Minimax-Suche für Spiele vorgeschlagen hatte, wenn auch eine inkorrekte). Emile Borel (1921)(2) führte den Begriff der gemischten Strategie ein. John von Neumann (1928)(3) bewies, dass jedes von zwei Personen gespielte Nullsummen-Spiel bei gemischten Strategien ein maximales Gleichgewicht und einen genau definierten Wert hat. Von Neumanns Zusammenarbeit mit dem Ökonomen Oskar Morgenstern führte 1944 zur Veröffentlichung der Theory of Games and Economic Behavior(4), dem für die Spieltheorie prägenden Buch.


1. Zermelo, E. (1913). Uber Eine Anwendung der Mengenlehre auf die Theorie des Schachspiels. In
Proc. Fifth International Congress of Mathematicians, Vol. 2, pp. 501-504.
2. Borel, E. (1921). La th´eorie du jeu et les équations intégrales à noyau symétrique. Comptes Rendus
Hebdomadaires des Séances de l’Académie des Sciences, 173, 1304-1308.
3. von Neumann, J. (1928). Zur Theorie der Gesellschaftsspiele. Mathematische Annalen, 100(295-320).
4. von Neumann, J. and Morgenstern, O. (1944). Theory of Games and Economic Behavior (first edition). Princeton University Press.

Norvig I
Peter Norvig
Stuart J. Russell
Artificial Intelligence: A Modern Approach Upper Saddle River, NJ 2010
Theorien Duhem I XIII
Theorie/Duhem: These: Als Ziel der physikalischen Theoriebildung kann nicht die Erkenntnis der Wirklichkeit festgehalten werden, weil man sich damit in einem metaphysischen Begriffsfeld bewegen würde, sondern der Entwurf eines formalen Systems, das optimale Ordnungseigenschaften für die Erscheinungswelt hat. Die Struktur der Wissenschaft ist ein ganzheitlicher Zusammenhang, keine Zusammenstellung einzelner Sätze, deren Wahrheitswerte isoliert bestimmt würden. Nur das Ganze der Wissenschaft kann der Gesamtheit von Sachverhalten gegenübergestellt werden und geprüft werden.
Beobachtungen sind "theoriegeladen".
Theorien sind nicht induktiv gewonnene Erfahrungserkenntnisse, sondern Entwürfe des menschlichen Geistes, Übereinkünfte formaler Art, deren empirische Brauchbarkeit sich erst in der Praxis herausstellt. Konventionalistische Wissenschafts-Auffassung, dennoch VsPoincaré: es ist nicht der definitorische Status der Grundgesetze, der sie der Revision entzieht, solche Revisionen, auch der Grundgesetze, können nötig und sinnvoll werden, sie können nur nicht experimentell erzwungen werden!
I XVII
Abgrenzung von der Metaphysik, die eine Widerlegung durch Beobachtung nicht zulässt. (auch Popper, 1934) Autonomie der Physik. Heute würde man sagen: Theorie soll Phänomene erklären. Die Leistung von Theorien bzw. Gesetzen kann durch die logische Verknüpfung mit überprüfbaren Aussagen gekennzeichnet werden. Dafür bei Duhem(im Gegensatz zum heutigen Sprachgebrauch): "Beschreibung".
"Erklärung"/Duhem : reserviert für den Erkenntnisanspruch der Metaphysiker.
Metaphysik: (DuhemVs): Prämissen müssen ontologisch ausgezeichnet werden, sie müssen "Dinge an sich" betreffen. Beobachtbare Eigenschaften werden so "erklärt" , dass sie auf eine andere (nicht beobachtbare) Realitätsschicht zurück geführt werden. Bsp "Äther", Wärme: Atombewegung. Das ist der cartesianische Erklärungsbegriff, den Duhem der Physik aber nicht zubilligt!
Sein Physikkonzeption ist antimetaphysisch, im Gegensatz zu Mach hält er aber die Metaphysik nicht für sinnlos.
I 22
Def Physikalische Theorie/Duhem: Eine physikalische Theorie ist keine Erklärung. Sie ist ein System mathematischer Lehrsätze, die aus einer kleinen Zahl von Prinzipien abgeleitet werden und den Zweck haben, eine zusammengehörige Gruppe experimenteller Gesetze ebenso einfach, wie vollständig und genau darzustellen.
I 22
Eine richtige Theorie erklärt nicht die Wirklichkeit, sondern stellt eine Gruppe experimenteller Gesetze befriedigend dar. Eine falsche Theorie ist eine Gruppe von Gleichungen, die nicht mit den experimentellen Gesetzen übereinstimmen. (Vergleich mit der Wirklichkeit wäre Metaphysik).
I 29
Revision einer Theorie: die Beziehungen bleiben, ihre Natur wird aber anders verstanden.
I 37
Theorien/Duhem: bestehen aus 2 Teilen a) beschreibend
b) erklärend.
Der erklärende Teil bildet bei weitem nicht die zureichende Grundlage des beschreibenden. Er ist nicht der Same oder die Wurzel.


Duh I
P. Duhem
Ziel und Struktur der physikalischen Theorien Hamburg 1998
Unendlichkeit Hegel, G. W. F. Holz I 87
Unendlich/Scholastik/Holz: ließ ein synkategorematisches, aber kein kategorematisches Unendliches zu ((s) d.h. dass "unendlich" immer zusammen mit der Idee einer Einheit auftreten kann.) Das wahrhaft Unendliche ist keine Modifikation sondern das Absolute.
Holz I 87
Schlechte Unendlichkeit/Hegel: bloßer Fortgang der Addition. Holz: das muss metaphysisch fundiert werden durch das Prinzip des zureichenden Grundes, demgemäß die Vielheit auf die Einheit des Ursprungs zurückgeführt wird.


Holz II
Hans Heinz Holz
Descartes Frankfurt/M. 1994

Lei I
H. H. Holz
Leibniz Frankfurt 1992
Wahrscheinlichkeit Rawls I 172
Wahrscheinlichkeit/Philosophie/Gesellschaft/Gerechtigkeit/Rawls: dass Wahrscheinlichkeit in der Theorie der Gerechtigkeit und der Philosophie eine Rolle spielt ist Konsequenz der Vertragstheorie, die Moralphilosophie als Teil der Theorie der rationalen Wahl auffasst. Der Schleier des Nichtwissens (die Mitglieder der Anfangssituation einer zu errichtenden Gesellschaft wissen nichts über ihre spätere Position) führt geradenwegs zum Problem der Entscheidung unter Ungewissheit. Problem: wir dürfen nicht zulassen, dass die von uns gewählten Prinzipien von der Risikobereitschaft der Individuen abhängen. Es muss eine Risikoeinschätzung geben, diese darf aber nicht von den einzelnen Individuen abhängen.
Wahrscheinlichkeitsabschätzung/Rawls: muss auf bekannten Tatsachen beruhen.
I 173
Wir brauchen objektive Gründe; insbesondere, weil die Individuen wünschen, dass ihre Entscheidungen plausibel für andere sind. Die Informationen sollen aber aus dem Prinzip des unzureichenden Grunds) gleiche Wahrscheinlichkeitsverteilung für alle unbekannten Möglichkeiten) stammen und nicht aus der Kenntnis kontingenter Tatsachen. Problem: bei der Einschätzung muss es zuletzt um die Einschätzung eines einzelnen Individuums gehen, wir haben aber nur die von jeweils wechselnden Personen. Rawls: Im Moment habe ich dafür keine Lösung.
I 174
Perspektive/Rawls: Problem: wir können uns zwar in die Situation eines anderen versetzen, wir können aber nicht seine Situation inklusive seines Charakters und aller Umstände bewerten, ohne jeglichen Bezug auf die Details unserer eigenen Konzeption von dem, was ein Gut ist. Der Wert der Umstände von anderen ist nicht, wie die Konstruktion erwarten ließe, der Wert der Umstände für den anderen selbst.

Rawl I
J. Rawls
A Theory of Justice: Original Edition Oxford 2005
Wahrscheinlichkeitstheorie Norvig Norvig I 503
Wahrscheinlichkeitstheorie/Norvig/Russell: Die Wahrscheinlichkeitstheorie wurde erfunden, um Glücksspiele zu analysieren. Um 850 n. Chr. beschrieb der indische Mathematiker Mahaviracarya, wie man ein Set von Wetten eingeht, die man nicht verlieren kann (was wir heute ein Dutch Book nennen). In Europa wurden die ersten bedeutenden systematischen Analysen von Girolamo Cardano um 1565 erstellt, die Veröffentlichung erfolgte jedoch erst posthum (1663). Zu dieser Zeit hatte sich die Wahrscheinlichkeit durch eine Reihe von
Norvig I 504
Ergebnissen, die in einem berühmten Briefwechsel zwischen Blaise Pascal und Pierre de Fermat 1654 festgestellt wurden, als mathematische Disziplin etabliert. Wie die Wahrscheinlichkeit selbst, waren auch die Ergebnisse zunächst durch Glücksspielprobleme motiviert (...). Das erste veröffentlichte Lehrbuch über die Wahrscheinlichkeit war De Ratiociniis in Ludo Aleae (Huygens, 1657)(1). Die "Faulheit und Unwissenheit"-Sichtweise der Unsicherheit wurde von John Arbuthnot im Vorwort seiner Übersetzung von Huygens (Arbuthnot, 1692)(2) beschrieben: "Es ist unmöglich, dass ein Würfel mit einer so bestimmten Kraft und Richtung nicht auf diese bestimmte Seite fällt, nur kenne ich die Kraft und Richtung nicht, die ihn auf diese bestimmte Seite fallen lässt, und deshalb nenne ich es Zufall, der nichts anderes ist als der Mangel an Kunst...".
Laplace (1816)(3) gab einen außergewöhnlich genauen und modernen Überblick über die Wahrscheinlichkeit; er war der erste, der das Beispiel "Nimm zwei Urnen, A und B, die erste enthält vier weißen und zwei schwarzen Kugeln,... " Der Pastor Thomas Bayes (1702-1761) führte die nach ihm benannte Regel für das Denken über bedingte Wahrscheinlichkeiten ein (Bayes, 1763)(4). Bayes betrachtete nur den Fall von einheitlichen Prioren; es war Laplace, der unabhängig den allgemeinen Fall entwickelte.
Kolmogorov (1950(5), erstmals 1933 in deutscher Sprache veröffentlicht) stellt erstmals die Wahrscheinlichkeitstheorie in einem streng axiomatischen Rahmen vor. Rényi (1970)(6) stellte später eine axiomatische Darstellung zur Verfügung, die nicht die absolute, sondern die bedingte Wahrscheinlichkeit als primitiv ansah.
Objektivismus: Pascal benutzte die Wahrscheinlichkeit in einer Weise, die sowohl die objektive Interpretation als eine auf Symmetrie oder relativer Häufigkeit basierende Eigenschaft der Welt, als auch die subjektive Interpretation, basierend auf dem Grad der Überzeugung, erforderte - erstere in seinen Analysen der Wahrscheinlichkeiten in Glücksspielen, letztere in dem berühmten "Pascals Wette"-Argument über die mögliche Existenz Gottes. Pascal erkannte jedoch nicht klar die Unterscheidung zwischen diesen beiden Interpretationen. Die Unterscheidung wurde erstmals von James Bernoulli (1654-1705) deutlich gemacht.
Subjektivismus: Leibniz führte den "klassischen" Begriff der Wahrscheinlichkeit als Anteil der aufgezählten, gleichwahrscheinlichen Fälle ein, der auch von Bernoulli verwendet wurde, obwohl er von Laplace (1749-1827) in den VorderGrund gerückt wurde. Dieser Begriff ist mehrdeutig zwischen der Frequenzinterpretation und der subjektiven Interpretation. Die Fälle können als gleich wahrscheinlich angesehen werden, entweder aufGrund einer natürlichen, physikalischen Symmetrie zwischen ihnen, oder einfach, weil wir keine Kenntnisse haben, die uns dazu bringen würden, den einen Fall für wahrscheinlicher zu halten als den anderen.
Indifferenzprinzip: Die Verwendung dieser letzteren, subjektiven Betrachtung zur Rechtfertigung der Zuweisung gleicher Wahrscheinlichkeiten ist als Indifferenzprinzip bekannt. Das Prinzip wird oft Laplace zugeschrieben, aber er hat das Prinzip nie explizit isoliert.
Prinzip vom unzureichenden Grund: George Boole und John Venn haben beide [das Indifferenzprinzip] als das Prinzip vom unzureichenden Grund bezeichnet; der moderne Name geht auf Keynes (1921)(7) zurück.
Objektivismus/Subjektivismus: Die Debatte zwischen Objektivisten und Subjektivisten wurde im 20. Jahrhundert schärfer. Kolmogorov (1963)(8), R. A. Fisher (1922)(9) und Richard von Mises (1928)(10) waren Verfechter der relativen Häufigkeitsinterpretation.
Propensität: Karl Poppers (1959(11), erstmals 1934 in deutscher Sprache veröffentlicht) "Propensität(s)"-Interpretation verfolgt relative Frequenzen auf eine zuGrunde liegende physikalische Symmetrie zurück.
Grad der Überzeugung (degree of belief): Frank Ramsey (1931)(12), Bruno de Finetti (1937)(13), R. T. Cox (1946)(14), Leonard Savage (1954)(15), Richard Jeffrey (1983)(16) und E. T. Jaynes (2003)(17) interpretierten Wahrscheinlichkeiten als Grad der Überzeugung von bestimmten Individuen. Ihre Analysen des Gras der Überzeugung waren eng mit Nutzen und Verhalten - insbesondere mit der Wettbereitschaft - verknüpft.
Subjektivismus: Rudolf Carnap bot in Anlehnung an Leibniz und Laplace eine andere Art der subjektiven Interpretation von Wahrscheinlichkeit an - nicht als den Grad der Überzeugung eines tatsächlichen Individuums, sondern als den Grad der Überzeugung, den ein idealisiertes Individuum in einem bestimmten Satz a bei einem bestimmten Beweismittel e haben sollte.
Norvig I 505
Bestätigungsgrad: Carnap versuchte, weiter als Leibniz oder Laplace zu gehen, indem er diesen Begriff des Bestätigungsgrades mathematisch präzise machte, als logische Beziehung zwischen a und e. Induktion/Induktive Logik: Die Untersuchung dieser Beziehung sollte eine mathematische Disziplin darstellen, die induktive Logik genannt wurde, analog zur gewöhnlichen deduktiven Logik (Carnap, 1948(18), 1950(19)). Carnap war nicht in der Lage, seine induktive Logik besonders weit über den propositionalen Fall hinaus auszudehnen, und Putnam (1963)(20) zeigte durch kontradiktorische Argumente, dass einige Grundlegende Schwierigkeiten eine strikte Ausdehnung auf Sprachen, die in der Lage sind, Arithmetik auszudrücken, verhindern würden.
Unsicherheit: Das Theorem von Cox (1946)(14) zeigt, dass jedes System für unsicheres Schlussfolgern, das seine Set von Annahmen erfüllt, der Wahrscheinlichkeitstheorie entspricht. Dies bekräftigte das Vertrauen derjenigen, die bereits die Wahrscheinlichkeit befürworteten, aber andere waren nicht überzeugt und wiesen auf die Annahmen hin (in erster Linie, dass Überzeugung (belief) durch eine einzige Zahl repräsentiert werden muss, und daher muss die Überzeugung über ¬p eine Funktion der Überzeugung über p sein). Halpern (1999)(21) beschreibt die Annahmen und zeigt einige Lücken in Cox' ursprünglicher Formulierung auf. Horn (2003)(22) zeigt, wie man die Schwierigkeiten ausbessern kann. Jaynes (2003)(17) hat ein ähnliches Argument, das leichter zu lesen ist. Die Frage der Referenzklassen ist eng mit dem Versuch verbunden, eine induktive Logik zu finden.
Referenzklassenproblem: Der Ansatz, die "spezifischste" Referenzklasse von ausreichender Größe zu wählen, wurde von Reichenbach (1949) vorgeschlagen(23). Es wurden verschiedene Versuche unternommen, insbesondere von Henry Kyburg (1977(24), 1983(25)), um ausgeklügeltere Strategien zu formulieren, um einige offensichtliche Trugschlüsse zu vermeiden, die durch Reichenbachs Regel entstehen, aber solche Ansätze verbleiben etwas ad hoc. Neuere Arbeiten von Bacchus, Grove, Halpern und Koller (1992)(26) erweitern Carnaps Methoden auf Theorien erster Ordnung und vermeiden so viele der Schwierigkeiten, die mit der einfachen Referenzklassenmethode verbunden sind. Kyburg und Teng (2006)(27) stellen die probabilistische Inferenz der nichtmonotonen Logik gegenüber. >Unsicherheit/KI-Forschung.


1. Huygens, C. (1657). De ratiociniis in ludo aleae. In van Schooten, F. (Ed.), Exercitionum Mathematicorum. Elsevirii, Amsterdam. Translated into English by John Arbuthnot (1692
2. Arbuthnot, J. (1692). Of the Laws of Chance. Motte, London. Translation into English, with additions, of Huygens (1657).
3. Laplace, P. (1816). Essai philosophique sur les probabilit´es (3rd edition). Courcier Imprimeur,
Paris.
4. Bayes, T. (1763). An essay towards solving a problem in the doctrine of chances. Philosophical Transactions of the Royal Society of London, 53, 370–418.
5. Kolmogorov, A. N. (1950). Foundations of the Theory of Probability. Chelsea.
6. Rényi, A. (1970). Probability Theory. Elsevier/North-Holland.
7. Keynes, J. M. (1921). A Treatise on Probability. Macmillan.
8. Kolmogorov, A. N. (1963). On tables of random numbers. Sankhya, the Indian Journal of Statistics,
Series A 25.
9. Fisher, R. A. (1922). On the mathematical foundations of theoretical statistics. Philosophical Transactions of the Royal Society of London, Series A 222, 309–368.
10. von Mises, R. (1928). Wahrscheinlichkeit, Statistik und Wahrheit. J. Springer
11. Popper, K. R. (1959). The Logic of Scientific Discovery. Basic Books.
12. Ramsey, F. P. (1931). Truth and probability. In Braithwaite, R. B. (Ed.), The Foundations of Mathematics and Other Logical Essays. Harcourt Brace Jovanovich.
13. de Finetti, B. (1937). Le prévision: ses lois logiques, ses sources subjectives. Ann. Inst.Poincaré, 7, 1-68.
14. Cox, R. T. (1946). Probability, frequency, and reasonable expectation. American Journal of Physics,
14(1), 1–13.
15. Savage, L. J. (1954). The Foundations of Statistics. Wiley. 16. Jeffrey, R. C. (1983). The Logic of Decision (2nd edition). University of Chicago Press.
17. Jaynes, E. T. (2003). Probability Theory: The Logic of Science. Cambridge Univ. Press.
18. Carnap, R. (1948). On the application of inductive logic. Philosophy and Phenomenological Research, 8, 133-148.
19. Carnap, R. (1950). Logical Foundations of Probability. University of Chicago Press
20. Putnam, H. (1963). ‘Degree of confirmation’ and inductive logic. In Schilpp, P. A. (Ed.), The Philosophy of Rudolf Carnap, pp. 270–292. Open Court.
21. Halpern, J. Y. (1999). Technical addendum, Cox’s theorem revisited. JAIR, 11, 429–435.
22. Horn, K. V. (2003). Constructing a logic of plausible inference: A guide to cox’s theorem. IJAR, 34,
3–24.
23. Reichenbach, H. (1949). The Theory of Probability: An Inquiry into the Logical and Mathematical
Foundations of the Calculus of Probability (second edition). University of California Press
24. Kyburg, H. E. (1977). Randomness and the right reference class. J. Philosophy, 74(9), 501-521.
25. Kyburg, H. E. (1983). The reference class. Philosophy of Science, 50, 374–397.
26. Bacchus, F., Grove, A., Halpern, J. Y., and Koller, D. (1992). From statistics to beliefs. In AAAI-92,
pp. 602-608.
27. Kyburg, H. E. and Teng, C.-M. (2006). Nonmonotonic logic and statistical inference. Computational
Intelligence, 22(1), 26-51.

Norvig I
Peter Norvig
Stuart J. Russell
Artificial Intelligence: A Modern Approach Upper Saddle River, NJ 2010
Welt Leibniz Holz I 25
Welt/Leibniz/Holz: für Leibniz teilt sich die Welt in drei Bereiche:
1. Natur
2. Prozessualität der Geschichte 3. "res cogitans".
Welt/Weltmodell/Erklärung/Philosophie/Leibniz: hat als erster erkannt, dass eine Theorie der Welt keine Theorie von qualitativen Aussagen über Substanzen ist, sondern als ein Relationensystem entworfen werden muss, in dem die Einheit aus der Vielheit bestimmt wird.
I 29
Welt/Leibniz: die Konstruktion eines Weltmodells ist so auf Einheit als Relationenterminus, in dem Einheit und Vielheit als ein reales Verhältnis begriffen werden, angewiesen.
Holz I 47/48
Welt/Leibniz: Problem: wie der Begriff der Totalität alles Seienden und aller Sachverhalte daraus konstruiert werden kann. Denn wie die Zahl der Sinneswahrnehmungen ist auch die Zahl der entsprechenden identischen Sätze (und Axiome) unendlich.
Holz I 75
Welt/Leibniz: durch den universellen Zusammenhang, der für die Bestimmung jedes Einzelnen notwendig ist (vollständiger Begriff) ergibt sich, dass, wenn eines sich ändert, das Ganze sich ändert.
I 88
Letztbegründung/Metaphysik/Leibniz: außerhalb der Welt ist irgendein dominierendes Eines gegeben, nicht so sehr wie die Seele in mir, eher wie mein Ich in meinem Körper (?) wenn auch von viel höherer Vernunft. Der zureichende Grund der Existenz kann nicht nur in keinem Einzelnen, sondern auch nicht im ganzen Aggregat und der Reihe der Dinge gefunden werden. Er ist verschieden von der Kette der Verknüpfungen.
I 89
Das ist im Sinne des logischen Verfahrens, ein Subjekt, dem alle möglichen Prädikate zukommen (soweit sie kompossibel sind). Dieses Subjekt muss außerweltlich sein, weil die Welt sein Prädikat ist!
Aber dieses außerweltliche Eine ist auch die Welt selbst, weil diese sein einziges Prädikat ist! (Diese "Entelechie" darf aber nicht als Existenz aufgefasst werden, die als eigenes Seiendes zur Welt hinzukommt, sondern als organisierendes Prinzip!).
Scheinbare Paradoxie: das einzige notwendige Seiende muss zugleich als die Welt im ganzen und als außerweltlich gedacht werden.
Auflösung: die doppelte Bewegung des begründenden Denkens: aufsteigend und absteigend.
I 90
1. Aufsteigend: hier ist der Grund außerweltlich, weil von der Welt grundsätzlich kein quantitativ bestimmbares Ende gedacht werden kann. . 2. Absteigend: hier erscheint die ganze Welt als die Entfaltung des Einen, in dem diese eingeschlossen ist.


Lei II
G. W. Leibniz
Philosophical Texts (Oxford Philosophical Texts) Oxford 1998

Holz II
Hans Heinz Holz
Descartes Frankfurt/M. 1994

Lei I
H. H. Holz
Leibniz Frankfurt 1992

Der gesuchte Begriff oder Autor findet sich in folgenden 6 Kontroversen:
Begriff/
Autor/Ismus
Autor Vs Autor
Eintrag
Literatur
zureichende Grund Leibniz Vs Kant Frege III 31
Zahlen/LeibnizVsKant: hat denn auch die Beweisbarkeit der Zahlformeln behauptet. "Es ist keine unmittelbare Wahrheit, daß 2 und 2 4 sind. Vorausgesetzt, daß 4 bezeichnet 3 und 1. Man kann sie beweisen, und zwar so:
Definitionen: 1. 2 ist 1 und 1,
2. 3 ist 2 und 1
3. 4 ist 3 und 1.

Axiom: Wenn man gleiches an die Stelle setzt, bleibt die Gleichung bestehen.
Beweis: 2 + 2 = 2 + 1 + 1 = 3 + 1 = 4.
Also: nach Axiom: 2 + 2 = 4.


Leibniz I 83
Letztbegründung/LeibnizVsKant: macht den subjektphilosophischen Radikalismus nicht mit. Wie vor ihm Spinoza und nach ihm Hegel hat er von der seit Descartes unverzichtbaren Subjektreflexion aus einen nicht subjektiven Seinsgrund finden wollen, der sich in den Vernunftwahrheiten ausdrückt. Dafür reichen zwei Prinzipien aus:
1. Prinzip des Widerspruchs
2. das Prinzip des zureichenden Grundes. (Kann auf das Widerspruchsprinzip zurückgeführt werden).
Da außerdem das Identitätsprinzip aus der Sinneswahrnehmung eingesehen wird, dürfen wir den Prinzipien der Sachen selbst (also ihrer ontischen Realität) die in unserem Denken vorausgesetzte Vernunft (ihre Logizität) zuschreiben.
das ebenso panlogisch wie das System Hegels.
I 84
Im Universum und seinen Teilen ist so Logik niedergeschlagen und verkörpert. Metaphysik/Logik/Leibniz: daher lassen sich alle Beziehungen zwischen Wirklichkeiten phänomenalen wie metaphysischen in logischer Form ausdrücken.
Letztbegründung/LeibnizVsKant: nicht erscheint die Welt logisch, weil das Subjekt sie in der Logikform seines Denkens auffasst, sondern die Logikform des Denkens ist zwingend, weil die Welt sich als logisch verfasste zeigt.
Leibniz: dem Subjekt zeigt sich die Welt nun aber gerade nicht als Welt sondern als additive Reihe, als Aggregat.

I 128
Phänomen/LeibnizVsKant: darf nicht kantisch als vom Wesen getrennt aufgefasst werden! Vielmehr bildet der "mundus intelligibilis" die Grundlage für den "mundus sensibilis". Dieser ist auch keine Verdoppelung, sondern eine "Übersetzung".
Das Phänomenale ist das Substanzielle selbst, aber unter Bedingungen der Imagination, für die Räumlichkeit und Zeitlichkeit maßgeblich sind.
Ansich/Erscheinung/Leibniz/Josef König: ihr Verhältnis ist bei Leibniz ein dialektisches. Es entspricht wiederum genau dem Schema des "Übergreifenden Allgemeinen":
Das Ansich ist Gattung seiner selbst (!), des Ansich und seines Gegenteils, der Erscheinung. ((s) > „Das übergreifende Allgemeine“, >Paradoxien).
I 129
Damit ist nicht die Tatsache gemeint, dass die Erscheinung immer die Erscheinung eines Ansich ist, (was ja der Sinn des Wortes ist). KantVsLeibniz: denn dann könnte die Erscheinung ja immer noch verschieden von dem sein, dessen Erscheinung sie ist, und von daher wäre keine Kenntnis des Gegenstands möglich. (So sieht Kant das Verhältnis).
LeibnizVsKant: besteht darauf, dass die Erscheinung dasselbe ist wie das Ansich, das sich in der Erscheinung zeigt.
Die Welt tut das in der Perzeption. Dadurch vervielfältigt sie sich in zweifacher Hinsicht.
1. als Ganzes aber jeweils unter anderer Perspektive
2. sie erscheint räumlich als das Auseinandersein der verschiedenen Substanzen,
3. sie erscheint zeitlich als Abfolge verschiedener Perzeptionen.
Das System der Perzeptionen ist "wohl begründet", weil es nichts anderes ist als die sich selbst beschränkende Aktivität der ursprünglichen Kraft des Ansich.
Der Unterschied zwischen Ansich und Erscheinung ist der Unterschied des Ansich selber! Das ist die Totalität und das Prinzip seines Unterschieds.
I 130
Daher ist die Erscheinung nicht gegen das Ansich abgehoben, sondern eine Art desselben und als solche etwas durchaus Reales. Phänomenalität/Leibniz: die Weise, in der das Auszudrückende im Ausgedrückten enthalten ist. Jedes Ausgedrückte ist ein Phänomen. Es ist wohl begründet, weil das Ansich, indem es sich ausdrückt, das Phänomen ist, mit ihm identisch ist und es als erscheinendes Ansichseiendes begründet.
Das Phänomen ist der Realität nicht entgegengesetzt (VsKant) sondern gerade ihre spezifische Seinsweise im Vorgang der universellen Repräsentation.
Daher müssen auch alle Perzeptionen in allen einzelnen Substanzen einander entsprechen.

I 133
Bewegung/Leibniz: etwas tritt an den Platz von etwas anderem.
I 134
Das, was alle diese Plätze umfasst, heißt "der Raum". Dafür braucht man auch keine "absolute Realität" von Raum anzunehmen. Raum/Zeit/LeibnizVsKant: Inbegriff möglicher Verhältnisse, aber nicht als Anschauungsformen, sondern real ontologisch als Strukturen des Verhältnisses der materiell Ansichseienden zueinander.

Lei II
G. W. Leibniz
Philosophical Texts (Oxford Philosophical Texts) Oxford 1998

F I
G. Frege
Die Grundlagen der Arithmetik Stuttgart 1987

F II
G. Frege
Funktion, Begriff, Bedeutung Göttingen 1994

F IV
G. Frege
Logische Untersuchungen Göttingen 1993
zureichende Grund Genz Vs Leibniz, G.W. Hennig Genz Gedankenexperimente, Weinheim 1999
VIII 57
Symmetrie/Gleichgewicht/Genz: eine Balkenwaage kann auch in einer schiefen Position stabil sein! – das Gleichgewicht ist indifferent. LeibnizVs: Bsp Buridans Esel: wenn es keinen zureichenden Grund für eine Abweichung gibt, wird keine auftreten –Leibniz: es gibt kein indifferentes Gleichgewicht >
LeibnizVsSubstantivalismus: es kann keinen unabhängigen Raum geben – sonst könnte das Universum darin verschoben werden (sinnlos) – heute:
VsLeibniz – Lösung: spontane Symmetriebrechung.
Satz vom zureichenden Grund/Leibniz: Bsp Buridans Esel: wenn es keinen zureichenden Grund für eine Abweichung nach rechts oder links gibt, wird keine auftreten.
VIII 59
Leibniz: es gibt niemals ein indifferentes Gleichgewicht. (heute: falsch!,(s.o.) Bsp (Leibniz) wenn zwei miteinander unvereinbare Dinge gleich gut sind, wird Gott keines von beiden erschaffen.
VIII 60
Raum/Leibniz: also kann es keinen selbständigen, von den Dingen unabhängigen Raum geben, weil die Welt sonst in ihm hier und dort angesiedelt sein könnte. Analoges gilt für die Zeit und den Zeitpunkt der Erschaffung der Welt.
spontane Symmetriebrechung: Bsp der Bleistift bleibt eben nicht auf der Spitze stehen, sondern fällt nach einer Seite.

Gz I
H. Genz
Gedankenexperimente Weinheim 1999

Gz II
Henning Genz
Wie die Naturgesetze Wirklichkeit schaffen. Über Physik und Realität München 2002
zureichende Grund Schurz Vs Leibniz, G.W. I 129
Repräsentativität/strikter Fall/Mill/Schurz: die A-Stichprobe soll die A-Individuen in der Population möglichst gut repräsentieren.
I 130
Falsifizierende Individuen sollen sich von verifizierenden in einer qualitativen Eigenschaft unterscheiden. Wenn wir nun die Begleitumstände möglichst stark variieren, maximieren wir unsere Chance, in der A-Stichprobe falsifizierende Individuen aufzufinden. (> zureichender Grund).
Prinzip des zureichenden Grundes/Leibniz: hatte das als metaphysische Notwendigkeit betrachtet.
Prinzip des zureichenden Grundes/SchurzVsLeibniz: es ist jedoch nur in deterministischen Universen generell gültig. In indeterministischen Universen gibt es auch zufällige Ausnahmen ohne jeden Grund. Das Prinzip ist jedoch heuristisch nützlich.
Repräsentativität/Popper: die Repräsentativitätsforderung gehört zu der von Popper so genannten strengen Überprüfung: Man sollte die Ausdehnung bei Wärme nicht nur an Metallen untersuchen.

Schu I
G. Schurz
Einführung in die Wissenschaftstheorie Darmstadt 2006
zureichende Grund Stegmüller Vs Leibniz, G.W. Stegmüller IV 388
Kontingenz/Leibniz: jedes Ding ist kontingent, weshalb es nicht so wäre, wenn ein anderes Ding anders wäre. Alle Dinge sind kausal verbunden. Die Welt ist die Gesamtheit dieser Dinge, weshalb die Welt als Ganzes ebenfalls kontingent ist!
Welt/Leibniz: es mag durchaus sein, dass die Reihe der Ursachen unbegrenzt ist. Leibniz nimmt nicht notwendig einen zeitlichen Anfang an!
zureichender Grund/Leibniz: muss dann außerhalb der Welt liegen! Es muss etwas anderes sein als die Welt!
IV 389
Er muss ein notwendiges Wesen sein. VsLeibniz: 1. Woher wissen wir, dass alles einen zureichenden Grund braucht?
2. Kann es ein notwendiges Wesen geben, das einen zureichenden Grund in sich selbst hat?
Sollte die zweite Frage negativ beantwortet werden, hat die Gesamtheit keinen zureichenden Grund!
KantVsLeibniz: der kosmologische Beweis beruht implizit auf dem (widerlegten) ontologischen Beweis. (s.o. KantVsDescartes).
IV 390
Existenz/StegmüllerVsKant/StegmüllerVsFrege/StegmüllerVsQuine: die Auffassung, der Begriff der Existenz gehe vollständig im Existenzquantor auf, ist umstritten! Existenz/Kontingenz/StegmüllerVsLeibniz: wir könnten notwendige Existenz als Negation von Kontingenz auffassen.
Problem: 1. Die Prämisse, die Welt als ganzes sei kontingent (es würde nicht existieren, wenn etwas anderes anders gewesen wäre), müsste fallengelassen werden: Selbst wenn jeder Teil der Welt kontingent ist, spricht nichts für die Annahme, dass die Welt als ganze nicht existieren würde, wenn nicht (sic?) etwas anderes anders wäre oder gewesen wäre.
Der Schluss von der Kontingenz jeden Teils auf die Kontingenz des Ganzen ist unzulässig.
2. Alternative: Kontingenz: etwas sei kontingent, wenn es auch nicht existieren könnte.
IV 392
Das muss man mit der obigen Bemerkung kombinieren, dass es nicht logisch unmöglich wäre, dass das behauptete notwendige Wesen auch nicht existieren könnte. Das aber ist unverständlich. zureichender Grund/VsLeibniz: (ad (i)): Woher wissen wir, dass alles einen zureichenden Grund haben muss? Bisher hat niemand eine Notwendigkeit a priori dafür zu zeigen vermocht. Das hätte auch keine Plausibilität:
1. Es ist richtig, dass wir immer nach Symmetrien suchen, aber es gibt keine Garantie, dass wir sie immer finden.
2. Wir halten uns immer innerhalb unserer Welt auf, Extrapolationen sind unzulässig!
Selbst wenn nun alles innerhalb der Welt einen zureichenden Grund hätte, hätten wir kein Recht, auf einen zureichend Grund außerhalb der Welt zu schließen.
Verbreitetes Argument: die Dinge müssen durch und durch verstehbar sein.
MackieVs: das stimmt überhaupt nicht!
IV 393
Wir haben keinen Grund anzunehmen, dass sich das Universum nach unseren intellektuellen Bedürfnissen richtet.

Carnap V
W. Stegmüller
Rudolf Carnap und der Wiener Kreis
In
Hauptströmungen der Gegenwartsphilosophie Bd I, München 1987

St I
W. Stegmüller
Hauptströmungen der Gegenwartsphilosophie Bd I Stuttgart 1989

St II
W. Stegmüller
Hauptströmungen der Gegenwartsphilosophie Bd 2 Stuttgart 1987

St III
W. Stegmüller
Hauptströmungen der Gegenwartsphilosophie Bd 3 Stuttgart 1987

St IV
W. Stegmüller
Hauptströmungen der Gegenwartsphilosophie Bd 4 Stuttgart 1989
zureichende Grund Mackie Vs Swinburne, R. Stegmüller IV 405
Gottesbeweis/Bestätigung/MackieVsSwinburne: 1. Wie lässt sich denn eine Ausgangswahrscheinlichkeit dafür angeben, dass es einen Gott gibt, falls kein solches Universum existierte?
Die Daten müssen aus dem HinterGrundwissen herausgenommen werden.
IV 406
Dann enthält das Hintergrundwissen nur noch logische und mathematische Wahrheiten. Wie sollten diese die Gotteshypothese wahrscheinlicher machen? Swinburne: scheint dagegen nur zwei konkurrierende Hypothesen zu vergleichen:
a) Dass es keine weitere Ursache und keine weitere Erklärung für das komplexe Universum gibt
b) Dass es einen Gott gibt.
Beide Hypothese gehen davon aus, dass es das Universum gibt.
HinterGrundwissen/Swinburne: unser HinterGrundwissen enthält alles Wissen über die Welt, aber keine religiösen Annahmen. Dann ist es wahrscheinlicher, dass es Gott gibt, als dass es keinen gibt.
Gottesbeweis/Bestätigung/MackieVsSwinburne:
2. die Tatsache, dass das unverursachte Universum nicht weiter erklärbar ist, rechtfertigt nicht Swinburnes Auffassung, dass es "sonderbar und verwunderlich" oder "sehr unwahrscheinlich" ist.
Eine Hypothese die eine göttliche Schöpfung einschließt, ist andererseits durchaus sehr unwahrscheinlich!
Wenn es einen Gott im Sinne des traditionellen Theismus gäbe, wäre es sicher sehr wahrscheinlich, doch hier geht es um die Existenz und nicht um das Handeln eines existenten Gottes.
IV 407
Gottesbeweis/Swinburne/Stegmüller: dieser stützt sich auf Einfachheitsüberlegungen: Allmacht, unendliches Wissen und unendliche Güte anzunehmen bedeute so viel wie "die einfachste Art von Person anzunehmen"! MackieVs: Widersprüche zwischen Theisten. Größe (Anselm) Vs Einfachheit.
MackieVsSwinburne: 1. Die Einfachheit wird erkauft durch die Annahme einer Reihe von aktualen Unendlichkeiten.
2. Die Besonderheit wird nicht eliminiert, sondern bloß verdeckt: warum hatte Gott die Vorliebe, gerade diese Welt zu schaffen?
3. Ein körperloser Geist ist sehr unwahrscheinlich. (Und gerade Swinburne arbeitet ja mit wissenschaftlichem HinterGrundwissen und Wahrscheinlichkeiten).
IV 408
4. Wenn man die Ordnung der natürlichen Welt durch göttlichen Plan erklären will, muss man die Ordnung im göttlichen Plan erklären! MackieVsSwinburne: dieser fordert nicht mehr, wie noch Leibniz vollständige Erklärbarkeit und durchgängige Verstehbarkeit der Welt. Aber auch er fordert noch Erklärbarkeit. Er versucht, den unerklärlichen Teil zu vermindern. Er will sich dabei nicht mehr auf einen "zureichenden Grund" oder "wesentliche Existenz" berufen.
Leider stellt sich heraus, dass er dann über nichts mehr verfügt, um zu rechtfertigen, dass wir durch Hinzufügung Gottes etwas erklären.
IV 425/426
Erklärung/MackieVsSwinburne: wir haben als Philosophen nicht das Recht, in einem ersten Schritt aus einem in Wahrheit sehr komplizierten Vorgang diejenige einfache Beziehung, die uns interessiert und die uns bekannt ist, gedanklich zu isolieren und oder Idealisierungen anzustellen und in einem zweiten Schritt als vertrautes Modell zu verwenden. (Argument). SwinburneVsMackie: könnte erwidern, dass es zu Gottes Fähigkeiten gehören könnte, die entsprechenden Absichten in uns hervorzurufen. Stegmüller: das ist aber höchst mysteriös.
Erklärung/Theismus/MackieVsSwinburne: die personale Erklärung ist gar kein Konkurrent, sondern ein Spezialfall der kausalen Erklärung!
1. Sie ist genauso phantastisch und unwahrscheinlich wie die evolutionäre Erklärung.
2. Wenn jede einzelne Leib Seele Beziehung erklärt werden müsste, wäre das ein Rückfall in den Okkasionalismus.
3. Locke: wenn die göttliche Allmacht den Menschen die Fähigkeit zu Denken verliehen hat, warum dann nicht auch den Steinen? (>Denkende Steine).

Macki I
J. L. Mackie
Ethics: Inventing Right and Wrong 1977
zureichende Grund Mackie Vs Thomas v. Aquin Stegmüller IV 394
Gottesbeweis/Thomas von Aquin/Stegmüller: (drittes Argument) zwei Stufen: 1. " Was auch nicht sein kann, ist zu irgendeiner Zeit nicht!:
VsThomas: schon das ist zweifelhaft: wenn "vergängliche Dinge" gemeint sind, ist die Prämisse zwar sogar analytisch. Aber daraus folgt nicht, dass es zu irgendeiner Zeit nichts gegeben hätte. Die Vergänglichkeit kann sich erst in der Zukunft erweisen,
2. VsThomas: Die Existenz endlicher Gegenstände kann sich überlappen.
IV 395
VsVs: dieses Überlappen könnte man allerdings als einen einzigen Gegenstand auffassen! das legt aber wiederum den problematischen Gedanken einer zuGrundeliegenden Trägersubstanz nahe.
3. VsThomas: bei Aquin implizit: "Was nicht existiert, kann nicht zu existieren anfangen, es sei denn durch etwas, das existiert".
Wenn nun die Abfolge einmal unterbrochen gewesen wäre, hätte sie durch nichts fortgesetzt werden können.
HumeVsThomas: wir können durchaus den Begriff einer unverursachten Ursache (unverursachten Existenzbeginns) bilden.
Sollte das, was wir uns vorstellen können, unmöglich sein, so müsste dies erst bewiesen werden! (>Frege: widersprüchliche Begriffe als Begriffe sind möglich: dann fällt eben kein Gegenstand unter diesen Begriff, > Rundes Quadrat/Frege).
Thomas v. Aquin/Stegmüller: nehmen wir nun trotzdem an, dass es mindestens ein notwendiges und unvergängliches Ding gibt.
Gottesbeweis/Unendlichkeit/Thomas von Aquin/Stegmüller: 2. zweite Stufe: Aquin gibt zu, dass die Unvergänglichkeit eines Dings durch ein anderes Ding verursacht sein könnte, es könnte durch das andere im Dasein erhalten bleiben.
Aber: man kann in der Reihe solcher Dinge nicht endlos zurückgehen.
IV 396
Denn in dieser Ordnung von Wirkursachen ist das Erste die Ursache des Mittleren und das Mittlere die Ursache des Letzten, ob nun viele Zwischenglieder vorhanden sind, oder nur eines! Mit der Ursache aber fällt auch die Wirkung. Gibt es also kein Erstes in dieser Ordnung, dann kann es auch kein Letztes oder Mittleres geben. Bei einer unendlichen Reihe gibt es daher keine Wirkung und keine Ursache.
MackieVsThomas: das ist nicht schlüssig: in einer endlichen Reihe ist zwar die mittlere (genauer: die erste der mittleren) durch die erste verursacht, aber das gilt natürlich nicht, wenn die Ordnung der Ursachen unendlich wäre. Hier ist jede Ursache durch eine vorangehende verursacht.
Fehler: wenn wir statt einer endlichen eine unendliche Ordnung betrachten, so schließt die Art und Weise, in der das erste Glied (erste Ursache) "wegfällt" nicht das "Wegfallen" der nachfolgenden Ursachen ein!
VsVs: Mackie räumt ein, dass man das zu einer wirklich schlüssigen Argumentation verbessern könnte: in einer Reihe wird angenommen, dass eine Relation des ’"Haltens" oder "Tragens" wie in einer Kette besteht.
Bsp wir wären sehr überrascht, wenn jemand behauptete, dass ein unendlich langer Eisenbahnzug ohne Lokomotive auskäme, weil eben der letzte Wagen vom vorletzten gezogen würde, dieser wiederum vom Vorgänger usw. ...
Bsp als ob eine unendlich lange Kette keinen Aufhänger benötigte, weil jedes Glied vom Nachbarglied gehalten würde.
IV 397
Aquin: sein Argument ist: wo eine Ordnung von Abhängigkeitsbeziehungen vorliegt, kann man nicht unendlich zurückgehen. Eine solche Ordnung kann daher weder unendlich noch zirkulär sein. (Das findet sich auch bei dem islamischen Philosophen Al Farabi). Mackie: verbesserte Version des Arguments von Aquin: ("notwendig " bedeutet hier dasselbe wie "unvergänglich"): Jedes notwendige Ding hängt entweder in seiner Unvergänglichkeit von etwas anderem ab oder es ist in sich notwendig.
Etwas, dessen Wesen nicht die Existenz einschließt, muss in seiner Existenz von etwas anderem abhängen.
Mackie: so erhalten wir tatsächlich ein Abhängigkeitsverhältnis, und dieses macht es erforderlich, das Zurückgehen in der Kette der Ursachen an eine Ende gelangen zu lassen. Außerdem ist dann sicher, dass nur eine Seiendes, dessen Wesen die Existenz einschließt, das Zurückgehen beenden kann.
MackieVsThomas: nun haben wir aber keinen Grund, die implizite Annahme von Aquin zu akzeptieren.
IV 398
Warum sollte es eine unvergängliche Urmaterie geben, deren Wesen zwar die Existenz einschließt,. die jedoch ihre Existenz von nichts anderem herleitet? Unterschied zu Leibniz: die Urmaterie wäre einfach eine nackte Tatsache, die keinen zureichenden Grund hätte.
Eine Anleihe bei Leibniz würde Aquins Beweis auch nicht retten.
Fazit:
MackieVsThomas/MackieVsLeibniz: wir verstehen zwar, dass alles, was eine zeitlich vorhergehende Ursache hat, von dieser (irgendwie) abhängt. Doch daraus folgt nicht, dass alles außer Gott etwas anderes benötigt, von dem es in dieser Weise abhängt (wie von einer Ursache).
IV 399
"Prinzip von Al Farabi": in einer Folge von Abhängigkeitsrelationen (das ist eine Ordnung) muss es ein Ende geben. MackieVsAl Farabi: warum sollte Gott die einzige Ausnahme bilden?
Damit würde man das populäre Argument mit genau dem Gedanken belasten, der seine philosophischen Entsprechungen zusammenbrechen ließ. Oder man nimmt Zuflucht zu einem bloßen Mysterium.

Macki I
J. L. Mackie
Ethics: Inventing Right and Wrong 1977