Philosophie Lexikon der Argumente

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Autor/Titel Begriff Zusammenfassung Metadaten
I 456
Gleichgewicht/Rawls: ich verwende den Begriff intuitiv. Siehe hierzu W.R. Ashby, Design for a Brain, 2nd. Ed. (London, 1960), chs. 2-4, 19-29.
Der Begriff der Stabilität, den ich dazu verwende, ist eigentlich einer der Quasi-Stabilität: wenn ein Gleichgewicht stabil ist, kehren alle Variablen nach einer Störung zu ihrem Gleichgewicht zurück. Bei der Quasistabilität sind es nur einige. Siehe hierzu Harvey Leibenstein, Economic Backwardness and Economic Growth, (New York, 1957), p, 18.
Quasi-stabile Gesellschaft: ist eine wohlgeordnete Gesellschaft, die quasistabil ist in Bezug auf ihre Institutionen und den Gerechtigkeitssinn ihre Bürger. Wenn Institutionen durch gewisse Umstände nicht länger als gerecht zu betrachten sind, sollten sie beispielsweise so reformiert werden können, wie die Situation es erfordert, und die Gerechtigkeit ist wieder hergestellt.
I 457
Drei Bedingungen müssen für eine Gesellschaft im Gleichgewicht erfüllt sein:
1. Das System ist zu identifizieren und innere und äußere Kräfte müssen unterschieden werden können.
2. Verschiedene Zustände des Systems und ihre charakteristischen Züge sind zu identifizieren.
3. Die Gesetze, die die verschiedenen Zustände verbinden, sind zu spezifizieren.
Je nach Beschaffenheit haben einige Systeme keinen Gleichgewichtszustand, andere haben viele.
I 458
Gerechtigkeitssinn: der Gerechtigkeitssinn der Bürger in einer Gesellschaft spielt eine entscheidende Rolle.
Moralisches Lernen/Tradition: wir können zwei Hauptströmungen unterscheiden: 1. Die eine stammt von Hume bis Sidgwick und ist heue in sozialen Lerntheorien wiederzufinden. These: fehlende soziale Motive werden durch Lernen hinzugewonnen.
Variante dieser These geht davon aus, dass moralische Standards vor jeglichem Verstehen erworben werden.
I 459
2. Die zweite traditionelle These stammt von Rousseau und Kant, sie ist rationalistisch und wird manchmal von J. St. Mill und neuerdings von J. Piaget vertreten: Moralisches Lernen ist demnach nicht so sehr eine Frage des Füllens von Lücken als vielmehr eine freie Entwicklung unserer angeborenen und intellektuellen Fähigkeiten nach natürlicher Veranlagung.
I 460
Siehe J.-J. Rousseau, Emile (London, 1908) es. pp 46-66 (in bk. II), 172-196 (in bk. IV); I. Kant The Critique of Practical Reason, pt. II, The Methodology of Pure Practical Reason; J. Piaget, The Moral Judgment oft he Child (London, 1932); Lawrence Kohlberg, „The Development of Moral Thought“, Vita Humana, vol. 6 (1963); VsPiaget: M. L. Hoffman, „Moral Development“ (1970) pp.264-275; VsKohlberg: pp. 276-281.)


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Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders.
Der Hinweis [Autor1]Vs[Autor2] bzw. [Autor]Vs[Begriff] ist eine Hinzufügung des Lexikons der Argumente.

Rawl I
J. Rawls
A Theory of Justice: Original Edition Oxford 2005

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