Philosophie Lexikon der Argumente

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Autor/Titel Begriff Zusammenfassung Metadaten
Brocker I 659
Aufklärung/Moral/Ethik/MacIntyre: Die Aufklärung stellt für MacIntyre den gescheiterten Versuch dar, mit Hilfe einer universalen Moral auf der Grundlage der Vernunft den nachmittelalterlichen Pluralismus und Eklektizismus zu überwinden.(1) Die Aufklärung habe „unzusammenhängende Bruchstücke eines einst zusammenhängenden Denk- und Handlungssystems“ (2) als Grundlage nehmen wollen.
Problem: es gibt Brüche zwischen einer Entteleologisierung des Moralsystems und einer gleichzeitigen Abhängigkeit von einem teleologischen Rahmen.
MacIntyreVsAufklärung: die Suche nach einem moralischen Standpunkt, der von der gesellschaftlichen Ordnung unabhängig zu sein vorgibt, stellt eine Illusion dar. An die Stelle von Gütern, Traditionen und gesellschaftlichen Verhältnissen sind Pflichten, Regeln und Gesetze getreten.
MacIntyreVsKant: in seinen moralischen Schriften ist der „Gedanke, dass Moral etwas anderes als das Befolgen von Regeln ist
Brocker I 660
fast, wenn nicht sogar ganz aus dem Blickfeld verschwunden“.(3)


1. Alasdair MacIntyre, After Virtue. A Study in Moral Theory, Notre Dame, Ind. 1981. Dt: Alasdair MacIntyre, Der Verlust der Tugend. Zur moralischen Krise der Gegenwart. Erweiterte Neuausgabe, Frankfurt/M. 2006 (zuerst 1987), S. 61.
2. Ebenda S. 80
3. Ebenda S. 313f.


Jürgen Goldstein, „Alasdair MacIntyre, Der Verlust der Tugend“ in: Manfred Brocker (Hg.) Geschichte des politischen Denkens. Das 20. Jahrhundert. Frankfurt/M. 2018


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Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders.
Der Hinweis [Autor1]Vs[Autor2] bzw. [Autor]Vs[Begriff] ist eine Hinzufügung des Lexikons der Argumente.
MacIntyre, Alasdair

Brocker I
Manfred Brocker
Geschichte des politischen Denkens. Das 20. Jahrhundert Frankfurt/M. 2018

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