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Anerkennung: In der Soziologie A) Die Fähigkeit eines bewussten Subjekts, in anderen Subjekten Eigenschaften wahrzunehmen, die es an sich selbst identifiziert und auf diese Weise andere als autonome Subjekte erkennt. Diese Fähigkeit hilft gleichzeitig, sich selbst als autonomes Subjekt zu begreifen. B) Das Bedürfnis, anerkannt zu werden gehört zu den fundamentalen psychischen Bedürfnissen des Menschen und einiger Tiere. Siehe auch Autonomie, Triangulation, Psychische Bedürfnisse.

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Anmerkung: Die obigen Begriffscharakterisierungen verstehen sich weder als Definitionen noch als erschöpfende Problemdarstellungen. Sie sollen lediglich den Zugang zu den unten angefügten Quellen erleichtern. - Lexikon der Argumente.

 
Autor Begriff Zusammenfassung/Zitate Quellen

Francis Fukuyama über Anerkennung – Lexikon der Argumente

Brocker I 806
Anerkennung/Fukuyama: Demokratie ist das Ordnungsmodell, das das menschliche Bedürfnis nach sozialer Anerkennung relativ gesehen besser befriedigt als andere Systeme. Mit dem Sieg dieses Modells endet der Kampf um Anerkennung und damit wird nach Fukuyama das Antriebsmoment der Geschichte gestoppt. Allerdings ist dies ein Pyrrhussieg, denn das Individuum brauche den Kampf.
Brocker I 807
FukuyamaVsDoyle, Michael/FukuyamaVsRussett, Bruce: Fukuyama teilt zwar die These von Doyle (1986)(1) und Russett (1993)(2), dass Demokratien untereinander friedlich, aber Kriege zwischen Demokratien und Nicht-Demokratien wahrscheinlich sind. Er geht aber darüber hinaus und erblickt im immerwährenden Streben nach Anerkennung eine potenzielle Kriegsursache.
Brocker I 808
Fortschritt/Fukuyama: Fortschritt ist zwar auch technologisch beeinflusst, aber technologischer Fortschritt allein kann die Entstehung und Durchsetzung von demokratischen Systemen nicht erklären. Dafür muss es einen anderen Antriebsmotor geben: den Kampf des Individuums um Anerkennung. Siehe Mensch/Fukuyama, Freiheit/Fukuyama, Universalgeschichte/Fukuyama.


1. Michael W. Doyle, „Liberalism and World Politics“, in: American Political Science Review 80/4, 1986, S. 1151-1169.
2. Bruce M. Russett, Grasping the Democratic Peace. Principles for a Post-Cold War World, Princeton 1993.


Anja Jetschke, „Francis Fukuyama, Das Ende der Geschichte“, in: Manfred Brocker (Hg.) Geschichte des politischen Denkens. Das 20. Jahrhundert. Frankfurt/M. 2018


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Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders. Übersetzungen: Lexikon der Argumente
Der Hinweis [Begriff/Autor], [Autor1]Vs[Autor2] bzw. [Autor]Vs[Begriff] bzw. "Problem:"/"Lösung", "alt:"/"neu:" und "These:" ist eine Hinzufügung des Lexikons der Argumente.

PolFuku I
Francis Fukuyama
The End of History and the Last Man New York 1992

Brocker I
Manfred Brocker
Geschichte des politischen Denkens. Das 20. Jahrhundert Frankfurt/M. 2018

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