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Objektpermanenz/Konnektionismus/neuronale Netze/Mareschal: Statt als Alles-oder-Nichts-Konzept zu existieren, wurde die Objektpermanenz schrittweise erworben. (Munakata et al.1997)(1). Folglich existierten die Darstellungen, die diesem Konzept zugrunde lagen, in abgestuften Zuständen, die mit Alter und Erfahrung immer robuster wurden und immer komplexere Verschwindensereignisse unterstützten. Mareschal, Plunkett und Harris (1999)(2) stellen ein Modell des Erwerbs der Objektpermanenz mit einem Trajektorie-Vorhersagemodul vor, das ebenfalls das abgestufte Auftreten von Darstellungen von versteckten Objekten durch die Verstärkung von wiederkehrenden Verbindungen simuliert. Das Modell von Mareschal et al. beinhaltet jedoch auch einen zweiten parallelen Weg zur Verarbeitung von Merkmalsinformationen, die für die Erkennung von Objekten relevant sind.
Die Architektur stützt sich auf die Hypothese der visuellen Verarbeitung auf zwei Wegen (Milner & Goodale, 1995)(3). Nach dieser Hypothese,
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wird visuelle Objektinformationen über zwei getrennte Routen verarbeitet: eine ist auf die Verarbeitung von Objektmerkmalen zur Erkennung spezialisiert und die andere auf die Verarbeitung von Objektbewegung, -position und -form, um Aktionen zu den Objekten zu ermöglichen.
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Okklusion: Das Netzwerk ist in der Lage, das spätere Wiederauftauchen des Objekts vorherzusagen, wobei es berücksichtigt, wie lange es sich hinter dem Bildschirm befindet.
Objektrepräsentationen entstehen allmählich durch die Erfahrung mit einer Außenwelt. Im Mareschal-Modell ist jedoch ein zusätzlicher Leistungsfaktor notwendig, um Informationen übergreifend über
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verschiedene Funktionssysteme über die Entwicklung (hier die dorsalen und ventralen visuellen kortikalen Verarbeitungswege) zu integrieren. Diesem Bericht zufolge verzögert sich die Suche nach versteckten Objekten bei Säuglingen (wie von Piaget >Objektpermanenz/Piaget beobachtet) im Vergleich zu ihrer überraschenden Reaktion auf die Verletzung von einzelnen Objekteigenschaften (wie von Baillargeon >Objektpermanenz/Baillargeon beobachtet) aufgrund der zusätzlichen Notwendigkeit, Informationen über mehrere Funktionssysteme hinweg zu koordinieren, wenn es um willentliches Erreichen geht.


1. Munakata, Y., McClelland, J. L., Johnson, M. H., & Siegler, R. S. (1997). Rethinking infant knowledge: Toward an adaptive process account of successes and failures in object permanence tasks. Psychological Review, 104, 686–713.
2. Mareschal, D., Plunkett, K., & Harris, P. (1999). A computational and neuropsychological account of object-oriented behaviours in infancy. Developmental Science, 2, 306–317.
3. Milner, A. D., & Goodale, M. A. (1995). Oxford psychology series: The visual brain in action. Oxford: Oxford University Press.


Denis Mareschal and Jordy Kaufman, „Object permanence in Infancy. Revisiting Baillargeon’s Drawbridge Experiment“ in: Alan M. Slater & Paul C. Quinn (eds.) 2012. Developmental Psychology. Revisiting the Classic Studies. London: Sage Publications


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Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders.
Der Hinweis [Autor1]Vs[Autor2] bzw. [Autor]Vs[Begriff] ist eine Hinzufügung des Lexikons der Argumente.
Konnektionismus

Slater I
Alan M. Slater
Paul C. Quinn
Developmental Psychology. Revisiting the Classic Studies London 2012

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