Philosophie Lexikon der Argumente

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Ereignis: Änderung eines Zustands. Das Ereignis selbst hat keine Dauer, da sonst der Anfang und das Ende des Ereignisses ihre eigene Dauer haben müssten bzw. Anfang und Ende eines Ereignisses ihrerseits selbständige Ereignisse wären. Siehe auch Anfang, Regress, Prozess, Flux, Veränderung, Wechsel, Zustand.

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Anmerkung: Die obigen Begriffscharakterisierungen verstehen sich weder als Definitionen noch als erschöpfende Problemdarstellungen. Sie sollen lediglich den Zugang zu den unten angefügten Quellen erleichtern. - Lexikon der Argumente.

 
Autor/Titel Begriff Zusammenfassung Metadaten

 
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K. Glüer, Davidson zur Einführung, 1993
Glüer II 108
Handlungen sind beschreibungsabhängig. - Ereignisse sind beschreibungsunabhängig.
Glüer II 86 ff
VsEreignisontologie: verschiedene Autoren: Ereignisse sind eigentlich überflüssig, weil adverbiale Modifikationen auch mit sparsamerer Ontologie realisiert werden können. Montague, Clark, Parsons: "Modifier-Theorie": keine Ereignisse, nicht beschränkt auf "restriktive" Adverbien, jedoch komplexerer logischer Apparat.
Jaegwon Kim: Ereignisse nicht als individuierte Individuen, sondern mit Hilfe von Eigenschaften identifizieren.
Davidson fundiert seine gesamte Philosophie durch die Ontologie partikularer Ereignisse. Unterscheidung zwischen Ereignistoken und Beschreibung.
Nur dann ist klar, welchen Sinn es hat, von verschieden beschriebenen Ereignistokens zu sprechen, soweit diese Beschreibungen keine Intentionsadverbien enthalten.
Damit gibt es keine Subklasse der intentionalen Handlungen.
Doch hat Mary längst aufgehört zu schießen, wenn der Einbrecher stirbt. Aber das ändert nichts daran, dass es sich um Beschreibungen ein und desselben Ereignistokens handelt. Der Rest bleibt der Natur überlassen.
Bergsteiger-Bsp: (Der Bergsteiger zittert nervös) bloßes Ereignis, keine intentionale Handlung.
Ereignis/Davidson: alle Ereignisse lassen sich prinzipiell im Hinblick auf die Operationen der Naturgesetze verständlich machen.
II 97
Def Identität von Ereignissen/Davidson/Glüer: eine Identitätsaussage "a = b" für Ereignisse ist wahr gdw. a und b identische Ursachen und Folgen haben - Glüer: dann bildet der Kausalzusammenhang ein Koordinatensystem, in dem jedes Ereignis eindeutig bestimmt ist.
QuineVsDavidson: Regreß: Ursachen und Folgen sind wieder Ereignisse, die wieder Platz im Netz haben.
Davidson: übernimmt Quines Kriterium für Gegenstände:
II 89
Def Identität für Objekte/Quine: gleiche Raumzeit-Koordinaten - Ereignis/Davidson/neu: zwei Ereignisse können zur selben Zeit am selben Ort stattfinden.
II 189
Problem: Bsp Muskelkater beim singenden Laufen - Lösung/Davidson: Sprache statt Koordinaten: wir müssen metaphysische ontologische Annahmen der Alltagssprache untersuchen - Lösung/Davidson: Beschreibung.
II 101
Beschreibung/Ereignis/Davidson: Bsp Mary schoss auf den Einbrecher, aber er stirb erst viel später - Identitätstheorie der Ereignisse: Problem: dieselbe Handlung - Lösung: das sind Beschreibungen desselben Ereignistokens - Mary muss, um zu töten, bloß abdrücken, den Rest macht die Natur.


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Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders.

D I
D. Davidson
Der Mythos des Subjektiven Stuttgart 1993

D III
D. Davidson
Handlung und Ereignis Frankfurt 1990

D IV
D. Davidson
Wahrheit und Interpretation Frankfurt 1990

D II
K. Glüer
D. Davidson Zur Einführung Hamburg 1993

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