Philosophie Lexikon der Argumente

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Propositionen, Philosophie: Propositionen werden als die Bedeutungen von Sätzen bezeichnet, wobei ein Satz als Zeichenkette aufgefasst wird, die noch in Bezug auf eine Situation oder eine Sprecherin interpretiert werden muss. Bsp Ich bin hungrig hat aus dem Mund jedes neuen Sprechers eine andere Bedeutung. Dagegen hat der Satz I am hungry aus dem Mund des Sprechers, der zuerst den deutschen Satz geäußert hat, dieselbe Bedeutung wie der von ihm geäußerte deutsche Satz. Siehe auch Bedeutung, propositionale Einstellungen, Identitätsbedingungen, Opazität, Äußerungen, Sätze.
 
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Bertrand Russell
Horwich I 54
Proposition/Russell: ist eine komplexe Entität mit Komponenten: Bsp Smith ist größer als Brown: Smith, Brown, die Relation "größer als" - Bsp Brown ist kleiner als Smith: ist damit äquivalent, unterscheidet sich aber in allen drei Komponenten! - Brief an Frege: der Berg kommt buchstäblich in der Proposition vor - Cartwright: Gedanken/Frege: ungleich Russells Propositionen - sie enthalten ihre Gegenstände nicht - ((s) irgendwo: "...sondern ihren Sinn".)
Horwich I 56
Proposition/Russell/Cartwright: wie soll eine Proposition dann falsch sein können, wenn sie aus den Komponenten und der Art ihrer Verbindung besteht? - Lösung/Russell: "weitere Qualität" - CartwrightVs: das war schon abgelehnt worden.
Horwich I 59
Proposition/Principia Mathematica/Russell: φ x (setzt Funktion voraus) - Propositionalfunktion: φ x^ - nicht mehrdeutig - die Werte sind lauter Propositionen von der Form φ x.
Horwich I 60 d.h. das Symbol j (jx^) darf nicht eine Proposition ausdrücken wie das φ a tut, wenn a ein Wert für φ x^ ist - in der Tat muss j(jx^) ein Symbol sein, das gar nichts ausdrückt, es ist sinnlos - (Weder wahr noch falsch) - Bsp "Die Funktion -žx ist ein Mensch-œ ist ein Mensch".
Horwich I 60f
Proposition/Aussagenfunktion/AF/Principia Mathematica/PM/Russell: Das Symbol (x).φ x soll die Proposition φ x immer ausdrücken, d.h. die Proposition, die alle Werte für φ x^ behauptet - I 61 - diese Proposition setzt die Funktion φ x^ voraus, nicht nur einen mehrdeutigen Wert der Funktion - die Behauptung von j x, wobei x nicht festgelegt ist, ist verschieden von jener, die alle Werte für φ x^ behauptet, denn die erstere ist eine mehrdeutige Behauptung, die letztere ist in keinem Sinn mehrdeutig.
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Russell I 125
Proposition/Funktion/extensional/Tractatus/Wittgenstein: Funktionen von Propositionen sind immer Wahrheitsfunktionen - eine Funktion kann in einer Proposition nur vermittels ihrer Werte vorkommen. (s.o. extensional) - Folge: alle Funktionen von Funktionen sind extensional. Bsp "A glaubt p" ist keine Funktion von p - (Tractatus 19-20) - ((s) VsRussell: (s.o.) > Waverley, Funktionen äquivalent, aber nicht identisch, weil Georg IV. nicht wissen wollte, ob Scott = Scott.) - ((s) "Geglaubt werden" ist keine Funktion des geglaubten Gegenstands).

R I
B. Russell/A.N. Whitehead
Principia Mathematica Frankfurt 1986

R II
B. Russell
Das ABC der Relativitätstheorie Frankfurt 1989

R IV
B. Russell
Probleme der Philosophie Frankfurt 1967

R VI
B. Russell
Die Philosophie des logischen Atomismus
In
Eigennamen, U. Wolf (Hg), Frankfurt 1993

R VII
B. Russell
Wahrheit und Falschheit
In
Wahrheitstheorien, G. Skirbekk (Hg), Frankfurt 1996

Hor I
P. Horwich (Ed.)
Theories of Truth Aldershot 1994

> Gegenargumente gegen Russell
> Gegenargumente zu Propositionen



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Hg. Martin Schulz, Abfragedatum 23.05.2017