Philosophie Lexikon der Argumente

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Einheit: Zählbare Entität, die durch Abgrenzung erhalten wird. Eine Einheit kann begrifflich oder gegenständlich, veränderlich oder unveränderlich sein. Siehe auch Summe, Teil, Ganzes, Mereologie, Einheitlichkeit.
 
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Holz I 25
Einheit/Leibniz: Leibniz legt Nachdruck auf die Einheit indem er sagt, dass "nicht wahrhaft ein Seiendes ist, was nicht wahrhaft ein Seiendes ist."
I 26
Holz: Der Plural setzt den Singular voraus.
Einheit/Monadologie/Leibniz: es muss einfache Substanzen geben, weil es zusammengesetzte gibt.
Problem: das Einfache, Einheitliche, und Einzelne ist aber an sich selbst nicht zu denken, denn Denken heißt Bestimmen, also Abgrenzen gegen Anderes, Definieren.
Platon/Parmenides: das Eine als eines impliziert das Andere und ist als Eins in Bezug auf Viele.
Marsilius Ficino: Kommentar zu Parmenides: "Die Kraft der Andersheit selbst bewirkt, wenn sie den idealen Formen eingefügt wird, die Negation."
Sein/Holz: wenn von allen ontischen Verschiedenheiten abgesehen wird, ist die Absolute Andersheit die logische Zweiwertigkeit, der ontologisch die Vermischung des Nicht Seins mit dem Sein entspricht.
Leibniz: "non ens cum ente confusum".
Holz I 43
Einheit/Erfahrung/Wahrnehmung/Welt/Leibniz: die Mannigfaltigkeit der Welt ist ebenso unbestreitbar wie unbeweisbar.
Die Einheit dieser Vielheit muss als Prinzip der Demonstration aus ihr selbst gewonnen werden.
Denken: für den Gebrauch des Denkens reicht der Rückgang auf die erste Setzung des Identitätsprinzips.
Erkenntnis: dafür braucht die Setzung selbst noch eine Begründung.
Holz I 58
Identität/Vielheit/Mannigfaltigkeit/Substanz/LeibnizVsSpinoza: der Ursprung der Identitätsevidenz aus der Erfahrung lässt die Vielheit des Gegebenen unangetastet. Im Gegensatz zu Spinoza, wo alles auf die Einheit einer einzigen Substanz reduziert ist.
Das Identitätsprinzip ist bei Leibniz rein logisch formal. Aber:
Epistemisch/ontologisch/Leibniz: die ontologische Qualität des Identitätsprinzips findet sich nicht in ihm selbst, sondern in der Sinneswahrnehmung.
Die Sinne lassen sehen, dass "A ist A" ein Satz ist, dessen Gegensatz "A ist nicht A" einen formalen Widerspruch in sich schließt.
Die Sinne zeigen, dass das Prädikat dem Subjekt innewohnt und dass es ein Widerspruch ist, es ihm abzusprechen.
Holz: das ist aber kein irrationaler Empirismus: das System der Vernunftwahrheiten, die in dieser möglichen Welt notwendig gelten, muss in der Faktizität dieser Welt gegeben sein.
Doch ist das Logische am Faktischen immer nur durch die Vernunft auf dem Weg der Deduktion gegeben.
I 59
Diese ist uns im direkten Zugriff verstellt und muss erst deduziert werden.
Damit die vorprädikative Evidenz nicht ins Irrationale umschlägt, muss sie in einem ontologischen Konstrukt begründet werden, indem sich die Identität als notwendige Struktur der mannigfaltigen und sich verändernden Welt erweist. (Reflexion).
Holz I 75
Einheit/Substanz/LeibnizVsSpinoza: die ultima ratio ist notwendig nur ein Grund, nicht eine Vielheit, weil er die Struktur des Ganzen ist.
Leibniz braucht also die Vielheit der Dinge nicht zu opfern, um zur einen und einzigen Welt zu kommen. An die Stelle der Substanz von Spinoza tritt bei ihm die "harmonie universelle".
Existenz/Leibniz: Frage: "Warum gibt es überhaupt etwas und nicht vielmehr nichts?".
Diese Frage bleibt auch noch bestehen, wenn wir die Einheit der Vielheit gesichert haben. Es könnte immer noch nichts geben!
I 76
Angenommen, die Dinge müssen existieren, so muss man darüber hinaus den Grund angeben können, warum sie so existieren müssen und nicht anders.
Holz I 97f
Einheit/Leibniz: eine unbewegte Einheit der Welt wäre nur eine mit vielen Eigenschaften.
Holz I 127
Einheit/Vielheit/Modalität/modal/Leibniz/Holz: die Differenz zwischen der Welt in ihrer Totalität und der Verschiedenheit ihrer Teile erfordert eine modale Unterscheidung am Weltbegriff.
Dass die Welt ist, mag sowohl bedeuten, dass sie in einem Punkt zusammengefasst ist als auch, dass sie als eine ausgedehnte Vielheit "extensive" aufgefasst oder "perzipiert" wird.
Als Menge separater Teile.
Scholastik: "partes extra partes".
I 128
Einheit: Substanz oder Seins Aspekt.
Vielheit: Phänomen oder Erscheinungsaspekt.

Lei II
G. W. Leibniz
Philosophical Texts (Oxford Philosophical Texts) Oxford 1998

Lei I
H. H. Holz
Leibniz Frankfurt 1992

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> Gegenargumente zu Einheit



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Hg. Martin Schulz, Abfragedatum 30.05.2017