Philosophie Lexikon der Argumente

 
Verstehen Philosophie: Beim Verstehen von Zeichen und Wörtern spielt sowohl eine Rolle, ob man einen Gegenstand mit dem Wort oder Zeichen in Verbindung bringen kann, als auch, ob man das Zeichen oder Wort durch ein anderes ersetzen kann. Zum Verstehen ganzer Sätze muss noch das Überschauen der Verwendungssituation hinzukommen. Umstritten ist, ob die Kenntnis der Wahrheitsbedingungen die Bedeutung des Satzes liefert, also das Wissen darüber, was der Fall sein müsste, wenn der Satz wahr wäre. Wenn das richtig ist, braucht man nicht zu wissen, ob der Satz wahr ist. (Vgl. M. Dummett, Ursprünge der analytischen Philosophie Frankfurt 1992, S. 20). Siehe auch Ersetzbarkeit, Substitution, Wahrheitsbedingungen, Wissen.

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Anmerkung: Die obigen Begriffscharakterisierungen verstehen sich weder als Definitionen noch als erschöpfende Problemdarstellungen. Sie sollen lediglich den Zugang zu den unten angefügten Quellen erleichtern. - Lexikon der Argumente.

 
Autor/Titel Begriff Exzerpt Metadaten

 
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I 151
Verstehen/Syntax/Millikan: auch wenn ich ein Wort nicht verstehe, habe ich sozusagen Stellvertretersätze in meinem Innern, mit denen ich die allgemeine Relation der Negation aufrechterhalte. D.h. ich weiß, was von der Negation eines Satzes mit einem mir unbekannten Wort ungefähr zu halten ist.
Bsp Das Wort „Monotrem“ verstehe ich nicht. D.h. mein inneres Token ist kein intentionales Icon, denn es gehört zu keiner Familie und hat keine direkte Eigenfunktion. Aber
Pointe: wenn es eine abgeleitete Eigenfunktion hat, gibt es etwas, worauf es abbilden sollte.
I 152
Sinn: wenn es etwas gibt, worauf ein Wort Normalerweise abbilden sollte, hat es eine Art Sinn.
Gebrauch/Verstehen/Millikan: es gibt nun eine Instanz in mir, die sogar den Gebrauch von „Monotrem“ kennt. Mein Konsistenz-.Tester.
Konsistenz-Tester/Millikan: seine Aufgabe ist es, die Programme zu überprüfen, die den Wortgebrauch wiederholen und sicherzustellen, dass dies nach einheitlichen Gründen geschieht.
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I 304
Verstehen/Glauben/Überzeugung/Hören/Sprache/Schlussfolgerung/Millikan: etwas zu glauben, was jemand anderes sagt, geht ganz direkt vor sich. Es ist keine Inferenz zwischengeschaltet. Es ist wie direkte Wahrnehmung!
I 305
Auch der Gebrauch von Ablesegeräten wie Bsp Benzinuhr: ist direkte Wahrnehmung ohne zwischengeschaltete Inferenzen. Dennoch gibt es einen Unterschied:
Bsp TV: hier muss das Subjekt wissen, wie seine Relation zur Welt beschaffen ist, was er in einer „normalen Situation“ nicht wissen muss. Aber das ist nicht der Unterschied zwischen Wissen mit und ohne Schlussfolgerung.


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Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders.

Millk I
R. G. Millikan
Language, Thought, and Other Biological Categories: New Foundations for Realism Cambridge 1987

> Gegenargumente gegen Millikan

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Hg. Martin Schulz, Abfragedatum 20.09.2017