Philosophie Lexikon der Argumente

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Darstellung: Wiedergabe eines Gegenstands, Ereignisses, Zeichens, Klangs, Vorstellung, Erinnerung usw. Das Darstellungsmedium kann zum selben Bereich gehören (z.B. Zusammenfassung eines Texts) oder zu einem anderen Bereich (Bsp Film über ein historisches Ereignis). Siehe auch Abbildung, Bilder, Reproduktion, Kopie, Medium.

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Anmerkung: Die obigen Begriffscharakterisierungen verstehen sich weder als Definitionen noch als erschöpfende Problemdarstellungen. Sie sollen lediglich den Zugang zu den unten angefügten Quellen erleichtern. - Lexikon der Argumente.

 
Autor/Titel Begriff Zusammenfassung Metadaten

Sigmund Freud über Darstellung – Lexikon der Argumente

Ricoeur I 108
Darstellung/Freud/Ricoeur: die Bevorzugung der Darstellung in der Traumarbeit hält Freud für die halluzinatorische Neubelebung einer Urszene, die wirklich der Wahrnehmung angehört hat. Vgl. >Regression/Ricoeur.
Es steht außer Zweifel, dass Freud, wenn er die Infantilszene als eine reale Erinnerung interpretiert, die Phantasie mit dem Erinnerungsbild einer realen Wahrnehmung verwechseln muss; die topische Regression ist dann eine Regression zur Wahrnehmung, und die eigentliche Dimension des Imaginären ist verfehlt. (...) die formale Regression, welche die »Darstellung« charakterisiert, das heißt das Rückschreiten des Logischen zum Bildlichen, [stellt] ein der Verdichtung und Verschiebung analoges Problem: auch die Darstellung ist eine »Entstellung«, folglich eine Hemmung des unmittelbaren Ausdrucks, die erzwungene Substitution einer Ausdrucksweise durch eine andere.
In allen drei Fällen - Verdichtung, Verschiebung und Darstellung - ist demnach der Traum eine Arbeit. Daher ist die ihnen entsprechende Deutung ebenfalls eine Arbeit, die, um zum Thema werden zu können, eine gemischte, weder rein linguistische noch rein energetische, Sprache erheischt. >Symbol/Freud.
Ricoeur I 112
Traum/Freud: (...) die Darstellung ist problematisch, und Freud hat eine ganze Metapsychologie der >Regression geschaffen, um ihr Rechnung zu tragen; die Symbolisierung ist nicht problematisch, weil in der Symbolik die Arbeit bereits anderswo getan worden ist; der Traum bedient sich der Symbolik, er erarbeitet sie nicht. >Symbol/Freud.
Man versteht nun, weshalb der Träumer keine Erinnerung bei seinen typischen Träumen findet: in seinem Traum hat er lediglich, wie eine gebräuchliche Redewendung, symbolische Bruchstücke benutzt, die alltäglich geworden, vom Gebrauch verschlissen sind, Phantome, die er für einen Augenblick belebt hat; (...).


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Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders. Übersetzungen: Lexikon der Argumente
Der Hinweis [Autor1]Vs[Autor2] bzw. [Autor]Vs[Begriff] ist eine Hinzufügung des Lexikons der Argumente.

Freud I
S. Freud
Vorlesungen zur Einführung in die Psychoanalyse Hamburg 2011

Ricoeur I
Paul Ricoeur
Die Interpretation. Ein Versuch über Freud Frankfurt/M. 1999

Ricoeur II
Paul Ricoeur
Interpretation theory: discourse and the surplus of meaning Fort Worth 1976

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