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Wissen: Wissen ist ein bewusstes Verhältnis zu Sätzen bzw. Aussagen oder Propositionen, das diesen auf gerechtfertigte Weise Wahrheit oder Falschheit zuspricht. Was gewusst wird, ist wahr. Umgekehrt gilt nicht, dass alles was wahr ist, auch gewusst wird. Siehe auch Wissen wie, Wissen dass, propositionales Wissen, Realismus, Fähigkeiten, Kompetenz, Wahrheit, Tatsachen, Sachverhalte, Sprache, Gewissheit, Überzeugungen, Allwissenheit, Logisches Wissen, Verlässlichkeit.

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Anmerkung: Die obigen Begriffscharakterisierungen verstehen sich weder als Definitionen noch als erschöpfende Problemdarstellungen. Sie sollen lediglich den Zugang zu den unten angefügten Quellen erleichtern. - Lexikon der Argumente.

 
Autor/Titel Begriff Zusammenfassung Metadaten

Platon über Wissen - Lexikon der Argumente

Bubner I 35
Wissen/Höhlengleichnis/Platon/Bubner : das von den Wenigen erlangte Wissen darf nicht zur theoretischen Selbstgenügsamkeit verführen.
Die seltene Einsicht in das Wesen des Guten ist politisch umzusetzen! es geht nicht um Wertneutralität eines höchsten Gegenstands.
Die Philosophen müssen wieder hinuntersteigen, um das Leben mit den Mitgefangenen zu teilen. Dazu verpflichtet sie die Eigenart dessen, was sie gesehen haben!(Gut).
Vernünftig handeln kann nämlich nur der, der ein Ziel im Leben hat.(Vernunft).
Zammenfassung: die Idee des Guten muss wörtlich verstanden werden. Die gleichnishafte Einkleidung verweist nicht auf eine ontologische Geheimlehre.
Der Philosoph, der mit dieser Frage nach Sinn und Zweck der Theorie die Möglichkeiten der Theorie selber relativiert, wird zum Dialektiker. (Dialektik).
I 119
Wissen/Menon/Platon: Aporie: entweder kann man gar nichts lernen, oder nur das. was man schon weiß.
Platon antwortet darauf mit dem Mythos von der Anamnesis. (Erinnerung aus früherem Leben der Seele).
Wissen/AristotelesVsPlaton (Menon): kein Wissen entsteht aus nichts.
Bei Syllogismus und Epagogé (heute umstritten, ob als Induktion aufzufassen) gibt es Vorwissen.

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Gaus I 311
Wissen/Herrschaft/Platon/Keyt/Miller: Im Staatsmann [Politikos] verfolgt der Eleatische Fremde die Idee der Herrschaft der Vernunft bis zu ihrem logischen Terminus und zieht daraus den Schluss, dass in der Republik stillschweigend bleibt - dass Wissen allein schon eine ausreichende Gewähr für die Anwendung von Gewalt, sogar tödlicher Gewalt, bietet, wenn die Überzeugungskraft versagt (zum Gegensatz siehe Plt. 296bl, 304d4).
Es liegt im Rahmen der Gerechtigkeit, so der Eleatische Fremde, dass der wahre Staatsmann, der die politische Kunst besitzt und "wahrhaftig und nicht nur scheinbar ein Wissender" ist, mit oder ohne Gesetz, mit oder ohne Zustimmung seiner Untertanen seine Polis durch Tötung oder Verbannung einiger ihrer Mitglieder reinigen kann (Plt. 293a2-e2).
Die einzig wahre Verfassung ist die, die von einer solchen Person regiert wird. Da solche Personen überaus selten sind (Plt. 292el-293a4, 297b7-c2), ist eine zentrale Frage, wie eine Polis, die eines wahren Staatsmannes beraubt ist, an der Vernunft teilhaben kann. Die Antwort des eleatischen Fremden lautet, dass sie durch das Gesetz teilen kann, wobei das Gesetz eine Imitation der Wahrheit ist, die der wahre Staatsmann begriffen hat (Plt. 300c5-7, 300el 1-301a4).
Nachahmung: Da der wahre Staatsmann ohne Gesetz herrscht, gibt es einen besseren und einen schlechteren Weg, ihn nachzuahmen. Die Herrscher einer Polis können die Herrschaft der Vernunft imitieren, indem sie nach der Reflexion der Vernunft im Recht entscheiden, oder sie können die Gesetzlosigkeit der Vernunft imitieren, indem sie im Widerspruch zum Recht entscheiden (Plt. 300e7-301 c5). Da die Herrscher einer, wenige oder viele sind, gibt es drei gute und drei schlechte Imitationen der einzig wahren Verfassung. Da die Herrschaft umso stärker ist, je weniger die Herrscher sind, bilden die sechs Imitationen eine Hierarchie, wobei weniger Herrscher besser sind, wenn die Herrschaft dem Gesetz entspricht, aber schlechter, wenn sie dem Gesetz zuwiderläuft (Plt. 302b5- 303b5).


Keyt, David and Miller, Fred D. jr. 2004. „Ancient Greek Political Thought“. In: Gaus, Gerald F. & Kukathas, Chandran 2004. Handbook of Political Theory. SAGE Publications


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Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders. Übersetzungen: Lexikon der Argumente

Bu I
R. Bubner
Antike Themen und ihre moderne Verwandlung Frankfurt 1992

Gaus I
Gerald F. Gaus
Chandran Kukathas
Handbook of Political Theory London 2004

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