Lexikon der Argumente


Philosophische Themen und wissenschaftliche Debatten
 
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Cap and Trade System Stavins Stavins I 157
Cap-and-Trade-Systeme/Aldy/Stavins: Ein Cap-and-Trade-System begrenzt die Gesamtemissionen regulierter Quellen, indem es eine begrenzte Anzahl handelbarer Emissionszertifikate schafft - insgesamt in Höhe der Gesamtobergrenze - und diese Quellen verpflichtet, Zertifikate zur Deckung ihrer Emissionen zurückzugeben (Stavins, 2007)(1). Angesichts der Wahl, ob sie ein Zertifikat abgeben oder Emissionen reduzieren wollen, legen die Unternehmen Wert auf ein Zertifikat, das die Kosten der Emissionsminderungen widerspiegelt, die durch die Abgabe eines Zertifikats vermieden werden können. Unabhängig von der anfänglichen Verteilung der Zertifikate kann der Handel dazu führen, dass die Zertifikate zu ihrem höchstwertigen Zweck verwendet werden: zur Deckung der Emissionen, die am kostspieligsten zu reduzieren sind, und als Anreiz, die geringsten Kosten zu senken (Hahn & Stavins, in der Presse(2); Montgomery, 1972)(3). Cap-and-Trade setzt eine Gesamtmenge fest, und durch den Handel ergibt sich ein Preis für die Emissionen. Dieser ist praktisch das Doppelte einer CO2-Steuer, die die Emissionen bewertet und eine Menge an Emissionen liefert, wenn die Unternehmen auf die Minderungsanreize der Steuer reagieren. VsCap and Trade: In einem Emissionshandelsprogramm, Kostenunsicherheit - unerwartet hoch oder volatile Preise der Zertifikate - können die politische Unterstützung für die Klimapolitik untergraben und
Stavins I 158
Investitionen in neue Technologien sowie in Forschung und Entwicklung entmutigen. Daher hat sich das Augenmerk auf die Einbeziehung von "Kostendämpfungsmaßnahmen" in Cap-and-Trade-Systemen gerichtet, einschließlich Offsets, Emissionsbanking- und Kreditvergabe, Sicherheitsventile und Preiskorridore. Eine Erhöhung der Sicherheit über die Minderungskosten (durch die oben genannten Methoden) verringert die Sicherheit über die zulässige Emissionsmenge.
1. VsVsCap and Trade: Das Ebnen der Zertifikatspreise im Laufe der Zeit durch Bankgeschäfte und Kreditaufnahme verringert die Sicherheit der Emissionen in einem bestimmten Jahr, bewahrt aber die Sicherheit der Gesamtemissionen über einen längeren Zeitraum. Eine kosteneffiziente Politik mit einem Mechanismus, der gegen unerwartet hohe Kosten versichert - entweder durch Cap and Trade oder eine CO2-Steuer - erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass Unternehmen ihren Verpflichtungen nachkommen und die Teilnahme und Einhaltung eines Landes an einem globalen Klimaabkommen erleichtern kann.
Im Falle einer Cap and Trade-Regelung würde die Grenzanpassung in Form einer Import-Erlaubnis erfolgen, so dass den Importen dieselben Regulierungskosten entstehen wie den im Inland hergestellten Waren.
2. VsCap and Trade: Grenzmaßnahmen im Rahmen einer CO2-Abgabe oder eines Cap and Trade werfen jedoch Fragen nach der Anwendung von Handelssanktionen zur Förderung umfassenderer und umfangreicherer Emissionsminderungsmaßnahmen weltweit sowie nach ihrer Rechtmäßigkeit im Rahmen der Welthandelsorganisation auf (Brainard & Sorking, 2009(4); Frankel, 2010(5)). >CO2-Preis-Strategien/Stavins, >CO2-Preis/Fankhauser.

Stavins I 172
Cap and Trade-Verknüpfungen/CO2-Preis-Koordinierung/Stavins: Da die Verknüpfung zwischen handelbaren Genehmigungssystemen (d.h. die ein- oder zweiseitige Anerkennung von Zertifikaten aus einem System zur Nutzung in einem anderen) die Einhaltungskosten senken und die Marktliquidität verbessern kann, besteht großes Interesse an der Verknüpfung von Cap and Trade-Systemen untereinander. Es gibt nicht nur Vorteile, sondern auch Bedenken im Zusammenhang mit verschiedenen Arten von Verknüpfungen (Jaffe, Ranson, & Stavins, 2010)(6). Ein großes Problem ist, dass wenn zwei
Stavins I 173
Cap and Trade-Systeme direkt miteinander verbunden sind (d.h. sie ermöglichen die bilaterale Anerkennung von Zertifikaten in den beiden Jurisdiktionen), werden wichtige Kostendämpfungsmechanismen, wie Sicherheitsventile, automatisch von einem System zum anderen übertragen. Da einige Länder (wie die Europäische Union) gegen den Begriff des Sicherheitsventils sind, während andere Länder (wie die Vereinigten Staaten) sehr für die Verwendung eines Sicherheitsventils prädisponiert zu sein scheinen, wäre eine Vereinheitlichung erforderlich. Dieses Problem kann durch den Einsatz einer indirekten Verknüpfung vermieden werden, bei der zwei Cap and Trade-Systeme Kompensationen aus einem gemeinsamen Emissionsminderungs-Kreditsystem wie dem Clean Development Mechanism akzeptieren. Dadurch konvergieren die Vergütungspreise der beiden Cap and Trade-Systeme (solange der ERC-Markt ausreichend tief ist), und alle Vorteile der direkten Verknüpfung werden erreicht (niedrigere Gesamtkosten, geringere Marktmacht, geringere Preisvolatilität), jedoch ohne die Weitergabe von Kostendämpfungsmechanismen von einem System zum anderen. (...) es ist wichtig zu fragen, ob eine Vielzahl heterogener nationaler, subnationaler oder regionaler klimapolitischer Instrumente produktiv verknüpft werden kann. Die grundlegende Antwort ist, dass ein solcher Satz von Instrumenten verknüpft werden kann, aber diese Verknüpfung ist wesentlich schwieriger ist als bei einem Satz von homogeneren handelbaren Genehmigungssystemen (Hahn & Stavins, 1999)(7). Eine weitere Form der Koordination können einseitige Instrumente des Wirtschaftsschutzes sein, d.h. Grenzanpassungen. >CO2-Preis-Koordinierung/Stavins.


1. Stavins, R. N. (2007). A U.S. cap-and-trade system to address global climate change (The Hamilton Project Discussion Paper 2007-13). Washington, DC: The Brookings Institution.
2. Hahn, R. W., & Stavins, R. N. (in press). The effect of allowance allocations on cap-and-trade system performance. Journal of Law and Economics.
3. Montgomery, D. W. (1972). Markets in licenses and efficient pollution control programs. Journal of Economic Theory, 5, 395-418.
4. Brainard, L., & Sorking, I. (Eds.). (2009). Climate change, trade, and competitiveness: Is a collision inevitable? Washington, DC: Brookings Institution Press.
5. Frankel, J. (2010). Global environment and trade policy. In J. E. Aldy & R. N. Stavins (Eds.), Post-Kyoto international climate policy: Implementing architectures for agreement (pp. 493-529). New York, NY: Cambridge University Press.
6.Jaffe, J., Ranson, M., & Stavins, R. (2010). Linking tradable permit systems: A key element of emerging international climate policy architecture. Ecology Law Quarterly, 36, 789-808.
7. Hahn, R. W., & Stavins, R. N. (1999). What has the Kyoto Protocol wrought? The real architecture of international tradeable permit markets. Washington, DC: The AEI Press.



Robert N. Stavins & Joseph E. Aldy, 2012: “The Promise and Problems of Pricing Carbon: Theory and
Experience”. In: Journal of Environment & Development, Vol. 21/2, pp. 152–180.

Stavins I
Robert N. Stavins
Joseph E. Aldy
The Promise and Problems of Pricing Carbon: Theory and Experience 2012
Demokratietheorie Barber Brocker I 681
Demokratietheorie/Demokratie/Barber: Barber versteht Demokratie nicht nur als Entscheidungsverfahren, sondern als übergreifende Lebensweise, die eine sich selbst regierende politische Gemeinschaft zu tragen imstande ist. Damit ist sein Werk Strong Democracy (1) der Versuch einer Neubegründung einer partizipatorischen Demokratietheorie. 1. BarberVsLiberalismus: Barber kritisiert liberale Demokratiekonzeptionen
2. Barber pro Pluralismus, Barber pro Individualismus
3. These: eine „starke Demokratie“ ((s) partizipative Demokratie) lasse sich in der Gegenwartsgesellschaft gezielt verwirklichen. Siehe Demokratie/Barber.
Brocker I 682/683
Def Anarchistische Disposition der traditionellen Demokratietheorie: hier spiegelt sich die herrschaftskritische Seite des Liberalismus, Bsp bei Locke und Robert Nozick. Def Realistische Disposition: findet man insbesondere bei Machiavelli und Hobbes: diese ist herrschaftsaffin, weil sie davon ausgeht, dass Politik Menschen nicht durch innere Überzeugungen binden kann, es vielmehr äußerer Sanktionen und Anreize bedarf.
BarberVsLiberalismus: der Widerstreit von herrschaftskritisch-anarchistischer und herrschaftsaffin-realistischer Disposition führe zu schizophrenen Zügen.(2)
Def Minimalistische Disposition: (Bsp Rawls und Mill): will eine Auflösung dieser Zerrissenheit erreichen, indem sie für eine „Politik der Toleranz“ eintritt. (3)
Lösung/Rawls/Mill: Schutz vor intoleranten Mehrheiten und Güterverteilung auf der Grundlage von Wechselseitigkeit.
Barber pro Minimalismus: dieser Weise über den Liberalismus hinaus, aber ohne den Blick auf „kreativere Formen von Politik“ (4) freizugeben. Siehe auch Terminologie/Barber.


1. Benjamin Barber, Strong Democary, Participatory Politics for a New Age, Berkeley CA, 1984, Dt. Benjamin Barber, Starke Demokratie. Über die Teilhabe am Politischen, Hamburg 1994.
2. Ebenda S. 47
3. Ebenda S. 49
4. Ebenda S. 55.

Michael Haus, „Benjamin Barber, Starke Demokratie“ in: Manfred Brocker (Hg.) Geschichte des politischen Denkens. Das 20. Jahrhundert. Frankfurt/M. 2018

PolBarb I
Benjamin Barber
The Truth of Power. Intellectual Affairs in the Clinton White House New York 2001

Brocker I
Manfred Brocker
Geschichte des politischen Denkens. Das 20. Jahrhundert Frankfurt/M. 2018
Ethik Hume Stegmüller IV 167
Ethik/Hume: These: an den Handlungen selbst ist kein Merkmal zu erkennen, welches es gestatten würde, zu unterscheiden, ob sie zu rechtfertigen sind, oder nicht. - ((s) > Ethik/Harman) - Stegmüller: aber es lassen sich sogar präskriptive Stellen bei Hume finden.
Stegmüller IV 243
Ethik/Moral/Hume: These: 1. Angesichts knapper Ressourcen müssen die Menschen kooperieren um überleben zu können -
2. HumeVsHobbes: allen Menschen ist Sympathie eigen - wäre freilich alles im Überfluss vorhanden, wäre die Respektierung fremden Eigentums überflüssig.
IV 245
Die entscheidende Treibkraft ist das Eigeninteresse.
Stegmüller IV 247
Ethik/Moral/Hume: Bsp die beiden Ruderer: 1. Reines Koordinationsproblem: - 2. Keiner will sich anstrengen - Stabilisierung der Kooperation: 1. Nur künstliche Tugend wird vorausgesetzt - 2. Keine sprachliche Kommunikation - 3. Nur rationaler Egoismus - Bsp Hilfe bei der ernte: der erste hilft dem anderen - dann zeitliche Verzögerung: der zweite hilft dem anderen nicht. - > Trittbrettfahrerproblem - > Sanktionen.
Stegmüller IV 283
Vernunft/Moral/Ethik/Hume/Stegmüller: die Vernunft kann niemals das Motiv für oder gegen eine Handlung sein - Leidenschaften und Vorlieben sind logisch unabhängig von Schlussfolgerungen. - Dennoch gibt es praktisch-vernünftige Präferenzen - Mackie: auch Leidenschaftslosigkeit erlaubt keine klare Sicht der Dinge.
Stuhlmann-Laeisz I 64
Ethik/Hume: bei ihrer Begründung müssen immer schon moralische Aussagen vorausgesetzt werden.
D. Hume
I Gilles Delueze David Hume, Frankfurt 1997 (Frankreich 1953, 1988)
II Norbert Hoerster, "Hume: Existenz und Eigenschaften Gottes" aus J. Speck(Hg) Grundprobleme der großen Philosophen der Neuzeit I Göttingen, 1997

SL I
R. Stuhlmann Laeisz
Philosophische Logik Paderborn 2002

Stuhlmann II
R. Stuhlmann-Laeisz
Freges Logische Untersuchungen Darmstadt 1995
Geltungsansprüche Parsons Habermas IV 415
Geltungsansprüche/Parsons/HabermasVsParsons/Habermas: Parsons berücksichtigt nicht, und er kann auch im Rahmen seiner Handlungstheorie nicht berücksichtigen, dass sich der Begriff der Sanktionen auf Ja/Nein-Stellungnahmen zu kritisierbaren Geltungsansprüchen nicht anwenden lässt. Die Strategiepaare Anreiz/Abschreckung und Überzeugung/Ermahnung unterscheiden sich nämlich: im einen Fall ist Ego allein an den Konsequenzen seines Handelns orientiert, im anderen Fall muss er mit Alter sprechen und ihn über das Bestehen von Sachverhalten aufklären oder überzeugen.
Habermas IV 416
Im ersten Fall geht es um erfolgsorientiertes Handeln, im zweiten Fall um verständigungsorientiertes Handeln. (Siehe auch Illokutionäre Akte, Perlokutionäre Akte).

ParCh I
Ch. Parsons
Philosophy of Mathematics in the Twentieth Century: Selected Essays Cambridge 2014

ParTa I
T. Parsons
The Structure of Social Action, Vol. 1 1967

ParTe I
Ter. Parsons
Indeterminate Identity: Metaphysics and Semantics 2000

Ha I
J. Habermas
Der philosophische Diskurs der Moderne Frankfurt 1988

Ha III
Jürgen Habermas
Theorie des kommunikativen Handelns Bd. I Frankfurt/M. 1981

Ha IV
Jürgen Habermas
Theorie des kommunikativen Handelns Bd. II Frankfurt/M. 1981
Gemeinschaft Blackburn Esfeld I 119
Gemeinschaft/Individuen/Simon Blackburn: (S. Blackburn, "The Indivdual strikes back", Synthese, vol 58, No. 3, 1984 pp. 281-301): These: Mitglieder einer Gemeinschaft verhalten sich zueinander wie zeitliche Phasen eines Individuums. (Korrekturen sind möglich). Privatsprache/Regelfolgen/BlackburnVsKripke/BlackburnVsWittgenstein: Daher kann ein Individuum isoliert betrachtet genauso Regeln folgen wie eine Gemeinschaft.
KripkeVs: jemand könnte gestern der Addition gefolgt sein und heute der Quaddition folgen. Im Lichte der Regel, der sie jetzt zu folgen versucht, kann sie frühere Handlungen als korrekt/inkorrekt beurteilen, aber was auch immer ihr in diesen Urteilen jetzt korrekt /inkorrekt scheint, das ist korrekt oder inkorrekt.
I 120
EsfeldVsBlackburn: eine soziale Lösung steht für den isolierten Skeptiker nicht zur Verfügung. (Sanktionen). Es kann keine Konvergenz ausgehandelt werden. Die gegenwärtigen Dispositionen haben immer eine privilegierte Stellung! Dasselbe gilt für die Simulation einer anderen Person: sie kann keine Rückmeldung geben.
I 121
Privatsprache/Regelfolgen/Esfeld: zweiter Grund, warum ein Individuum in Isolation keine Nicht Übereinstimmung feststellen kann: ich mag jetzt nicht disponiert sein, eine Eigenschaft F zu prädizieren, früher aber schon (wobei sich das betreffende Ding nicht geändert habe). Problem: wieso ist das nicht ein Fall von Nicht Übereinstimmung mit mir selbst.
Pointe: was als Veränderung eines Dings zählt, ist nicht unabhängig davon bestimmt, dass begrifflicher Inhalt bestimmt ist. Um den Wechsel festzustellen, muss begrifflicher Inhalt bestimmt sein.

Blckbu I
S. Blackburn
Spreading the Word : Groundings in the Philosophy of Language Oxford 1984

Es I
M. Esfeld
Holismus Frankfurt/M 2002
Institutionen Ostrom Brocker I 735
Institutionen/Ostrom: Frage: wie entstehen Institutionen in Gruppen und wie verändern sie sich? Bsp Grundwasserbewirtschaftung im Großraum Los Angeles. Institutionentheorie/Tradition: nimmt typischerweise als Ausgangssituation einen Hobbes’schen Naturzustand ohne Verträge und Regeln an.
OstromVsTradition: 1. Dieses Bild ist unzutreffend, wo Menschen regelmäßig aufeinander treffen. 2. Regelfreizügigkeit darf nicht mit Abwesenheit von Regeln verwechselt werden. 3. Wenn man von einem Zustand ohne jegliche Regeln ausgeht, entsteht ein methodisches Problem, dass man die eigentliche Entstehung von Institutionen als besonderen Vorgang untersuchen muss. Dies würde den Blick auf Lösungen verstellen.
Brocker I 736
Lösung/Ostrom: am Beispiel der Gefährdung der Süßwasserversorgung von Los Angeles durch Übernutzung und Absenkung des Grundwasserspiegels zeigt Ostrom, wie über einen Zeitraum von 30 Jahren durch Gerichtsurteile und Schaffung neuer Verwaltungsinstitutionen der Konflikt zwischen den Nutzern strukturiert wird. Dabei finden sich die Beteiligten keineswegs mit ihrem „Dilemma“ ab (OstromVsHardin, siehe Soziale Güter/Hardin), sondern bemühen sich um eine Weiterentwicklung allzu freizügiger Regeln. Ebenen/Verwaltung: hier zeigt es sich wiederum, wie bei der von Ostrom untersuchten Selbstorganisation (siehe Selbstorganisation/Ostrom), dass das Zusammenspiel mehrerer Ebenen entscheidend ist für die Frage der Institutionenbeschaffung.
Ostrom: Die Wasserreservoire (Becken) werden von niemand besessen, sie werden durch eine polyzentrische Gruppe zweckgebundener öffentlicher Unternehmen bewirtschaftet, an deren Leitung private Wassergesellschaften und freiwillige Produzentenvereinigungen beteiligt sind. (…) Offensichtlich erforderte die Lösung der Probleme weder eine zentrale Regulierungsinstanz, noch ein System von Privateigentum. (…) Alle Parteien werden von einem gerichtlich bestellten Wasserinspektor mit den relevanten Informationen versorgt.(…) Die informellen Sanktionen waren bescheiden. Regelmäßige Treffen der Beteiligten bieten Mechanismen zur Konfliktlösung. Die Organisationseinheiten waren in größere Einheiten eingebettet. (1)
Brocker I 737
Fazit: Institutionenbeschaffung und –Veränderung findet statt in einem Prozess der Sammlung und des Austausches von Erfahrungen („Akkumulation institutionellen Kapitals“) (2) Die Form dieser Prozesse ist sehr individuell und von der Problemstruktur abhängig. Gemeinsamkeiten zwischen erfolgreichen Allmende-Managementsystemen (siehe Soziale Güter/Ostrom) bestehen in den Bauprinzipien (Siehe Selbstorganisation/Ostrom).

1. Elinor Ostrom, Governing the Commons. The Evolution of Institutions for Collective Action, Cambridge 1990. Dt.: Elinor Ostrom, Die Verfassung der Allmende. Jenseits von Staat und Merkt, Tübingen 1999, S. 178f
2.Ebenda S. 246.

Markus Hanisch, „Elinor Ostrom Die Verfassung der Allmende“, in: Manfred Brocker (Hg.) Geschichte des politischen Denkens. Das 20. Jahrhundert. Frankfurt/M. 2018

EconOstr I
Elinor Ostrom
Governing the commons: The evolution of institutions for collective action Cambridge 1990

Brocker I
Manfred Brocker
Geschichte des politischen Denkens. Das 20. Jahrhundert Frankfurt/M. 2018
Kausalität Parsons Habermas IV 309
Kausalität/Handlung/Motive/Moral/Durkheim/Parsons/Habermas: Parsons hält Durkheims Unterscheidung zwischen moralischem und kausalem Zwang für den entscheidenden Durchbruch VsEmpirismus. Parsons: die Furcht vor Sanktionen ist immer sekundär, primär ist der Sinn für moralische Verpflichtung. (1)

1.Talcott Parsons, The Structure of Social Action, NY, 1949, S. 709.

ParCh I
Ch. Parsons
Philosophy of Mathematics in the Twentieth Century: Selected Essays Cambridge 2014

ParTa I
T. Parsons
The Structure of Social Action, Vol. 1 1967

ParTe I
Ter. Parsons
Indeterminate Identity: Metaphysics and Semantics 2000

Ha I
J. Habermas
Der philosophische Diskurs der Moderne Frankfurt 1988

Ha III
Jürgen Habermas
Theorie des kommunikativen Handelns Bd. I Frankfurt/M. 1981

Ha IV
Jürgen Habermas
Theorie des kommunikativen Handelns Bd. II Frankfurt/M. 1981
Liberalismus Barber Brocker I 681
Liberalismus/BarberVsLiberalismus/Barber: These: in der amerikanischen Demokratie herrsche ein „Lobbyistenpolitik“ eine „Politik der Bilder“, eine „Politik der Massengesellschaft“ statt einer echten Bürgerbeteiligung. (geschrieben 1984). (1) Verantwortlich dafür sei der Liberalismus bzw. das mit dem Liberalismus verbundene Konzept der Repräsentation, das Partizipation zerstöre. (2)
Brocker I 682
Liberale Demokratie/Barber: stellt individuelle Rechte und eine durch Wahlen verantwortliche Regierung in den Mittelpunkt. Problem: der Liberalismus missverstehe „Politik als Raubtierhaltung“.
Brocker I 683
Kern des Liberalismus sei ein instrumentelles Demokratieverständnis. Politik sei danach dazu da, die Individuen gegen äußere Eingriffe zu schützen und diesen Schutz so zu bewerkstelligen, dass dies mit den vermeintlich unveränderlichen Eigenschaften der Individuen verträglich ist. Hierbei fasse der Liberalismus die Eigenschaften der Individuen tendenziell in pessimistischen Beschreibungen.
Brocker I 684
Liberalismus/Barber: der vorbegriffliche Rahmen sei gekennzeichnet durch Vorstellungen wie „Eigentum“, „Territorium“, „Grenzen“ „Sanktionen“, „Freiheit“ und „Macht“. Vernachlässigt werden dabei Aspekte wie menschliche gegenseitige Abhängigkeit, gegenseitige Hilfe, Kooperation, Mitgliedschaft, Brüderlichkeit, Gemeinschaft und Bürgerschaft. (3) Methode/Liberalismus/Barber: die Methodik des Liberalismus sei eine „cartesianische“, d.h. Wissen werden durch die Anwendung einer verlässlichen Methode gewonnen.
BarberVsLiberalismus: Politik sei nicht die Anwendung von Wahrheit auf das Problem menschlicher Beziehungen, sondern die Anwendung menschlicher Beziehungen auf das Problem der Wahrheit. (4)
Brocker I 685
BarberVsLiberale Demokratie: These: der Liberalismus erzeuge einen Menschentypus, dessen Psyche anfällig sei für die totalitäre Versuchung, indem der Mensch auf sich selbst zurückgeworfen werden. (Haus: hier zeigen sich Parallelen zum Denken Hannah Arendts.) Dennoch: BarberVsArendt/BarberVsStrauss, Leo: dies seien nostalgische Theorien. (5)


1. Benjamin Barber, Strong Democary, Participatory Politics for a New Age, Berkeley CA, 1984, Dt. Benjamin Barber, Starke Demokratie. Über die Teilhabe am Politischen, Hamburg 1994, S. 12.
2. Ebenda S. 13.
3. Benjamin Barber Strong Democray. Participatory Politics for a New Age. Twentieth-anniversary edition, Berkeley/Los Angeles/London 2003 S. 34f. 4. Ebenda S. 64f.
5. Ebenda S. 100.
Michael Haus, „Benjamin Barber, Starke Demokratie“ in: Manfred Brocker (Hg.) Geschichte des politischen Denkens. Das 20. Jahrhundert. Frankfurt/M. 2018

PolBarb I
Benjamin Barber
The Truth of Power. Intellectual Affairs in the Clinton White House New York 2001

Brocker I
Manfred Brocker
Geschichte des politischen Denkens. Das 20. Jahrhundert Frankfurt/M. 2018
Moral Durkheim Habermas IV 77
Moral/Durkheim/Habermas: a) These: Moral beginnt dort, wo die Bindung an eine wie immer geartete Gruppe beginnt. (1)
Habermas IV 78
b) Mead: In Anlehnung an Kant: ein moralisch handelndes Subjekt muss sich zwar einer Autorität unterwerfen, (…) aber doch so, dass es selbst die Verpflichtungen übernimmt und sich die moralischen Forderungen zu eigen macht. Das Individuum ist nicht einer äußerlichen Gewalt, sondern einer Ehrfurcht gebietenden Autorität ausgesetzt. MeadVsKant: Mead für die bindende Kraft der Verpflichtung gleichzeitig auf Zwang und Attraktion zurück. Das Moralisch Gute ist zugleich das Erstrebenswerte. Es könnte nicht als Ideal wirksam werden (…) wenn es nicht die Befriedigung realer Bedürfnisse in Aussicht stellte. (2)
Habermas IV 79
Das Heilige erweckt die gleiche ambivalente Haltung wie die moralische Autorität, denn das Heilige ist mit einer Aura umgeben, die gleichzeitig abschreckt und anzieht, terrorisiert und bezaubert. (3) Aus dieser strukturellen Analogie schließt Durkheim auf eine sakrale Grundlage der Moral.
Habermas IV 80
Moral/Durkheim: These: die moralischen Regeln beziehen ihre bindende Kraft letztlich aus der Sphäre des Heiligen. Das erklärt, warum sie Gehorsam finden, ohne dass sie mit äußeren Sanktionen verknüpft sind. (4) Problem: wie kann eine säkularisierte Moral dann Bestand haben? Sicher hat sie keinen Bestand, wenn die Säkularisierung eine Profanierung bedeutete. (Siehe Heiliges/Durkheim). Denn damit würde das moralische Grundphänomen des verpflichtenden Charakters zum Verschwinden gebracht, wie in allen empiristisch ansetzenden Ethiken.
DurkheimVsSpencer: in Spencers Ethik zeigt sich eine vollkommene Unkenntnis des Wesens der Verpflichtung. Für ihn ist die Strafe nichts anderes als die mechanische Folge der Handlung. Das aber heißt, die Merkmale der moralischen Obligation von Grund auf zu verkennen. (5)


1.E. Durkheim, Sociologie et philosophie, Paris 1951, German Frankfurt 1967, S.86f
2.Ebenda S. 96.
3.Ebenda S. 86
4.Ebenda S. 125
5.Ebenda S, 95

Durkheim I
E. Durkheim
Die Regeln der soziologischen Methode Frankfurt/M. 1984

Ha I
J. Habermas
Der philosophische Diskurs der Moderne Frankfurt 1988

Ha III
Jürgen Habermas
Theorie des kommunikativen Handelns Bd. I Frankfurt/M. 1981

Ha IV
Jürgen Habermas
Theorie des kommunikativen Handelns Bd. II Frankfurt/M. 1981
Normen Mead Habermas IV 72
Normen/Mead/Habermas: Normen beanspruchen dicht darum Geltung, weil sie mit Sanktionen verknüpft sind- sonst könnten sie die Aktoren nicht zu gehorsam verpflichten, sondern nur Fügsamkeiten erzwingen. Offene Repression ist aber
Habermas IV 73
mit dem Sinn der Geltung von Normen unverträglich. Lösung/Mead/Habermas: Mead für also Normgeltung unmittelbar auf die sanktionsfreie, d.h. moralische Autorität des „verallgemeinerten Anderen“ zurück. Diese Instanz selbst soll zwar durch Verinnerlichung von Gruppensanktionen entstehen, zunächst aber müssen sich Gruppen als handlungsfähige Einheiten konstituiert haben, bevor in ihrem Namen Sanktionen verhängt werden können. Es muss sich ein Kollektivbewusstsein oder eine Gruppenidentität herausgebildet haben.
Mead: analysiert solche Vorgänge stets mit Begriffen der Persönlichkeitsentwicklung.
DurkheimVsMead/Habermas: Durkheim dagegen analysiert den religiösen Glauben und den Patriotismus nicht als außeralltägliche Haltungen moderner Zeitgenossen, sondern als Ausdruck eines stammesgeschichtlich tief verwurzelten Kollektivbewusstsein, das für die Identität von Gruppen konstitutiv ist.


Mead I
George Herbert Mead
Geist, Identität und Gesellschaft aus der Sicht des Sozialbehaviorismus Frankfurt 1973

Ha I
J. Habermas
Der philosophische Diskurs der Moderne Frankfurt 1988

Ha III
Jürgen Habermas
Theorie des kommunikativen Handelns Bd. I Frankfurt/M. 1981

Ha IV
Jürgen Habermas
Theorie des kommunikativen Handelns Bd. II Frankfurt/M. 1981
Ordnung Weber Habermas III 267
Ordnung/Weber/Habermas: eine Wertsphäre, der sozial folgenreiche Ideen angehören, kann im Allgemeinen nur unvollständig in einer legitimen Ordnung verkörpert werden. Das zeigt sich an der Gewalt, die in die Struktur von Handlungsnormen eingebaut ist: Normen bedürfen der Sanktionen. In der rechtlich organisierten Wirtschaftsordnung zeigt Weber das Verhältnis zwischen dem normativen Geltungsanspruch und der sozialen Ordnung von Handlungsnormen, die auf faktischem Einverständnis beruhen. Wenn Wirtschafts- und Rechtsordnung in engen Beziehungen zueinander stehen, so ist letztere dabei nicht in juristischem, sondern in soziologischem Sinn zu verstehen, nämlich als empirische Geltung. (1)
Habermas III 268
Damit ändert sich der Sinn von „Rechtsordnung“ völlig, sie stellt nicht mehr einen Kosmos logisch als „richtig“ erschließbarer Normen dar, sondern einen „Komplex von faktischen Bestimmungsgründen realen menschlichen Handelns“. (2)

1. M. Weber, Wirtschaft und Gesellschaft, hrsg. v. J. Winckelmann, Tübingen 1964, S. 240ff
2. Ebenda S. 234.

Weber I
M. Weber
Die protestantische Ethik und der Geist des Kapitalismus München 2013

Ha I
J. Habermas
Der philosophische Diskurs der Moderne Frankfurt 1988

Ha III
Jürgen Habermas
Theorie des kommunikativen Handelns Bd. I Frankfurt/M. 1981

Ha IV
Jürgen Habermas
Theorie des kommunikativen Handelns Bd. II Frankfurt/M. 1981
Qualitäten Esfeld I 176
Sekundäre Qualitäten/Esfeld: hier bezieht sich die Antwortabhängigkeit nicht nur auf den Erwerb, sondern auch auf den Inhalt. - Erwerb: wird demgegenüber durch inferentielle Rolle individuiert.
ausführlicher:
I 175
Def "Globale Antwortabhängigkeit" in Bezug auf den Erwerb von Begriffen: ...eine notwendige Bedingung für den Erwerb des Begriffes F, dass etwas nur dann F ist, wenn F zu sein die Disposition einschließt, den Mitgliedern...zu erscheinen. Die vorsichtige Formulierung "einschließt", soll vermeiden, dass die Eigenschaft dispositional sein muss.
Diese globale Antwortabhängigkeit ist hinreichend für eine soziale Theorie des Regelfolgens.
Inhalt/Erscheinung: der Inhalt braucht aber nicht etwas über F erscheinen zu sagen. Der Inhalt ist durch die Inferenzen bestimmt!
I 176
Das blockiert den Schritt zum noumenalen Realismus. Die Antwortabhängigkeit ermöglicht uns, eine Kategorie von Begriffen für sekundäre Qualitäten einzuführen:

Def Begriffe für sekundäre Qualitäten/Esfeld: sind genau diejenigen, bei denen sich Antwortabhängigkeit nicht nur auf den Erwerb, sondern auch auf den Inhalt bezieht. Bsp es gehört zum Inhalt von "komfortabel", Personen komfortabel zu erscheinen.

Inhalt/Erwerb/Bedingungen/Antwortabhängigkeit/Esfeld: Unterschied: nicht alle Dinge, die zur Extension gehören, müssen so sein, dass sie wirklich die Disposition auslösen, sie als F (sekundäre Qualität) zu klassifizieren.
Wir müssen nicht annehmen, dass unsere Antworten hinreichen, um die Extension zu fixieren!
Bsp Dinge, die während ihrer ganzen Existenz von Dunkelheit umgeben sind.
Dennoch schließt rot zu sein, die Disposition ein, rot zu erscheinen (wenn sie ans Licht gebracht würden).
Damit sind die Inhaltsbedingungen zu den Erwerbsbedingungen verlagert.
Vs: man könnte einwenden, dass man damit lediglich die Auswirkungen kennen könnte, die ein Ding hat, indem es uns F erscheint.
I 177
Wir haben also keinen Grund, auf die Natur zu schließen. Esfeld: tatsächlich kann man das so verstehen, dass dadurch der epistemische Zugang zum Ding selbst blockiert ist. ((s) >Kant).

Antwortabhängigkeit/Scheinen/Esfeld: bedeutet nicht, dass F zu erscheinen, eine Eigenschaft in Personen beinhaltet, die den epistemischen Zugang vermittelt.
Die Antwort kann sehr indirekt durch raffinierte Instrumente ausgelöst werden.
Antwortabhängigkeit/Esfeld: der Bikonditionalsatz kann in beiden Richtungen gelesen werden:
1. Von links nach rechts: wenn etwas F ist, dann erscheint es unter normalen Bedingungen so
2. Von rechts nach links: wenn etwas unter normalen Bedingen so erscheint, dann ist es auch F.
Vs: Letzteres könnte den Realismus kompromittieren.
I 177/178
Aber das hängt davon ab, wie wir Umstände (normale Bedingungen) verstehen.
Umstände/Esfeld: werden herausgefunden, indem wir unsere Handlungen durch Sanktionen als korrekt oder inkorrekt beurteilen. Damit finden wir die Bedingungen heraus, in denen unsere Dispositionen, eine gegebene Reihe fortzusetzen, konvergieren.
Aber wir brauchen die normalen Bedingungen nicht mit den spezifischen Bedingungen, unter denen wir übereinstimmen, zu identifizieren!
Esfeld: wir können die Bedingungen unseres Konvergierens herausfinden und damit den begrifflichen Inhalt bestimmen, aber es gleichzeitig so ansehen, dass wir auf eine Bestimmung der Bedingungen zielen, unter denen wir einen Zugang zu den Dingen haben, wie sie sind. ((s) Umkehrung.)
So kompromittiert diese Sicht der Antwortabhängigkeit nicht den Realismus.
Die Wahrheit wird nicht durch unsere Praktiken bestimmt!


Es I
M. Esfeld
Holismus Frankfurt/M 2002
Recht Durkheim Habermas IV 119
Recht/Durkheim/Habermas: Durkheim begreift die Entwicklung des Rechts wie Max Weber als Prozess der Entzauberung. Das archaische Recht ist im wesentlichen Strafrecht, als exemplarisch für das moderne Recht behandelt Durkheim das Zivilrecht mit dem Privateigentum als der Kerninstitution.
Habermas IV 120
Archaisches Recht/Durkheim/Habermas: ein Verstoß gegen die geheiligte Norm gilt nicht deshalb als Verbrechen, weil Sanktionen darauf stehen; vielmehr löst er Sanktionen aus, weil die Normen zunächst nichts anderes sind als eine Vorrichtung zur Schonung sakraler Gegenstände oder Bezirke. Strafe: wird hier als Sühne verstanden. (1)
Habermas IV 121
Modernes Recht/Zivilrecht/Durkheim/Habermas: an die Stelle der Sühne tritt der Schadensersatz; damit hat das moderne Recht seinen sakralen Charakter abgestreift. Problem: die Willkür privater Personen muss gebunden werden, durch etwas, auf das die Sollgeltung der Normen sich stützt und vertragschließende Parteien bindet.
Lösung/Durkheim: Durkheim führt den Ursprung dieses hinter der Normen stehenden allgemein verpflichtenden Charakters auf den Schutz des Sakralen in früheren Gesellschaften zurück.
Eigentum/Durkheim/Recht: modernes Privateigentum und den Schutz desselben führt Durkheim auf sakrale Güter und ihre Schutzwürdigkeit zurück. (2)(3)


1.E. Durkheim, De la division du travail social, German: Über die Teilung der sozialen Arbeit, Frankfurt, 1977, S. 141f
2.Ebenda S. 176-177
3.E. Durkheim, Lecons de sociologie, Physique des moeurs et du droit. Paris 1969, engl. London 1957.

Durkheim I
E. Durkheim
Die Regeln der soziologischen Methode Frankfurt/M. 1984

Ha I
J. Habermas
Der philosophische Diskurs der Moderne Frankfurt 1988

Ha III
Jürgen Habermas
Theorie des kommunikativen Handelns Bd. I Frankfurt/M. 1981

Ha IV
Jürgen Habermas
Theorie des kommunikativen Handelns Bd. II Frankfurt/M. 1981
Recht Habermas IV 261
Recht/Moral/Habermas: These: höhere Integrationsniveaus können in der sozialen Evolution nicht etabliert werden, bevor sich nicht Rechtsinstitutionen herausgebildet haben, in denen ein moralisches Bewusstsein der konventionellen bzw. postkonventionellen Stufe (Siehe Moral/Kohlberg) verkörpert ist. (1)
IV 458
Recht/Moderne/Habermas: das moderne Zwangsrecht ist von sittlichen Motiven entkoppelt. Das Recht setzt nicht mehr an vorgefundenen Kommunikationsstrukturen an, sondern erzeugt den Kommunikationsmedien entsprechende Verkehrsformen und Weisungsketten. Die traditional eingelebten Kontexte (…) werden in Systemumwelten abgeschoben. Die Grenzen zwischen System und Lebenswelt verlaufen, grob gesagt, zwischen den Subsystemen der Wirtschaft und der bürokratisierten Staatsverwaltung einerseits, und den privaten Lebenssphären sowie die Öffentlichkeit andererseits.
IV 536
Recht/Begründung/Habermas: das moderne Recht ist eine Kombination von Satzungs- und Begründungsprinzip. Das als Steuerungsmedium verwendete Recht ist von der Begründungsproblematik entlastet. Das entspricht der Entkoppelung von System und Lebenswelt. Die Rechtsinstitutionen gehören
IV 537
zur gesellschaftlichen Komponente der Lebenswelt. Solange das Recht als ein komplexes, mit Geld und Macht verknüpftes Medium funktioniert, erstreckt es sich auf formal organisierte Handlungsbereiche, die als solche unmittelbar in den Formen des bürgerlichen Formalrechts konstituiert worden sind, Hingegen haben Rechtsinstitutionen (siehe Letztbegründung/Habermas) keine konstituierende Kraft, sondern nur regulative Funktion. Sie sind in einem breiteren politisch-kulturellen und gesellschaftlichen Kontext eingebettet. Sie geben den informell bereits konstituierten Handlungsbereichen eine verbindliche, unter staatlichen Sanktionen stehende Form. (Siehe Verrechtlichung/Habermas).


1.J.Habermas, Zur Rekonstruktion des Historischen Materialismus, Frankfurt 1976.

Ha I
J. Habermas
Der philosophische Diskurs der Moderne Frankfurt 1988

Ha III
Jürgen Habermas
Theorie des kommunikativen Handelns Bd. I Frankfurt/M. 1981

Ha IV
Jürgen Habermas
Theorie des kommunikativen Handelns Bd. II Frankfurt/M. 1981
Regeln Durkheim Habermas IV 76
Regeln/Durkheim/Habermas: Durkheim unterscheidet technische von moralischen Regeln. Er vergleicht beide Typen unter dem Gesichtspunkt, was passiert, wenn diese Regeln verletzt werden. (1) Während ein Verstoß gegen eine gültige technische Regel ein Misslingen einer Intervention zur Folge hat, führt ein Verstoß gegen eine moralische Regel zu Sanktionen, die nicht immer als Misserfolg verstanden werden kann. Zwischen Handlungsregel und Handlungsfolge besteht ein konventioneller Zusammenhang. Dieser ist nicht empirisch wie im Fall technischer Regeln. Durkheim nennt den Zusammenhang zwischen Handlungen und Konsequenzen ein synthetisches Band. (2)
Habermas IV 77
Autorität/Durkheim/Habermas: Durkheim will auf moralische Autorität von Regeln hinaus, nicht auf materielle Autorität einer physischen Vorherrschaft. (3) Das erklärungsbedürftige an der Geltung moralischer Regeln ist gerade der Umstand, dass sie eine verpflichtende Kraft besitzen, die Sanktionen erst begründet – und nicht ihrerseits Sanktionen voraussetzt. Moralische Regeln tragen ein Sondermerkmal: den obligatorischen Charakter, der uns gewisse Handlungen einfach verbietet. (4) Regeln/“Moralische Tatsachen“/Durkheim/Habermas: zwei Merkmale: a) ein Charakter des Unpersönlichen, b) eine Gefühlsambivalenz, die die moralische Autorität im Handelnden auslöst.

1.E. Durkheim, Sociologie et philosophie, Paris 1951, German Frankfurt 1967, S. 93.
2.Ebenda, S. 93
3.Ebenda, S. 129
4. Ebenda, S. 94

Durkheim I
E. Durkheim
Die Regeln der soziologischen Methode Frankfurt/M. 1984

Ha I
J. Habermas
Der philosophische Diskurs der Moderne Frankfurt 1988

Ha III
Jürgen Habermas
Theorie des kommunikativen Handelns Bd. I Frankfurt/M. 1981

Ha IV
Jürgen Habermas
Theorie des kommunikativen Handelns Bd. II Frankfurt/M. 1981
Sanktionen
Sanktionen Habermas IV 417
Sanktionen/Kommunikation/HabermasVsParsons/Habermas: Problem: unter Bedingungen der Sanktionierung kann der Handelnde sein eigenes Ja zu einem Geltungsanspruch (Zustimmung zu einer Behauptung, Empfehlung usw.) nicht ernstnehmen. Das Sanktionsschema kann nur solche Interaktionsmodi aufnehmen, bei denen es um empirische Anstrengungen zur Fortsetzung einer Interaktion geht. Lösung/Habermas: man kann eine allgemeine Aufnahmebereitschaft von Alter derart auf einzelne Quellen von Egos Ansehen oder Einfluss zurückführen, dass die empirisch, durch Anreiz und Abschreckung motivierten Bindungen vom rational, nämlich durch begründetes Einverständnis motivierten Vertrauen, unterschieden werden können. Entweder orientiert man sich an Strafen und Belohnungen, oder man verfügt über ausreichendes Wissen und ist hinreichend autonom, um für die Einlösung der kommunikativ erhobenen Geltungsansprüche zu garantieren. (Siehe auch Wissen/Habermas, Autonomie/Parsons).

Ha I
J. Habermas
Der philosophische Diskurs der Moderne Frankfurt 1988

Ha III
Jürgen Habermas
Theorie des kommunikativen Handelns Bd. I Frankfurt/M. 1981

Ha IV
Jürgen Habermas
Theorie des kommunikativen Handelns Bd. II Frankfurt/M. 1981
Sanktionen Morgenthau Brocker I 287
Sanktionen/Morgenthau: Die spezifische Sanktionsinstanz im Bereich der Moral ist ein Pflicht-Gefühl im Gewissen, verstanden als eine von außen unabhängige Selbstbindung, die den anderen normativen Systemen fehlt. Sittliche Vorgaben sind abhängig von der sozialen Realität; Sanktionen müssen von außen angedroht und gegebenenfalls vollzogen werden, wobei weder Quelle noch Art der Sanktion von vornherein feststehen. Die tatsächliche soziale Kraft des Rechts schließlich bleibt abhängig von Sanktionsmechanismen, die ihrerseits formal reguliert sind und die Verfügbarkeit überlegener Machtpotentiale voraussetzen.

Christoph Frei, „Hans J. Morgenthau, Macht und Frieden (1948)“ in: Manfred Brocker (Hg.) Geschichte des politischen Denkens. Das 20. Jahrhundert. Frankfurt/M. 2018


Pol Morg I
Hans Morgenthau
Macht und Frieden. Grundlegung einer Theorie der internationalen Politik Gütersloh 1963

Brocker I
Manfred Brocker
Geschichte des politischen Denkens. Das 20. Jahrhundert Frankfurt/M. 2018
Sanktionen Parsons Habermas IV 415
Sanktionen/Handlungstheorie/Geltungsansprüche/Parsons/HabermasVsParsons/Habermas: Parsons berücksichtigt nicht, und er kann auch im Rahmen seiner Handlungstheorie nicht berücksichtigen, dass sich der Begriff der Sanktionen auf Ja/Nein-Stellungnahmen zu kritisierbaren Geltungsansprüchen nicht anwenden lässt. Die Strategiepaare Anreiz/Abschreckung und Überzeugung/Ermahnung unterscheiden sich nämlich: im einen Fall ist Ego allein an den Konsequenzen seines Handelns orientiert, im anderen Fall muss er mit Alter sprechen und ihn über das Bestehen von Sachverhalten aufklären oder überzeugen.
Habermas IV 416
Im ersten Fall geht es um erfolgsorientiertes Handeln, im zweiten Fall um verständigungsorientiertes Handeln. (Siehe auch >Illokutionäre Akte, >Perlokutionäre Akte). Habermas: unter Bedingungen der Sanktionierung kann der Handelnde sein eigenes Ja zu einem Geltungsanspruch (Zustimmung zu einer Behauptung, Empfehlung usw.) nicht ernstnehmen. Das Sanktionsschema kann nur solche Interaktionsmodi aufnehmen, bei denen es um empirische Anstrengungen zur Fortsetzung einer Interaktion geht. Lösung: Siehe Sanktionen/Habermas).

ParCh I
Ch. Parsons
Philosophy of Mathematics in the Twentieth Century: Selected Essays Cambridge 2014

ParTa I
T. Parsons
The Structure of Social Action, Vol. 1 1967

ParTe I
Ter. Parsons
Indeterminate Identity: Metaphysics and Semantics 2000

Ha I
J. Habermas
Der philosophische Diskurs der Moderne Frankfurt 1988

Ha III
Jürgen Habermas
Theorie des kommunikativen Handelns Bd. I Frankfurt/M. 1981

Ha IV
Jürgen Habermas
Theorie des kommunikativen Handelns Bd. II Frankfurt/M. 1981
Selbstorganisation Ostrom Brocker I 730
Selbstorganisation/Ebenen/Wirtschaft/Soziale Güter/Ostrom: Marktlichen und staatlichen Organisationen wohnt geradezu zwangsläufig eine Mehrebenen-Problematik inne: es gibt Regeln auf operativer, kollektiver oder konstitutioneller Ebene.
Brocker I 731
Problem: zum Ausprobieren von Regeln und ihren Wirkungen in der Theorie wird angenommen, dass wenn Regeln geändert werden, diejenigen auf den unteren Ebenen konstant gehalten werden. (1) Selbstorganisation: in Systemen mit selbstorganisierenden Akteuren kann diese Annahme nicht aufgestellt werden. Die Akteure müssen zwischen den Ebenen hin- und herwechseln können, um Probleme zu lösen.
Individuen, die über keine Autonomie zur Selbstorganisation und Selbstverwaltung verfügen, bleiben in ihrer Eine-Ebene-Welt verhaftet. (2)
Brocker I 732
Für die Untersuchung von Strategien nachhaltiger Bewirtschaftung von Allmendegütern (sozialen Gütern) wählt Ostrom höchst unterschiedliche Beispielen aus verschiedenen Weltregionen (Schweiz, Japan, Philippinen, Spanien) mit unterschiedlichen Kulturen und Umweltbedingungen. (3) Frage: gibt es allgemeine Prinzipien für das Aufstellen von Regeln der Bewirtschaftung und Kooperation zwischen den Akteuren, die an diesen unterschiedlichen Fällen erkannt werden können?
Operative Regeln/Ostrom: (siehe auch Organisation/Ostrom): hier gibt es auch Bauprinzipien , die maßgeblichen Einfluss auf die Nachhaltigkeit der vorgestellten Ressourcenbewirtschaftungs-Systeme haben:
1. Klar definierte Grenzen für Haushalte oder Personen, die das Recht zur Entnahme von Einheiten aus der Allmende haben.
2. Kongruenz zwischen Aneignungs- und Bereitstellungsregeln und lokalen Bedingungen
3. Arrangements für kollektive Entscheidungen: die meisten Personen können über Änderungen der operativen Regeln mitbestimmen.
4. Überwachung: die Überwacher sind den Aneignern (von Allmendegütern) gegenüber rechenschaftspflichtig oder selbst Aneigner.
5. Abgestufte Sanktionen von Regelverletzungen
6. Konfliktlösungsmechanismen: die Beteiligten haben raschen Zugang zu kostengünstigen lokalen Arenen, die Konflikte schlichten.
7. Minimale Anerkennung des Organisationsrecht: das Recht der Aneigner, eigene Institutionen zu entwickeln, wird von keiner externen staatlichen Behörde in Frage gestellt.
8. Eingebettete Unternehmen: (für größere, komplexere Systeme): hier sind Aneignung, Bereitstellung, Überwachung, Durchsetzung, Konfliktlösung und Verwaltung in mehrere Ebenen eingebettet.
Allmendegüter/Übernutzung: Für sich genommen ist keine der obigen Regeln ausreichend, um Hardins „Tragik der Allmende“ (siehe Soziale Güter/Hardin) - also die zwangsweise Übernutzung gemeinschaftlicher Güter - zu verhindern.
Brocker I 734
Trittbrettfahrerproblem/Lösung/Ostrom: erst Investitionen in kostengünstige, selbst organisierte Überwachung machen die Zusagen der einzelnen Nutzer glaubwürdig. Gleichzeitig nehmen sie selbst Teil an der Überwachung, um Ausbeutung durch ihre Nachbarn zu verhindern. Lernen/Sanktionen: zum Lernen ist es wichtig, dass die Sanktionen am Anfang nicht existentiell bedrohend sind.
Brocker I 734
Staatliche Eingriffe: Problem: Selbstregulierung und Eigeninitiative werden durch staatliche Intervention und Regulierung bedroht. (4)(5) Siehe Soziale Güter/Ostrom.

1. Elinor Ostrom, Governing the Commons. The Evolution of Institutions for Collective Action, Cambridge 1990. Dt.: Elinor Ostrom, Die Verfassung der Allmende. Jenseits von Staat und Merkt, Tübingen 1999, S 68.
2. Ebenda S. 70
3. Ebenda S. 72f
4. Hanisch „Cooperatives in Rural Devolopment and Poverty Alleviation“, in: Jos Bijman/Roldan Muradian/Jur Schuurman (Ed.) Cooperatives, Economic Democratization and Rural Development, Cheltenham/Northampton 2016, S. 55
5. Helen Markelova Ruth Meinzen-Dick/Jon Hellin/Stephan Dohrn, „Collective Action for Smallholder Market Access“, in: Food Policy 34/1, 2009, S. 5


Markus Hanisch, „Elinor Ostrom Die Verfassung der Allmende“, in: Manfred Brocker (Hg.) Geschichte des politischen Denkens. Das 20. Jahrhundert. Frankfurt/M. 2018

EconOstr I
Elinor Ostrom
Governing the commons: The evolution of institutions for collective action Cambridge 1990

Brocker I
Manfred Brocker
Geschichte des politischen Denkens. Das 20. Jahrhundert Frankfurt/M. 2018
Soziale Netzwerke Zittrain I 222
Soziale Netzwerke/Zittrain: Um sicher zu sein, können wir uns selbst googeln, aber dies erfasst nicht die Datenbanken, die nur für "Freunde von Freunden" zugänglich sind - eine Kategorie, die uns vielleicht nicht einschließt, aber Tausende von anderen. Gleichzeitig haben wir vielleicht nur einen minimalen Rückgriff, wenn die Informationen, von denen wir dachten, dass sie nur zum Spaß in sozialen Netzwerken zirkulieren und, sagen wir, nur unter Kommilitonen, in die ganze Welt gelangen. (1)
I 223
Einige wollten schon früh in der Lage sein, Material im Web zu veröffentlichen, ohne dass es in Suchmaschinen erscheint. So wie ein Gespräch in einer Kneipe eine private Angelegenheit ist, die sich in einem öffentlichen (aber nicht öffentlichen besessenen) Raum entfaltet, wollten diese Leute, dass ihre Seiten privat, aber nicht geheim sind. Das Gesetz bietet einen Ansatz, um diesen Wunsch nach Privatsphäre, aber nicht nach Geheimhaltung zu rechtfertigen. Sie könnte einen Rahmen schaffen, der den Umfang und die Art eines Rechts auf der zu indexierenden Website festlegt und Sanktionen für diejenigen vorsieht, die dieses Recht verletzen.
I 224
Heutzutage wissen fast alle Web-Programmierer, dass robots.txt die Art und Weise ist, wie Websites ihre Absichten an Roboter weitergeben können, und diese Absichten werden von jeder großen Suchmaschine in verschiedenen Kulturen und Rechtsordnungen respektiert. (2)
1. It does not just happen on social networking sites; constitutional law scholar Laurence Tribe was distressed when a statement he posted on a family Web site became the subject of public attention. ROSEN, THE NAKED CROWD: RECLAIMING SECURITY AND FREEDOM IN AN ANXIOUS AGE, (2004); Jeffrey Rosen, The Naked Crowd: Balancing Privacy and Security in an Age of Terror, 46 ARIZ. L. REV. 607, 610 (2004) at 164—65.
2. See, e.g., Yahoo!, Search Help, How Do I Prevent You from Indexing Certain Pages?, http://help.yahoo.com/lus/yahoo/search/webcrawler/slurp-04.html (last visited Dec. 1, 2007); Microsoft Live Search, Site Owner Help: Control Which Pages of Your Website Are Indexed, http://search.msn.com.sg/docs/siteowner.aspx?t=SEARCH_WEBMASTER_REF_RestrictAccessToSite.htm (last visited Dec. 1, 2007); Baidu, http://www.baidu.com/search/robots.html (last visited June 1, 2007); Google, Webmaster Help Center: How Do I Request that Google Not Crawl Parts or All of My Site?, http://www.google.com/support/webmasters/bin/answer.py?answer=33570&topic=8846 (last visited June 1, 2007). See generally Posting of Dan Crow to the Official Google Blog, Controlling How Search Engines Access and Index Your Website, http://googleblog.blogspot.com/2007/01/controlling-how-search-engines-access.html (Jan. 26, 2007, 11:36).

Zittrain I
Jonathan Zittrain
The Future of the Internet--And How to Stop It New Haven 2009
Strafen Durkheim Habermas IV 119
Strafe/Archaisches Recht/Durkheim/Habermas: Das archaische Recht ist im wesentlichen Strafrecht.
Habermas IV 120
Ein Verstoß gegen die geheiligte Norm gilt nicht deshalb als Verbrechen, weil Sanktionen darauf stehen; vielmehr löst er Sanktionen aus, weil die Normen zunächst nichts anderes sind als eine Vorrichtung zur Schonung sakraler Gegenstände oder Bezirke. Strafe: wird hier als Sühne verstanden.
Sühne/Durkheim: beruht auf dem Gedanken einer Genugtuung, der einer realen oder idealen Macht zugebilligt wird, die über uns steht. Mit der Bestrafung wollen wir uns nicht persönlich rächen, sondern etwas Höheres (…) außerhalb und oberhalb von uns fühlen. Dieses wird im Lauf der Zeit als etwas anderes begriffen: zunächst als etwas wesentlich Religiöses, später als Moral oder Pflicht. (…) Damit liegt es über der einfachen Wiedergutmachung, mit der wir uns in der Ordnung der rein menschlichen Interessen begnügen. (1)


1.E. Durkheim, De la division du travail social, German: Über die Teilung der sozialen Arbeit, Frankfurt, 1977, S. 141f

Durkheim I
E. Durkheim
Die Regeln der soziologischen Methode Frankfurt/M. 1984

Ha I
J. Habermas
Der philosophische Diskurs der Moderne Frankfurt 1988

Ha III
Jürgen Habermas
Theorie des kommunikativen Handelns Bd. I Frankfurt/M. 1981

Ha IV
Jürgen Habermas
Theorie des kommunikativen Handelns Bd. II Frankfurt/M. 1981
Utilitarismus Parsons Habermas IV 305
Utilitarismus/Parsons/ParsonsVsUtilitarismus/Habermas: in „The Structure of Social Action“ zeigt Parsons am Begriff des zweckrationalen Handelns, dass der Utilitarismus die Entscheidungsfreiheit des Handlungssubjekts nicht begründen kann.
Habermas IV 311
Das utilitaristische Dilemma: 1. Der Aktor steht genau einer objektiven Welt existierender Sachverhalte gegenüber und verfügt über eine mehr oder weniger genaue empirische Kenntnis dieser Situation.
Habermas IV 312
2. Erfolg/Parsons: bemisst sich in diesem Fall ausschließlich daran, ob das Ziel erreicht wurde. Normen: beschränken sich hier auf die Regulierung der Beziehungen zwischen Zwecken, Mittel und Bedingungen. Die Wahl der Zwecke wird also unbestimmt gelassen. („randomness of ends“). (1)
3. Zweckrationalität: sieht keinen Mechanismus vor, über den die Handlungen verschiedener Aktoren koordiniert werden könnten. Das nennt Parsons den „atomistischen“ Handlungsbegriff. Stabilität kann sich nur bei zufällig ineinandergreifenden Interessenlagen ergeben.
Dilemma: wie kann sich Entscheidungsfreiheit als Kern der Handlungsfreiheit aus dem utilitaristischen Handlungsbegriff entwickeln lassen?
Habermas IV 313
a) Zwecke können unabhängig von Mitteln und Bedingungen variieren, diese Bedingung ist zwar notwendig, aber nicht hinreichend. Solange neben Entscheidungsmaximen keine Werte zugelassen sind, gibt es Raum für zwei entgegengesetzte Interpretationen, die beide mit der Entscheidungsfreiheit unvereinbar sind, sowohl im positivistischen als auch im rationalistischen Sinn. b) Zwecksetzung als Funktion der Kenntnisse: Hier ist die Handlung ein Prozess der rationalen Anpassung an die Bedingungen. Die aktive Rolle des Handelnden wird auf das Verständnis der Situation reduziert.
Problem: weder die rationalistische noch die positivistische Deutung des utilitaristischen Handlungsmodells
Habermas IV 314
Kann erklären, warum der Handelnde in einem nicht nur kognitiven Sinn Fehler machen kann. (Siehe Autonomie/Parsons).
Habermas IV 321
Utilitarismus/Parsons/Habermas: Parsons hält am Kern des utilitaristischen Handlungsbegriffs fest. Vielleicht glaubt er, den Voluntarismus nur dadurch retten zu können, das er Entscheidungsfreiheit als kontingente Wahlfreiheit, in der Sprache des deutschen Idealismus: als Willkür konzipiert.
Habermas IV 371
Utilitarismus/Parsons/ParsonsVsUtilitarismus/Habermas: aus der Kritik des Utilitarismus gewann Parsons zunächst die Vorstellung einer durch Werte und Maximen geregelten Zweckselektion. Lösung: kulturelle Werte sollten auf dem Wege von Institutionalisierung und Internalisierung auf Handlungssituationen bezogen und mit Sanktionen verknüpft werden; dadurch sollten sie in der Realität der Lebensformen und Lebensgeschichten die Beständigkeit substantieller Sittlichkeit gewinnen.


1.Talcott Parsons, The Structure of Social Action, NY, 1949, S. 49.

ParCh I
Ch. Parsons
Philosophy of Mathematics in the Twentieth Century: Selected Essays Cambridge 2014

ParTa I
T. Parsons
The Structure of Social Action, Vol. 1 1967

ParTe I
Ter. Parsons
Indeterminate Identity: Metaphysics and Semantics 2000

Ha I
J. Habermas
Der philosophische Diskurs der Moderne Frankfurt 1988

Ha III
Jürgen Habermas
Theorie des kommunikativen Handelns Bd. I Frankfurt/M. 1981

Ha IV
Jürgen Habermas
Theorie des kommunikativen Handelns Bd. II Frankfurt/M. 1981

Der gesuchte Begriff oder Autor findet sich in folgenden 6 Kontroversen:
Begriff/
Autor/Ismus
Autor Vs Autor
Eintrag
Literatur
SanktionenSanktionen Esfeld Vs Blackburn, S. Esfeld I 119
Blackburn: ("The Indivdual strikes back", 1984): These: Mitglieder einer Gemeinschaft verhalten sich zueinander wie zeitliche Phasen eines Individuums. (Korrekturen möglich). Privatsprache/Regelfolgen/BlackburnVsKripke/BlackburnVsWittgenstein: Daher kann ein Individuum isoliert betrachtet genauso Regeln folgen wie eine Gemeinschaft. KripkeVs: jemand könnte gestern der Addition gefolgt sein und heute der Quaddition folgen. Im Lichte der Regel, der sie jetzt zu folgen versucht, kann sie frühere Handlungen als korrekt/inkorrekt beurteilen, aber was auch immer ihr in diesen Urteilen jetzt korrekt /inkorrekt scheint, das ist korrekt oder inkorrekt.
I 120
EsfeldVsBlackburn: eine soziale Lösung steht für den isolierten Skeptiker nicht zur Verfügung. (Sanktionen). Es kann keine Konvergenz ausgehandelt werden. Die gegenwärtigen Dispositionen haben immer eine privilegierte Stellung! Dasselbe gilt für die Simulation einer anderen Person: sie kann keine Rückmeldung geben.

Es I
M. Esfeld
Holismus Frankfurt/M 2002
SanktionenSanktionen Verschiedene Vs Hume, D. Hacking I 68
Kausalität/W.C.BroadVsHume:. VsRegelmäßigkeit: Bsp wir können feststellen, daß die Sirene von Manchester jeden Tag um die gleiche Zeit heult, woraufhin die Arbeiter von Leeds die Arbeit für eine Stunde ruhen lassen. Aber keine Verursachung.
Hacking I 70
CartwrightVsHume: die Regelmäßigkeiten sind Merkmale der Verfahren, mit denen wir Theorien aufstellen. (>Putnam).
Hacking I 70
Kausalität/W.C.BroadVsHume: VsRegelmäßigkeit: Bsp wir können feststellen, dass die Sirene von Manchester jeden Tag um die gleiche Zeit heult, woraufhin die Arbeiter von Leeds die Arbeit für eine Stunde ruhen lassen. Aber keine Verursachung. Hacking I 68 CartwrightVsHume: die Regelmäßigkeiten sind Merkmale der Verfahren, mit denen wir Theorien aufstellen. (>Putnam).

Hume I 131
Def Atomismus/Hume/Deleuze: ist die These, dass die Relationen den Vorstellungen äußerlich sind. (KantVs). VsHume: Kritiker werfen ihm vor, das Gegebene "atomisiert" zu haben.
Theorie/DeleuzeVsVs: damit glaubt man, ein ganzes System an den Pranger gestellt zu haben. . Als wäre es eine Marotte Humes. Was ein Philosoph sagt wird so dargestellt, als würde es von ihm getan oder gewollt.
I 132
Was glaubt man damit erklären zu können? Eine Theorie muss von ihren begrifflichen Grundlagen her verstanden werden. Eine philosophische Theorie ist eine entfaltete Frage. Frage und Kritik der Frage sind eins.
I 133
Es geht nicht darum zu wissen, ob die Dinge so oder so sind, sondern ob die Frage eine gute Frage ist oder nicht.
Schurz I 238
Gesetzesartigkeit/gesetzesartig/Schurz: b) im engeren Sinn: = physikalische Notwendigkeit (um der Vagheit bzw. Gradualität des weiten Begriffs zu entgehen). Problem: nicht alle raumzeitlich unbeschränkten Gesetze sind gesetzesartig im engeren Sinn.
Universell, aber nicht physikalisch notwendig: Bsp "Kein Klumpen Gold hat einen Durchmesser von mehr als einem Kilometer".
Universalität: ist also keine hinreichende, aber eine notwendige Bedingung für Gesetzesartigkeit. Bsp der Allsatz "Alle Äpfel in diesem Korb sind rot" ist nicht universell, auch dann nicht, wenn man ihn durch seine Kontraposition ersetzt: Bsp "Alle nichtroten Gegenstände sind keine Äpfel in diesem Korb". (Hempel 1965, 341).
starke Hume-These/Hume/Schurz: Universalität ist eine hinreichende Bedingung für Gesetzesartigkeit. SchurzVs: das ist falsch
schwache Hume-These/Schurz: Universalität ist eine notwendige Bedingung für Gesetzesartigkeit.
((s) stärker/schwächer/(s): die Behauptung, dass eine Bedingung hinreichend ist, ist stärker als die, dass sie notwendig ist.) BhaskarVsschwache Hume-These. BhaskarVsHume.
Lösung/Carnap/Hempel:
Def Maxwell-Bedingung/Gesetzesartigkeit: Naturgesetze bzw. nomologische Prädikate dürfen keinen analytischen Bezug auf bestimmte Individuen oder Raumzeitpunkte (RZ-Punkte) enthalten. Das ist viel stärker als die Universalitätsbedingung. (stärker/schwächer).
Bsp "Alle Smaragde sind glau": ist zwar raumzeitlich universell, aber erfüllt nicht die Maxwell Bedingung. ((s) weil beobachtete Smaragde konkrete Individuen sind?).
I 239
Naturgesetz/NG/Armstrong: sind Implikationsbeziehungen zwischen Universalien. Daher kein Bezug auf Individuen. (1983,) Maxwell Bedingung/Wilson/Schurz: (Wilson 1979): stelle ein physikalisches Symmetrieprinzip dar: d.h. NG müssen invariant sein unter Translation ihrer Zeitkoordinaten und Translation bzw. Rotation ihrer Raumkoordinaten. Daraus lassen sich Erhaltungssätze gewinnen.
Symmetrieprinzipien/Prinzip/Prinzipien/Schurz: physikalische Symmetrieprinzipien sind jedoch nicht a priori, sondern erfahrungsabhängig!
Maxwell-Bedingung/Schurz: ist für Gesetzesartigkeit zu schwach: Bsp "Kein Klumpen Gold..." auch dieser Allsatz erfüllt sie.

Stegmüller IV 243
StegmüllerVsHume: geht meist unsystematisch vor und mischt kontingente Eigenschaften der Welt mit zufälligen Eigenschaften der Menschen. Ethik/Moral/Hume: 1. angesichts knapper Ressourcen müssen die Menschen kooperieren um überleben zu können.
2. HumeVsHobbes: allen Menschen ist Sympathie eigen. Wäre freilich alles im Überfluss vorhanden, wäre die Respektierung fremden Eigentums überflüssig:
IV 244
Die Menschen würden freiwillig die Bedürfnisse im allseitigen Interesse gemäß ihrer Dringlichkeit befriedigen. Moral/Ethik/Shaftesbury/ShaftesburyVsHume: will die gesamte Moral auf menschlicher Sympathie, Altruismus und Nächstenlieben aufbauen. (>Positionen).
HumeVsShaftesbury: illusionäres Ideal.
Ethik/Moral/Hume: 3. menschliche Einsichtsfähigkeit und Willensstärke sind begrenzt, daher sind Sanktionen notwendig.
4. Vorteilhafter Zug: die Intelligenz befähigt den Menschen, langfristige Interessen zu berechnen.
IV 245
Die entscheidende Triebkraft ist das Eigeninteresse. Es ist sinnlos zu fragen, ob der Mensch "von Natur aus gut" oder "von Natur aus schlecht" sei.
es geht um die Unterscheidung von Klugheit und Narrheit.
5. Der Mensch ist verwundbar.
6. Die Menschen sind annähernd gleich.





Hacking I
I. Hacking
Einführung in die Philosophie der Naturwissenschaften Stuttgart 1996

Schu I
G. Schurz
Einführung in die Wissenschaftstheorie Darmstadt 2006
SanktionenSanktionen Verschiedene Vs Mackie, J.L. Stegmüller IV 435
Gott/Newman: nun gibt es keine irdische Person, die dieser Rolle voll gerecht würde! Glauben/MackieVsNewman: Argumente erzeugen selten den Glauben, wenn sie ihn auch bestärken.

NewmanVsMackie: tatsächlich ist es vielmehr die tatsächliche Erfahrung des Gewissens!
1. Es gebietet legitim (oder autoritativ)
2. Es weist über den Handelnden hinaus
3. Die Sanktionen müssen von einer Person, einem intelligenten Wesen herrühren.
MackieVsNewman: 1. das führt nicht zu Unendlichkeitsattributen Gottes.
2. Man kann nur entweder der ersten oder den beiden anderen Prämissen zustimmen.
Dilemma:
a) Wenn das Gewissen als gültig genommen wird, schreibt es bestimmte Handlungen als vernünftig vor. In der Handlung selbst ist das ein "Getanwerdensollen".
In diesem Fall braucht man nicht jenseits der Handlung nach einem höheren Wesen zu suchen.
IV 436
Dass hier Bedauern, Schuldgefühle usw. auftreten, ist natürlich: denn das Gewissen selbst sagt uns, dass wir so empfinden sollen. Außerdem treten die Schuldgefühle einer (menschlichen) Person gegenüber auf, die wir schlecht behandelt haben, und nicht gegenüber Gott. b) Wenn wir das Gewissen nicht einfach so hinnehmen, sondern versuchen es kritisch zu deuten, dann stoßen wir tatsächlich auf Personen, aber auf menschliche und nicht auf göttliche. Eltern, Lehrer, Institutionen usw.
IV 437
So gibt es hier entweder den ethischen Objektivismus und den Intuitionismus oder eine naturalistisch psychologische Deutung des Gewissens als bessere Hypothesen. MackieVs moralische Gottesbeweise: bessere Erklärungen für Handeln als für die Existenz einer göttlichen Person.
Praktische Entschlüsse müssen sich auf Tatsachenüberzeugungen gründen und nicht umgekehrt!
Wir können nicht das, was wir als vernünftiges Handeln anzusehen geneigt sind, als Beweis für das heranziehen, was der Fall ist.
IV 438
MackieVsKant: Schwierigkeit seines moralischen Arguments: wenn ein bestimmtes praktischen Prinzip ganz bestimmte Tatsachenbehauptungen voraussetzt, dann kann die Vernunft, so rein sie sein mag, nicht beanspruchen, die Gültigkeit dieses praktischen Prinzips aufgezeigt zu haben, wenn sie nicht unabhängig davon die Gültigkeit der fraglichen Tatsachenbehauptungen nachgewiesen hat.




SanktionenSanktionen Mackie Vs Mill, J. St. Stegmüller IV 209
VsUtilitarismus/Mill: (selbst U.) gesteht zu, dass utilitaristische Theorien oft an der Vagheit und Verschiedenheit der Auffassungen von Gerechtigkeit scheitern. Mill: dennoch stehen dem Nützlichkeitsprinzip dieselben Sanktionen zur Verfügung wie allen anderen moralischen Normen.
MackieVsMIll: das ist empirisch falsch: Verletzungen des Allgemeinwohls erregen unser Empfinden weit stärker als Verletzungen spezieller Regeln der Gerechtigkeit.

Regel Utilitarismus: indirekter als der U.: zwei Stufen: (Austin):
IV 210
1. Maßstab unserer Regeln soll die Nützlichkeit sein 2. Maßstab unserer Handlungen seien die Regeln.
Stellt die Regeln weit stärker in den Vordergrund und greift auf Nützlichkeit nur zur Rechtfertigung der Regeln zurück.
Diese Regeln brauchen nicht explizit zu sein.
VsRegel Utilitarismus: alle Probleme des Utilitarismus kehren auf einer höheren Abstraktionsstufe wieder.
IV 211
Nützlichkeitsprinzip/Mill: Übergang vom individualistischen zum universalistischen Hedonismus. Wenn Glück für jeden Einzelnen ein Gut ist, dann ist das allgemeine Glück ein Gut für die Gesamtheit aller Menschen. Nützlichkeitsprinzip/MackieVsMill: der angebliche Beweis schmuggelt unzulässige Prämissen ein.
Die Gesamtheit der Menschen wird fälschlich als psychisches Subjekt behandelt Die Menschheit steht niemals vor einer Wahl. (IV 225)
IV 212
Fehlschluss: von "jeder" auf "alle". Außerdem wird hier beim Übergang vom Individuum zur Gesellschaft anstelle des Subjektivismus ein "Wertobjektivismus" eingeschmuggelt.

IV 263
Moral/Ethik/Mill: These: glaubte an allmähliche Veränderung der menschlichen Natur in Richtung auf eine "allgemeine Menschenliebe". J. F. StephenVsMill: das ist "transzendentaler Utilitarismus": ein von "unparteiischer Nächstenliebe" beseelte Person könnte sich stalinistisch verhalten. Alles kann zur Rechtfertigung jeglicher Gewaltanwendung herangezogen werden.
Mackie dito.
IV 264
Moral/Ethik/Mackie: muss sich an anthropologischen Rahmenbedingungen ausrichten: unterschiedliche Ideale bedürfen allgemeiner (gemeinsamer) Prinzipien.
IV 265
Die Zurückweisung objektiver Werte schließt die Ablehnung in sich bestehender Rechte ein. Folge: spezielle Rechte lassen sich nicht a priori aus allgemeinen Gründen herleiten.
IV 269
MackieVsMill: sein utilitaristisches Begründungskonzept steht auf wackligen Füßen: das "Prinzip des Nichteingreifens" ließe sich besser anders begründen:
IV 270
durch die Auffassung vom Guten für den Menschen. Gut/MackieVsMill: 1. nicht alle können ihr eigenes Wohl immer richtig einschätzen.
2. Mills Prinzip ist zu schwach. Bsp Gedankenfreiheit, Redefreiheit. Beide lassen sich durch Mills Prinzip allein nicht begründen!
Mackie: statt dessen brauche wir ein "Prinzip des legitimen Eingreifens".

Macki I
J. L. Mackie
Ethics: Inventing Right and Wrong 1977
SanktionenSanktionen Verschiedene Vs Utilitarismus Stegmüller IV 200
Utilitarismus/Stegmüller: berücksichtigt ausschließlich die Folgen der Handlungen. (>Nagel: "Konsequentialismus") – "Das ist für mich gut" wird schon vorausgesetzt – beurteilt werden die Folgen – einzige moralische Grundnorm: Nützlichkeitsprinzip.
IV 202/203
MackieVsUtilitarismus: 1. Begriffliche Grundlagen: Abgrenzung zu Tieren, künftigen Generationen usw. Problem der quantitativen Messung von Schmerz usw.
IV 204
2. Verteilungsproblematik: auch RawlsVsUtilitarismus: falsche Summierung. Falsche Analogisierung der Gesellschaft mit einem "großen Menschen" . - führt letztlich zur Mißachtung des Einzelnen.
IV 207
Rawls/Stegmüller: der "Schleier des Nichtwissens" geht auf J. Harsanyi zurück. VsUtilitarismus: die subjektiven Präferenzen sind zunächst gar nicht bekannt.
IV 209
VsUtilitarismus/Mill: (selbst Utilitarist) gesteht zu, dass utilitaristische Theorien oft an der Vagheit und Verschiedenheit der Auffassungen von Gerechtigkeit scheitern. Mill: dennoch stehen dem Nützlichkeitsprinzip dieselben Sanktionen zur Verfügung wie allen anderen moralischen Normen.




SanktionenSanktionen Mackie Vs Utilitarismus Stegmüller IV 311
Absicht/Mackie: "geradlinige Regel": danach ist man für alle eigenen absichtlichen Handlungen verantwortlich.
IV 312
Bsp fahre ich trotz mangelnder Übung fort, kann man mir den Vorwurf machen, die Folgen in Kauf genommen zu haben. Strafe/Lob/Tadel/VsUtilitarismus/Mackie: Vs utilitaristische Begründung: hier ist die einzige Rechtfertigung der Strafe die Abschreckung. Da man aber nur von absichtlichen Handlungen abgeschreckt werden kann, dürften auch nur solche mit Sanktionen verknüpft werden. Das ist ein Denkfehler:
IV 313
Bsp es ist doch durchaus möglich, dass ein potentieller Mörder wirkungsvoller abgeschreckt wird, wenn man alle, Menschen, die einen anderen (auch unabsichtlich) töten, in gleicher Weise bestraft, als wenn man nur die bestraft, die es absichtlich taten. Absicht/Moral/Mackie/Stegmüller: man kann schon sagen, dass ein Moralsystem durchaus einen Einfluss auf die Absichten eines Handelnden ausübt!
So ist das Bewusstsein der eigenen moralischen Falschheit ein wenig wie die Strafe selbst. "Geradlinige Regel": danach ist man für alle eigenen absichtlichen Handlungen verantwortlich.
So wird verständlich, das wir dieses moralische Prinzip auch auf unser rechtliches Strafen anwenden wollen.
IV 314
Strafe/Mackie: ist dann angemessen, wenn sie auch in moralischen Kategorien als gerechtfertigt erscheint. Bsp bei Fahrlässigkeit brauchen sich moralische und rechtliche Betrachtungen nicht zu decken.
Bsp bei gleicher Handlung können in einem Fall weniger schädliche Folgen auftreten. Aus moralischer Sicht erscheint es unfair, dass die Strafe hier leichter ausfällt.
Bsp der Verkauf von verseuchten Lebensmitteln aufgrund eines Zufalls trotz Sorgfalt wird genauso hart bestraft wie bei Vorsatz: hier ist das Nützlichkeitsargument des Wohls der Gemeinschaft zu berücksichtigen.
IV 315
Abweichungen lassen sich durch drei Schemata erklären: a) Spontanes, impulsives Handeln, Wut
b) Zeitweilige Verwirrung, Störungen der Identität der Person.
c) "Unwiderstehlicher psychischer Zwang".

Macki I
J. L. Mackie
Ethics: Inventing Right and Wrong 1977

Der gesuchte Begriff oder Autor findet sich in folgenden Thesen von Autoren des zentralen Fachgebiets.
Begriff/
Autor/Ismus
Autor
Eintrag
Literatur
Ethik Hume, D. Stegmüller IV 243
Ethik/Moral/Hume: These 1. angesichts knapper Ressourcen müssen die Menschen kooperieren um überleben zu können. 2. HumeVsHobbes: allen Menschen ist Sympathie eigen. Wäre freilich alles im Überfluß vorhanden, wäre die Respektierung fremden Eigentums überflüssig:
IV 244
Die Menschen würden freiwillig die Bedürfnisse im allseitigen Interesse gemäß ihrer Dringlichkeit befriedigen.
IV 244
Ethik/Moral/Hume: These 3. menschliche Einsichtsfähigkeit und Willensstärke sind begrenzt, daher sind Sanktionen notwendig. 4. vorteilhafter Zug: die Intelligenz befähigt den Menschen, langfristige Interessen zu berechnen.
IV 245
Die entscheidende Triebkraft ist das Eigeninteresse. Es ist sinnlos zu fragen, ob der Mensch "von Natur aus gut" oder "von Natur aus schlecht" sei.
es geht um die Unterscheidung von Klugheit und Narrheit.
5. Der Mensch ist verwundbar.
6. Die Menschen sind annähernd gleich.