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Illokutionäre Akte: Ein illokutionärer Akt ist das Vollziehen einer Handlung mit dem Äußern eines sprachlichen Ausdrucks. Dies kann das Ausdrücken einer Absicht, eines Gefühl, einer Überzeugung oder eines Wunsches sein. Davon abzugrenzen sind andere Formen der Sprechhandlung wie lokutionäre, perlokutionäre oder propositionale Akte. Siehe auch Sprechakttheorie, Perlokutionäre Akte.

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Anmerkung: Die obigen Begriffscharakterisierungen verstehen sich weder als Definitionen noch als erschöpfende Problemdarstellungen. Sie sollen lediglich den Zugang zu den unten angefügten Quellen erleichtern. - Lexikon der Argumente.

 
Autor/Titel Begriff Zusammenfassung Metadaten

Jürgen Habermas über Illokutionäre Akte – Lexikon der Argumente

III 375
Illokutionäre Akte/illokutionäre Kraft/Habermas: These: die illokutionäre Rolle von Äußerungen sollte nicht als eine irrationale Kraft dem geltungsbegründenden propositionalen Bestandteil gegenübergestellt werden.
III 376
Illokutionärer Akt/Habermas: gibt an, welchen Geltungsanspruch (Wahrheit, Richtigkeit oder Wahrhaftigkeit) ein Sprecher erhebt, wie er ihn erhebt und für was er ihn erhebt.
Illokutionäre Kraft: mit ihr kann ein Sprecher einen Hörer motivieren, sein Sprechaktangebot anzunehmen und damit eine rationale motivierte Bindung einzugehen. Dieses Konzept setzt voraus, dass sprach- und handlungsfähige Subjekte auf mehr als nur eine Welt Bezug nehmen können und dass sie, indem sie sich miteinander über etwas in einer Welt verständigen, ihrer Kommunikation ein gemeinsam unterstelltes System von Welten zugrunde legen.
III 394
Illokutionäre Erfolge werden auf der Ebene interpersonaler Beziehungen erzielt, auf der sich Kommunikationsteilnehmer miteinander über etwas in der Welt verständigen. Sie sind in diesem Sinn nichts Innerweltliches, sondern extramundan, anders als perlokutionäre Effekte, die sich als Zustände in der Welt beschreiben lassen.

IV 114
Illokutionäre Akte/Habermas: der Bindungseffekt von illokutionären Kräften kommt ironischerweise dadurch zustande, dass die Interaktionsteilnehmer zu Sprechaktangeboten „Nein“ sagenkönnen. Der kritische Charakter dieses Nein-Sagens unterscheidet eine solche Stellungnahme von einer auf bloßer Willkür beruhenden Reaktion. Der Hörer kann (…) gebunden werden, weil er sie nicht beliebig ablehnen, sondern nur verneinen, d.h. mit Gründen zurückweisen darf.


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Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders. Übersetzungen: Lexikon der Argumente
Der Hinweis [Autor1]Vs[Autor2] bzw. [Autor]Vs[Begriff] ist eine Hinzufügung des Lexikons der Argumente.

Ha I
J. Habermas
Der philosophische Diskurs der Moderne Frankfurt 1988

Ha III
Jürgen Habermas
Theorie des kommunikativen Handelns Bd. I Frankfurt/M. 1981

Ha IV
Jürgen Habermas
Theorie des kommunikativen Handelns Bd. II Frankfurt/M. 1981

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