Philosophie Lexikon der Argumente

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Autor/Titel Begriff Zusammenfassung Metadaten
I 72
Def Distribution/Linguistik/Lyons: jede linguistische Einheit hat eine charakteristische Distribution, nämlich die Menge der Kontexte, in denen sie stehen kann.
Distributionsäquivalent: zwei Ausdrücke können in denselben Kontexten stehen. Entsprechend distributions-komplementär bzw. distributions–überschneidend.
Wenn zwei Einheiten zumindest teilweise distributionsäquivalent sind, können sie nicht miteinander kontrastieren.
I 145
Distribution/Grammatik/Lyons: Distribution können wir als Ausgangspunkt einer grammatischen Beschreibung nehmen: Äußerungen haben Bedeutung, wenn sie in einem passenden Kontext gebraucht werden.
I 147
Distributionsanalyse/Grammatik/Lyons: eine Liste wäre nicht die direkteste Beschreibung eines Textes: in einer hinreichend großen Sprachprobe wird eine beträchtliche Überschneidung in der Distribution verschiedener Wörter festzustellen sein.
Distributionsklassen: Klassen von Wörtern, die in einem Satz füreinander eingesetzt werden können. Bsp „ich trinke Bier“: Schnaps, Milch, Wasser... usw.
allgemein/formal: Bsp wir nehmen ein Materialkorpus von 17 „Sätzen“ an: ab,ar,,pr,qab,dpb,aca,pca,pcp,qar,daca,dacp,dacqa,dacdp,acqp,acdp.
Buchstaben: stehen hier für Wörter.
I 148
Problem: wir haben noch keine Unterscheidung zwischen „grammatisch richtig“ und „bedeutungshaft“ (sinnvoll).
In unserem Beispiel haben a und p gewisse Kontexte gemeinsam (nämlich –r,pc-, dac-), ebenso b und r (a-,qa) und d und q (dac-a,-aca, ac-p)
c: ist in seiner Verteilung (a-a,p-c,p-p,qa-a,da-a,da-p) einzigartig, weil kein anderes Wort im gleichen Kontext wie c zu finden ist.
X: wir fügen nun a und p in der Klasse CX zusammen und fügen diese Klassenbezeichnung überall ein, wo entweder a oder p vorkommen. Die Sätze, die sich nur dadurch unterscheiden, dass dort o steht, wo der andere Satz a hat, werden dadurch zu einer Klasse zusammengefaßt. ((s) „disjunktiv“): Xb,Xr,(ar,pr), qXb,dXb,XcX, (aca, pca, pcp), qXr, qXcX,dXcX (daca,dacp), dXcqX,dXcdX,qXcdX,XcdX,XcqX,XcdX.
Y: setzen wir für b und r,
Z: für d und q.
Dann erhalten wir
1. XY, (Xb,Xr)
2. ZXY (qXb, qXr, dXb)
3. XcX,
4. ZXcX (qXcX, dXcX)
5. ZXcZX (dXcqX, dXcdX, qXcdX)
6. XcZX (XcqX, XcdX).
Pointe: damit können wir die 17 Sätze unseres Korpus durch sechs Strukturformeln erfassen. (c ist eine eingliedrige Klasse). Sie geben an, welche Folgen von Wortklassen akzeptierbar sind. Die Folgen sind linear. (s.u.).
Grammatisch richtig: sind in unserem Beispiel Sätze, die sich aus diesen Strukturregeln ergeben. Das wird nur dadurch erreicht, dass die vorkommenden Sätze als Glieder einer Obermenge von 48 Sätzen gelten. (Die Zahl 48 erhalten wir, indem wir die Formeln für syntagmatische Länge (s.o. I 82) auf jede der sechst Satztypen anwenden und die Ergebnisse addieren).
I 149
Generativ/generative Grammatik/Lyons: die „Grammatik“ in unserem Beispiel ist insofern generativ, als sie jedem Satz der in der „Probe“ vorkommt, eine bestimmte strukturelle Beschreibung zuordnet, Bsp pr ist ein Satz mit der Struktur XY, pcda einer mit der Struktur XcZY usw.
Grammatik/Lyons: so wie sie hier verstanden wird, ist nichts anderes als die Beschreibung der Sätze einer Sprache als Kombinationen von Wörtern und Wortgruppen aufgrund deren Zugehörigkeit zu Distributionsklassen. Sie ist eine Art „Algebra“, bei der die Variablen die Wortklassen und die Konstanten bzw. die von den Variablen in bestimmten Sätzen angenommenen Werte die einzelnen Wörter sind.


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Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders.
Der Hinweis [Autor1]Vs[Autor2] bzw. [Autor]Vs[Begriff] ist eine Hinzufügung des Lexikons der Argumente.

Ly II
John Lyons
Semantics Cambridge, MA 1977

Lyons I
John Lyons
Einführung in die moderne Linguistik München 1995

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