Philosophie Lexikon der Argumente

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Autor/Titel Begriff Zusammenfassung Metadaten
I 85
Verfahrensgerechtigkeit/Rawls: Verfahrensgerechtigkeit kommt ins Spiel, wenn zu berücksichtigen ist, dass es eine allgemeine Verbesserung für Besser- und Schlechtergestellte geben kann, wenn nicht jede Position von jedermann inne gehabt werden kann. Dies rührt von einer wechselseitigen Abhängigkeit her, zwischen dem, was Menschen tun und dem wozu sie berechtigt sind.
(Literatur zu Verfahrensgerechtigkeit: Brian Barry, Political Arguments, London 1965, ch. VI. – Zum Problem der fairen Verteilung: R. D. Luce, Howard Raiffa, Games and Decisions, New York, 1957; Hugo Steinhaus „The Problem of Fair Division“, Econometrica, vol. 16, 1948.)
Verfahrensgerechtigkeit: Bsp bei der Aufteilung eines Kuchens auf mehrere bekommt derjenige, der die Aufteilung vornimmt, sein Stück als letzter.
1. Dabei gibt es ein von der Prozedur unabhängiges Kriterium dafür, was eine faire Aufteilung ist.
2. Es ist möglich, eine Prozedur zu etablieren, die das erwünschte Ergebnis liefert.
Unvollkommene Verfahrensgerechtigkeit: findet sich in Gerichtsverfahren: es scheint unmöglich, Verfahrensregeln so zu gestalten, dass sie stets zu einem korrekten Resultat führen.
I 86
Fehlurteile: die Ungerechtigkeit entstammt hier nicht menschlichen Fehlern, sondern einer zufälligen Kombination von Umständen. Während es hier also ein unabhängiges Kriterium für das korrekte Ergebnis gibt (s.o. Punkt 1.), gibt es keine gangbare Prozedur, die es mit Sicherheit erreicht.
Dagegen:
Glückspiel/Spiel/Verfahrensgerechtigkeit/Rawls: beim Glückspiel gibt es eine reine Verfahrensgerechtigkeit ohne unabhängiges Kriterium – die Gerechtigkeit resultiert allein aus dem reibungslosen Ablauf der Prozedur.
Gerechtigkeit/Rawls: es ist aber nicht möglich zu sagen, ein gerechter Zustand sei einer, der aus einem gerechten Verfahren resultiert. Sonst könnte man jede absurd ungleiche Verteilung von Gütern rechtfertigen, sollte sie durch Glücksspiel erreicht worden sein.
I 87
Chancengleichheit: spielt die Rolle sicherzustellen, dass in einem Kooperationsmodell Verfahrensgerechtigkeit herrscht.
Verfahrensgerechtigkeit: ermöglicht es, die höchst komplexen Umstände in Einzelfällen unberücksichtigt zu lassen.


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Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders.
Der Hinweis [Autor1]Vs[Autor2] bzw. [Autor]Vs[Begriff] ist eine Hinzufügung des Lexikons der Argumente.

Rawl I
J. Rawls
A Theory of Justice: Original Edition Oxford 2005

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> Gegenargumente gegen Rawls

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