Philosophie Lexikon der Argumente

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de re, Philosophie: Aussagen, die sich auf nichtsprachliche Gegenstände beziehen, sind de re. Hier gehen die meisten Autoren davon aus, dass die zugeschriebenen Eigenschaften kontingent sind. Eine Ausnahme bildet der Essentialismus, der Gegenständen teilweise notwendige Eigenschaften zuschreibt. Siehe auch de dicto, Notwendigkeit de re, Modalität, Kontingenz, Essentialismus.

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Anmerkung: Die obigen Begriffscharakterisierungen verstehen sich weder als Definitionen noch als erschöpfende Problemdarstellungen. Sie sollen lediglich den Zugang zu den unten angefügten Quellen erleichtern. - Lexikon der Argumente.

 
Autor/Titel Begriff Zusammenfassung Metadaten
I 695
Sekt-Bsp > Unterscheidung de re / de dicto.
De re / de dicto Bsp
Im Jahr 2000 wird der Präsident der Vereinigten Staaten schwarz sein.
De dicto: Der "Satz der Präsident ist schwarz", wird im Jahr 2000 wahr sein.
De re: Bill Clinton wird schwarz.
- - -
Rorty VI 185ff
De re - Zuschreibungen bringen unsere nichtrelativistischen Festlegungen darauf zum Ausdruck, dass eine bestimmte Redeweise besser geeignet ist als andere, darüber, was es wirklich gibt (!) zu reden. Bsp "Ptolemäus behauptete von den Umlaufbahnen der Planeten, sie ergäben sich aus der Bewegung von Kristallkugeln" (laut Rorty): mit de re - Zuschreibungen will er die alte Unterscheidung subjektiv/objektiv wieder einführen.
- - -
Brandom I 695
de re/Brandom: richtig: "Er glaubte von dem Erfinder des Blitzableiters, nicht der Erfinder...zu sein" - de dicto falsch: dass der Erfinder des Blitzableiters nicht den Blitzableiter erfunden zu haben.
I 689
Quine: Ausdrücke im de-re-Teil sind "referentiell transparent" - koreferentielle Ausdrücke können salva veritate ausgetauscht werden, im de dicto-Teil nicht.
I 700
Brandom: aber nicht zwei Arten von Überzeugungen sondern von Zuschreibungen.
I 715
de re/Brandom: de re-Zuschreibung unterscheidet explizit zwischen der zugewiesenen doxastischen Festlegung und den vom Zuschreiber eingegangenen substitutionalen Festlegungen Bsp McCarthy glaubte von dem ersten Satz des kommunistischen Manifests, dass er wahr war (de re, nicht de dicto) - Lösung: "ist wahr" kommt hier eingebettet vor, daher ist es keine Wahrheitsbeurteilung.
I 731
de dicto/Zuschreibung/Brandom: das was de dicto-Zuschreibungen ausdrücken ist dem, was de re-Z ausdrücken lokal, aber nicht global begrifflich vorgeordnet - de re-Zuschreibungen sind also wahr aufgrund einer wahren de dicto-Zuschreibung - de dicto vor de re (bei Zuschreibungen).
I 753
de re-Zuschreibung/Brandom: a) direkte Rede: eckige Klammern S sagt [p] - b) indirekte Rede: S sagt, dass p - de re-Zuschreibung assertionaler Sprechakte: S sagt von t, dass F(es).


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Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders.
Der Hinweis [Autor1]Vs[Autor2] bzw. [Autor]Vs[Begriff] ist eine Hinzufügung des Lexikons der Argumente.

Bra I
R. Brandom
Expressive Vernunft Frankfurt 2000

Bra II
R. Brandom
Begründen und Begreifen Frankfurt 2001

Rorty I
Richard Rorty
Der Spiegel der Natur Frankfurt 1997

Rorty II
Richard Rorty
Philosophie & die Zukunft Frankfurt 2000

Rorty II (b)
Richard Rorty
"Habermas, Derrida and the Functions of Philosophy", in: R. Rorty, Truth and Progress. Philosophical Papers III, Cambridge/MA 1998
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (c)
Richard Rorty
Analytic and Conversational Philosophy Conference fee "Philosophy and the other hgumanities", Stanford Humanities Center 1998
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (d)
Richard Rorty
Justice as a Larger Loyalty, in: Ronald Bontekoe/Marietta Stepanians (eds.) Justice and Democracy. Cross-cultural Perspectives, University of Hawaii 1997
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (e)
Richard Rorty
Spinoza, Pragmatismus und die Liebe zur Weisheit, Revised Spinoza Lecture April 1997, University of Amsterdam
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (f)
Richard Rorty
"Sein, das verstanden werden kann, ist Sprache", keynote lecture for Gadamer’ s 100th birthday, University of Heidelberg
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (g)
Richard Rorty
"Wild Orchids and Trotzky", in: Wild Orchids and Trotzky: Messages form American Universities ed. Mark Edmundson, New York 1993
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty III
Richard Rorty
Kontingenz, Ironie und Solidarität Frankfurt 1992

Rorty IV (a)
Richard Rorty
"is Philosophy a Natural Kind?", in: R. Rorty, Objectivity, Relativism, and Truth. Philosophical Papers Vol. I, Cambridge/Ma 1991, pp. 46-62
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty IV (b)
Richard Rorty
"Non-Reductive Physicalism" in: R. Rorty, Objectivity, Relativism, and Truth. Philosophical Papers Vol. I, Cambridge/Ma 1991, pp. 113-125
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty IV (c)
Richard Rorty
"Heidegger, Kundera and Dickens" in: R. Rorty, Essays on Heidegger and Others. Philosophical Papers Vol. 2, Cambridge/MA 1991, pp. 66-82
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty IV (d)
Richard Rorty
"Deconstruction and Circumvention" in: R. Rorty, Essays on Heidegger and Others. Philosophical Papers Vol. 2, Cambridge/MA 1991, pp. 85-106
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty V (a)
R. Rorty
"Solidarity of Objectivity", Howison Lecture, University of California, Berkeley, January 1983
In
Solidarität oder Objektivität?, Stuttgart 1998

Rorty V (b)
Richard Rorty
"Freud and Moral Reflection", Edith Weigert Lecture, Forum on Psychiatry and the Humanities, Washington School of Psychiatry, Oct. 19th 1984
In
Solidarität oder Objektivität?, Stuttgart 1988

Rorty V (c)
Richard Rorty
The Priority of Democracy to Philosophy, in: John P. Reeder & Gene Outka (eds.), Prospects for a Common Morality. Princeton University Press. pp. 254-278 (1992)
In
Solidarität oder Objektivität?, Stuttgart 1988

Rorty VI
Richard Rorty
Wahrheit und Fortschritt Frankfurt 2000

Bra II
R. Brandom
Begründen und Begreifen Frankfurt 2001

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