Philosophie Lexikon der Argumente

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Intensionen: Bezugsgegenstände, die sich aus einer sprachlichen Beschreibung ergeben, im Gegensatz zu den materiellen Gegenständen (den Extensionen), die davon abweichen können, sei es durch Ungenauigkeiten, sei es durch Verwendung indexikalischer Ausdrücke. Beispiele für Intensionen sind Die älteste Person im Raum, Der Gewinner, Johns Lieblingszitat, Wer die Geschwindigkeit übertritt. Siehe auch Morgenstern/Abendstern, Extensionalität, Extension.
 
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I 5
Glauben/Wünsche/Intention/Millikan: können ohne Referenz auf Sprache erklärt werden.
I 111
Intension/Millikan: ist etwas ganz anderes als Fregescher Sinn! Nicht Regeln, sondern ein Anwendungskriterium, relativ zur Verfasstheit des Sprechers! Wir müssen den Sprecher und seine Mechanismen berücksichtigen. Seine Dispositionen und seine Rechtfertigung für den Gebrauch eines Icons.
I 112
Intension: hat also mit Verursachung und Rechtfertigung von Äußerungen zu tun.
Sinn/Fregescher Sinn/Millikan: hat nichts mit dem besonderen Sprecher und seiner Situation zu tun, man muss nicht wissen, wie er dazu kommt, dass er etwas abbildet, nur wie etwas abgebildet wird.
Sinn/Intention/Millikan: Unterschied. Bsp Pegasus: hat eine Intension, aber als leerer Name kann er keinen (Fregeschen) Sinn haben.
Adjektiv: entsprechend: „verhext“ hat keinen Sinn, wohl aber Intension.
I 143
Intension/Begriff/Sprache/Quine/Millikan: unsere Begriffe können nicht auf Intensionen beruhen und diese wiederum auf anderen Intensionen usw...
Aufdringliche Information/Quine: dann hätten wir es mit „aufdringlicher Information“ zu tun.
Quine: alles müsste immer auf einmal getestet werden.
I 148
Intension/Millikan:
a) Def explizite Intension/Millikan: ein Ausdruck hat explizite Intension, wenn er wiederholt wird, nach einer Regel, die aus früheren Sätzen stammt, in denen der Ausdruck selbst nicht vorkam. Das hat oft die Form von bestimmten Kennzeichnungen. Bsp „der gegenwärtige Präsident der USA“.
b) Def implizite Intension/Millikan: korrespondiert mit Methoden, bei denen die Anwendung eines Terms direkt von Wahrnehmungsdaten abhängt. Aber sie sind keine Reizbedeutungen!
1. Wahrnehmung/Millikan: ist nicht passiv, sondern eine aktive Tätigkeit.
2. Implizite Intensionen: - anders als Reizbedeutungen – sind nicht Mengen von Reizmustern, die eine Äußerung hervorrufen, sondern implizite Intensionen sind bestimmte Fähigkeiten.
Bsp die Fähigkeit, einen Gegenstand durch einen Sinn allein zu identifizieren, z.B. durch den Geruch oder den Tastsinn. (>Beobachtung).
Intension/Sinn/Millikan: wenn das so ist, gibt es keinen Grund anzunehmen, dass Intensionen (implizit oder explizit) den Sinn festlegen.
Sinn: ist nämlich eine Frage der Abbildungsregeln,
Intension: eine Normale Methode der Wiederholung von Ausdrücken
I 149
wenn die Wiederholungsprogramme bei verschiedenen Leuten auch verschieden sein mögen.
Intension/Millikan: es ist unwahrscheinlich, dass es immer nur eine Intension (eine Wiederholungsmethode) für einen eindeutigen Term gibt.
Dennoch hätte der Term einen eindeutigen Fregeschen Sinn. Bsp ein Chemiker hat vielleicht verschiedene Methoden, eine Substanz zu ermitteln.
Sinn: damit er eindeutig ist, ist es auch nicht notwendig, dass die Intension (Methode der Wiederholung) unfehlbar ist. Bsp „Bills ältester Bruder“ ist für mich ein eindeutiger Sinn, obwohl ich nicht weiß, dass Bill noch einen älteren Bruder hat, als den, an den ich denke. Die Intension hilft mir dabei nicht.

Millk I
R. G. Millikan
Language, Thought, and Other Biological Categories: New Foundations for Realism Cambridge 1987

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Hg. Martin Schulz, Abfragedatum 25.05.2017