Philosophie Lexikon der Argumente

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Autor/Titel Begriff Zusammenfassung Metadaten
I 331
Demokratie/Surowiecki: haben wir eine Demokratie,
a) Weil sie Menschen ein Gefühl vermittelt, in alles einbezogen zu sein und ihr Leben selbst bestimmen zu können,
I 332
und sie darum zur politischen Stabilität beiträgt? Oder
b) Weil die Bürger das Recht haben, sich selbst zu regieren, auch wenn sie dieses Recht auf eine lächerliche Weise nutzen? Oder
c) Weil die Demokratie ein ausgezeichnetes Instrument darstellt, um intelligente Entscheidungen zu treffen und die Wahrheit aufzudecken?
Wozu ist Demokratie nach Meinung der Wähler da? Kann man das nach dem Muster eines Markts verstehen?
I 333
Dem widerspricht, dass Politiker ihre Macht ausdehnen wollen und wiedergewählt werden wollen, was sich nicht immer zum Nutzen der Allgemeinheit auswirkt.
Public Choice-Theorie/Politik/Wirtschaftswissenschaften/Buchanan/Surowiecki: (1) These: in der Tendenz werden Langzeitprobleme zugunsten kurzfristiger politischer Interessen verdrängt. Viele Regulierungen dienen in Wirklichkeit eher den regulierten Unternehmen.
I 334
SurowieckiVsBuchanan: die Vorannahme, dass Prinzipien und öffentliches Interesse in der Politik nichts zu suchen hätte, übersieht, dass die Wähler selbst nicht an umfassendere Ziele dachten und dass Interessengruppen eine fast vollständige Kontrolle (…) ausüben.
James M. Buchanan/Gordon Tullock: These: Das durchschnittliche Individuum handelt auf der Grundlage des gleichen übergreifenden Werterahmens, wenn es am (…) Markt teilnimmt und politisch aktiv ist. (2)
SurowieckiVsBuchanan: das war schlicht eine Annahme, die nicht bewiesen wurde. Die Gegenposition, dass unterschiedliche Aktivitäten bei Menschen unterschiedliche Wertvorstellungen und Verhaltensweisen bewirken, war mindestens genauso plausibel. Wir behandeln unsere Familienangehörigen nicht wie unsere Kunden. (Siehe Politische Wahlen/Surowiecki, Politische Wahlen/Buchanan, Politische Wahlen/Riker)
I 337
Politik/Information/Demokratie/Surowiecki: obwohl die Amerikaner in vielen Einzelfragen nachweislich falsche Informationen hatten, ist es wahrscheinlich, dass sie den Kandidaten wählen, der die richtigen Entscheidungen trifft. Fehlende Information ist kein Zeichen mangelnder Intelligenz, sondern ein Zeichen mangelndes Interesse an Details. Surowiecki These. Ein wesentlicher Punkt der repräsentativen Demokratie ist es, dass sie politisch im Kognitiven die gleiche I 343
Demokratie/Surowiecki: ist kein Instrument zur Lösung von Kognitionsproblemen, kein Mechanismus um zu erkennen, was im öffentlichen Interesse ist. Sie ist jedoch ein System, um sich mit den fundamentalsten Problemen von Koordinierung und Kooperation zu befassen.


1. Die Nobelpreisvorlesung von James Buchanan (1986) bietet eine interessante Sicht auf die philosophischen und konzeptionellen Fundamente der »Public-choice«-Theorie, die Buchanan an anderer Stelle als »Politik ohne Romantik« umschrieben hat: http://www.nobel.se/economics/laureates/1986/buchanan-lecture.html.
2. Mark Kelman, »On Democracy-Bashing – A Skeptical Look at the Theoretical and ›Empirical‹ Practice of the Public Choice Movement«, Virginia Law Review 74/1988, S. 235, 252.


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Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders.

Surowi I
James Surowiecki
Die Weisheit der Vielen: Warum Gruppen klüger sind als Einzelne und wie wir das kollektive Wissen für unser wirtschaftliches, soziales und politisches Handeln nutzen können München 2005

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