Philosophie Lexikon der Argumente

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Reduktionismus, Philosophie: Sammelbegriff für Versuche, entweder Aussagen in einem Fachgebiet auf Aussagen eines Teilgebiets dieses Fachgebiets zurückzuführen oder Aussagen eines Fachgebiets mit Aussagen eines anderen Fachgebiets gleichzusetzen. Dabei geht es vor allem um die Rechtfertigung solcher Übertragungen. Reduktionismus im engeren Sinn ist die These, dass Reduktion möglich ist. Typische Reduktionismen gibt es im Bereich der Philosophie des Geistes. Siehe auch Holismus, Eliminativismus, Materialismus, Physikalismus, Funktionalismus.

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Anmerkung: Die obigen Begriffscharakterisierungen verstehen sich weder als Definitionen noch als erschöpfende Problemdarstellungen. Sie sollen lediglich den Zugang zu den unten angefügten Quellen erleichtern. - Lexikon der Argumente.
 
Autor/Titel Begriff Exzerpt Metadaten

 
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II Patricia Smith Churchland Die Neurobiologie des Bewusstseins - Was können wir von ihr lernen? In Hügli/Lübcke (Hrsg) Philosophie im 20. Jahrhundert, Reinbek 1993
II 464
Reduktionismus/Churchland: These: Ich bin eine Reduktionistin. Das bedeutet aber nicht, dass eine reine bottom up Strategie verfolgt werden sollte.
Ich meine auch nicht, dass Beschreibungen höherer Ebenen an sich unseriös wären.
Es gibt klarerweise Eigenschaften höherer Ebene und deshalb bedarf es auch entsprechender Beschreibungen.

Def Bottom up/Churchland: ist die Auffassung, nach der man zuerst alles über die molekularen Grundlagen wissen müsse, bevor man die psychologischen Prozesse erreichen könne.
Das ist aber auch kein Reduktionismus.
II 468
VsReduktionismus/andere Autoren:
a) Das Ziel sei absurd. Stereotype Krtik: "Ich kann mir nicht vorstellen, dass Schmerz aus irgendwelchen Aktivitätsmustern von Neuronen bestehen soll"
ChurchlandVsVs: das ist nichts weiter als Unvermögen der Vorstellung.
II 470
VsReduktionismus: wenn ein Makrophänomen das Ergebnis von mehr als einem Mechanismus (Organisation und Dynamik der Bestandteile) sein kann, dann kann es nicht mit einem dieser Mechanismen identifiziert werden, Die Reduktion des Makrophänomens auf ein einzelnes Mikrophänomen ist dann nicht möglich. (> "Multiple Realisierbarkeit").
II 471
Reduktionismus/Churchland: wenn der Mechanismus eines biologischen Prozesses entdeckt worden ist, wird es vielleicht möglich, Vorrichtungen zu erfinden, die diese Prozesse nachahmen.
Der reduktive Erfolg wird dadurch aber nicht bestritten. Ebenso wenig dadurch, dass es vielleicht an anderen Stellen des Universums DNA gibt.
Reduktionismus/Churchland: es ist nicht leicht, VsReduktionismus zu argumentieren und nicht dem Dualismus zu verfallen. (VsSearle).




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Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders.

Churla I
Paul M. Churchland
Matter and Consciousness Cambridge 2013

Churli I
Patricia S. Churchland
Touching a Nerve: Our Brains, Our Brains New York 2014

> Gegenargumente gegen Churchland
> Gegenargumente zu Reduktionismus



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Hg. Martin Schulz, Abfragedatum 26.06.2017