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Sind Philosophie-Bücher ein Garant der Wahrheit? -- Wir vergleichen Texte nicht als Ganze.

Interview mit Martin Schulz

Argumente statt Personen?
Besonderheiten des Lexikons
Suchen auf Papier - und im Netz
Werden Bücher illegal kopiert?
Bücher sind kein Garant der Wahrheit
Dialog oder Papier?
Inhalte: Speicherung oder Bewegung?
Plattform für Forscher: Bringt mehr Leser
Wie neu sind meine Ideen? – Gibt es Gegenargumente?
E-Learning: Besser Lernen aus Kontroversen

Warum Argumente statt Personen?

Es gibt schon sehr viele Lexika für Sachthemen, die nach Personen geordnet sind. Im Fall der Philosophie gibt es sicher mehr Lexika, die nach Personen aufgebaut sind, als nach Begriffen. In den Medien herrscht sogar eine noch größere Begeisterung dafür, Sachthemen auf Personen zurückzuführen. Also quasi zu sagen, wenn der und der das gesagt hat, dann wird es wohl stimmen. Oder dann kann es nicht stimmen. Oder dann verdient es mehr Aufmerksamkeit oder eben weniger Aufmerksamkeit.
Interessant ist es vielleicht, wenn zwei Autoren dasselbe sagen, aber einer prominenter ist als der andere. Dann besteht die Möglichkeit, dass der unbekanntere Autor die These früher geäußert hat, aber erst aus dem Mund des Prominenteren wird sie auf Aufmerksamkeit stoßen.
Ist es nicht schön, wenn man schon allein der Gerechtigkeit wegen solche Dinge in Erfahrung bringen kann? Auch dabei hilft das Lexikon der Argumente.  

Gibt es noch besondere Dinge, die es in anderen Lexika nicht gibt?

Ja, zum Beispiel „Spezifische Terminologien“ unter „Abkürzungen“: Da stehen alle Besonderheiten im Sprachgebrauch, die bei einem Autor abweichend von anderen sind. Unter „Schreibweise“ sind die Abweichungen zwischen verschiedenen Autoren und Büchern verzeichnet. Nicht zu vergessen auch, dass wir unseren Exzerpten genaue Angaben zu Autor und Veröffentlichung mit Seitenzahl beigeben.

Wobei soll das Lexikon helfen?

Es hilft zum Beispiel beim Zusammentragen von Material für die Master- oder Doktorarbeit. Dabei verhindert es manche Illusion über die Neuheit der eigenen Ideen. Es hilft, sich über den State of the Art der Forschung zu informieren.  

Was ist anders als bei gedruckten Lexika?

Die Unterschiede zur gedruckten Literatur gelten für alle online-Projekte: Sie sind ständig aktualisierbar und korrigierbar. Man sagt oft, Wissenschaft ist ein sich selbst korrigierendes Unternehmen.
Dem sollte man nachhelfen indem man den gedruckten Büchern ein dynamischeres Medium an die Seite stellt und das geschieht eben im Web und bei uns im Lexikon der Argumente.
Es gibt einen alten Spruch man müsse nicht alles wissen, nur wissen, wo man es nachschlagen kann.
Für unsere Großeltern war Bildung das Vermögen, an der richtigen Stelle nachzuforschen. Wenn er z.B. „Armageddon“ nicht gefunden hat, wusste der Gebildete, dass er unter dem Buchstaben „H“ nachschlagen musste.
Im Internet erübrigt sich das, man wird schon zur richtigen Stelle geleitet. Auf gedrucktem Papier gibt es leider kein „Fuzzy“, also eine Suche die klappt, auch wenn ein oder zwei Buchstaben falsch sind.  

Werden Bücher durch Ihr Lexikon überflüssig gemacht? Oder werden sie illegal kopiert?

Bücher werden nicht überflüssig und sie werden bei uns nicht illegal kopiert. Es geht um etwas anderes: Stellen Sie sich einmal folgende Situation vor: Ein Dozent in Nairobi wird von seinen aus Paris zurückkommenden Studenten auf eine neues (gedrucktes) Buch hingewiesen, in dem neue Gesichtspunkte zu seinem Forschungsgebiet auftauchen. Für die Studenten war es aus finanziellen Gründen nicht möglich, das Buch zu kaufen.
Im Internet kann er das Inhaltsverzeichnis dieses Buchs studieren, nicht aber das entscheidende Argument finden. Sofern es das Buch nicht als E-Book gibt, wird er auf die Zusendung per Post angewiesen sein, was mehr als prekär ist.
Seine weiteren Nachforschungen ergeben, dass das nächste greifbare Exemplar in einer Bibliothek in Johannesburg (etliche tausend Kilometer entfernt) steht. Diese Bibliothek ist auch im Internet, was heute kein Wunder ist. Hier kann er jedoch abermals nur das Inhaltsverzeichnis des Buchs studieren. Wie wollen Sie dem Dozenten helfen?
Nicht dadurch, dass Sie das Buch für ihn illegal kopieren oder über Nacht (illegal) abschreiben lassen. Die Lösung ist: Leser, die das Buch studiert haben, können die entscheidenden Argumente zusammenfassen und im Lexikon der Argumente mit Quellenangabe einbringen.
Es ist nicht illegal, Bücher zu lesen und das, was man daraus gelernt hat, weiterzugeben. Es geht auch nicht darum, einen Ausschnitt wörtlich abzuschreiben, sondern eben das Gelernte zusammenzufassen. Wenn Sie das verbieten wollten, müssten Sie freilaufende Gehirne verbieten.  

Viele trauern doch dem Buch nach!

Sicher, schon allein der haptische Effekt ist nicht zu unterschätzen. Jeder hat Erinnerungen an Bücher aus seiner Kindheit und Jugend, das Gefühl, das Papier umzublättern, den Dünndruck, die Zeichnungen, den Duft! Und das ist ja auch nicht alles verloren. Man muss ja seine Bücher nicht wegwerfen.
Aber das Buch selbst ist kein Garant der Wahrheit - es ist ein Speichermedium. Manche Lüge wurde durch Goldrand geschützt. Und Bücher machen es uns nicht leicht, der Wahrheit auf die Spur zu kommen. Wir müssen das Buch schon verschandeln, indem wir etwas an den Rand schreiben, damit wir es später wiederfinden. Das widerspricht schon der Idee vom Buch als heiligem Kulturgut.
Warum wollen wir in einem Buch etwas wiederfinden? Weil wir es mit anderen vergleichen wollen. Wir werden nicht das ganze Buch vergleichen wollen, sondern einzelne Stellen daraus mit Einzelstellen aus anderen Büchern.
Bücher sind passiv. Sie sind nicht von sich aus wahr und sie verkünden auch nichts. Bücher sind neutral. Bücher sind nicht klug, ihre Autoren sind es hoffentlich. Ihre Leser können etwas verbreiten, nachdem sie die Bücher gelesen haben. Bücher stehen stumm nebeneinander im Regal. Zu behaupten, dass sie zu uns sprechen ist nur eine enthusiastische Art, unsere Liebe zu ihnen auszudrücken, ähnlich wie die Liebe zu unseren Haustieren.
Bücher sind Gebrauchsgegenstände. Die wenigsten Bücher stellen sich selbst in Frage, sie sollten aber in Frage gestellt werden. Auf die Dauer sollte jedes Buch in Frage gestellt werden. Die Bücher selbst tragen dazu selten etwas bei.  

Wenn Bücher kein „Garant der Wahrheit“ sind wie Sie sagen, was wäre denn eins?

Kommunikation, das Gespräch, die Diskussion. Dabei gibt es natürlich Probleme, die mit der Kompetenz und Betroffenheit von Diskussionsteilnehmern und dem Zugang zu Diskussionen zu tun haben, wenn es um Entscheidungen geht. Das sind keine trivialen Probleme.
Eine interessante Frage ist es, ob das Web diese Probleme obsolet gemacht hat. Ich denke, eher nicht. Man hat auch als Rezipient nicht unbegrenzt Zeit, alles aufzunehmen. Für das Lexikon der Argument gilt daher das Motto: „Kürzen!“.

Sie zerstückeln also die Bücher, bis nur noch Schnipsel übrig bleiben?

Wir zerstören kein einziges Buch. Wir öffnen die Bücher für den Dialog. In einem Buch können Hunderte von Dingen angesprochen werden, praktisch alle davon finden sich wiederum in anderen Büchern. Wir stellen Exzerpte aus Büchern Exzerpten aus anderen Büchern gegenüber, indem wir sie nach Themen ordnen und kombinieren. Auseinandergeschnitten oder zerstört wird dabei gar nichts. Es wurde ja nichts weggenommen. Das hat der Soziologe Niklas Luhmann schön ausgedrückt als er sagte: „In Kommunikation wird nichts weggegeben“.
In der Diskussion über die Zukunft der Bücher fallen die Stichworte „Auseinanderschneiden“ und „neu zusammenkleben“. Beides ist natürlich problematisch, weil man die Bücher damit kaputtmacht. Wir lassen die Bücher heil und kleben nicht, sondern stellen Synopsen der besten Argumente zusammen.

Wenn Bücher kein heiliges Kulturgut sind, was ist dann vielleicht eins?

Unser bestes Kulturgut ist die Reflexion über Information. Dazu braucht man Speichermedien wie bisher die Bücher, oder eben heutige Formen. Mit der Vorstellung von etwas Heiligem verband man das Gebot, es sorgsam aufzubewahren. Das erklärt die Verschiebung vom Inhalt zum Speichermedium. Es besteht ja auch die Gefahr, dass Information verhunzt, also verändert wird.
Man muss sorgsamen Umgang aber nicht mit Heiligkeit verbinden. Das macht es zu leicht, Menschen und Dinge auszusortieren, die man nicht als heilig ansieht. Respekt ist insofern interessanter als Heiligkeit, als Respekt ein zweiseitiges Verhältnis beschreibt, Heiligkeit aber einseitig einem Gegenstand zugeschrieben wird.
Zum Kulturgut der Reflexion: wir reflektieren eigentlich nie ein ganzes Buch, sondern Aussagen daraus. Leider widersetzt sich das Papier diesem Unternehmen in technischer Hinsicht. Es soll nicht zerschnitten werden, hilft aber auch selbst nicht wirklich bei der Suche.  

Kann man sagen, dass mit den heutigen Medien Bewegung ins Spiel kommt?

Nicht unbedingt. Es wird zunächst einmal viel mehr gespeichert. Damit wird auch mehr Abweichendes aufbewahrt. Chris Anderson hat in „The Long Tail“ gezeigt, dass sich auch für äußerst spezielle Inhalte Interessenten finden. Diese hatten es früher viel schwerer, das von ihnen Gesuchte zu aufzuspüren.
Bewegung kommt durch bessere Suchmöglichkeiten ins Spiel – aber am Ende geht es auch darum, was man mit dem Gefundenen anfängt. Wir haben also mehr Gespeichertes, aber auch mehr Gefundenes, das seinerseits wieder gespeichert wird. Mit der Speicherung ist die Bewegung dann aber wieder aus dem Spiel genommen. Speichern ist quasi das Gegenteil von Bewegung. Am Ende stehen Dutzende von Ausgaben eines Buchs nebeneinander.
Wo dagegen viel Bewegung herrscht, ist der Umgang mit persönlichen Daten – sie werden zur Erstellung von Bewegungsprofilen genutzt oder zu Werbezwecken verkauft – so viel Bewegung wünschen wir uns dann doch wieder nicht!
Ein faszinierenderes Beispiel für Bewegung im Sinn einer neuen Zusammenstellung von Daten folgendes: In der Bioinformatik werden Ergebnisse aus verschiedenen Forschungseinrichtungen durch Semantische Suche zusammengetragen. Diese Einzelergebnisse können zusammengenommen einen Reaktionszyklus darstellen, der als Ganzes so niemals in einem einzelnen Labor stattgefunden hat. Die einzelnen Schritte wurden in Texten gefunden. In publizierten Forschungsergebnissen. Ich bin leider kein Fachmann, um das richtig verstehen zu können, aber es fasziniert mich.  

Ist das Lexikon eine Plattform für einen Webauftritt, wenn man eine gute Idee hat?

Wenn man eine wissenschaftliche Idee hat, ja. Und wenn Sie glauben, dass Ihre Idee etwas wert ist, veröffentlichen Sie sie. Die Veröffentlichung ist der beste Schutz gegen geistigen Diebstahl. Statt 400 Websites von Autoren eine Webseite für 400 Autoren aus Ihrem Fachgebiet - und damit mehr Publikum für jeden. Die Zahl 400 habe ich willkürlich genannt, inspiriert von dem Diskurs innerhalb eines kleinen Fachgebiets. Die Zahl kann in einigen Bereichen sehr viel höher, in anderen aber auch kleiner sein.  

Braucht man dann in Zukunft keine Doktorarbeit mehr zu schreiben?

Das brauchte man bisher auch nicht. Aber wenn man es will, wird die Arbeit durch das Lexikon der Argumente nicht erschwert, sondern erleichtert. Es wird leichter, Material zusammenzutragen und die eigenen Ideen daraufhin abzuklopfen, wie neu sie eigentlich sind.

Könnte man dann promovieren, ohne vorher zu studieren?

Man lernt im Studium, wissenschaftlich zu arbeiten und Material zusammenzutragen. Ohne Wissen, wie man mit Material umgeht und weniger wichtiges Material aussortiert, ist man in einer Bibliothek vollkommen aufgeschmissen. Es ist natürlich zu wünschen, dass jeder Student die Zeit hat, darüber hinaus neue Literatur zu entdecken.
Im Netz ist es viel leichter, etwas Neues zu entdecken. Dadurch ändert sich natürlich die Arbeitsweise. Die Neuheit kann in einem neuen Lesen alter Quellen bestehen, aber auch in neuartigen Gegenüberstellungen von Quellen und den Schlüssen, die über die Möglichkeiten der Universitäten und Bibliotheken in der Zeit vor dem Netz hinausgehen.
Wenn man eine Idee hat, kann man sie im Lexikon testen. D.h. nachsehen, ob es in dieser Richtung schon Ergebnisse gibt und welche Gegenargumente evtl. schon aufgetaucht sind.

Heute kann man eben sehr schnell suchen!

Schnelle Suche ist heute verfügbar – denken Sie an das Thema „Big Data“ und die faszinierenden Ergebnisse, die die Arbeit damit erbringt. Dazu wird auf Rechenzentren zurückgegriffen. Große Datenmengen sind nicht das Problem für den Computer, sie sind ein Problem für den menschlichen Benutzer. Dieser soll doch Schlüsse aus den Ergebnissen ziehen. Es geht um menschliche Zeit.
 
Wenn das Durchsuchen des Gesamtwerks eines Autors - vielleicht tausende von Seiten - neue Erkenntnisse bringt, dann werden diese Ergebnisse auf einen Punkt gebracht werden können. Es geht darum, wie man den Überblick gewinnt und sich widersprechende oder nur scheinbar sich widersprechende Positionen im Auge behält. Und zwischen echten und scheinbaren Widersprüchen unterscheidet.

Warum nicht alles automatisieren? Warum ist menschliche Mitarbeit dann noch notwendig?

Weil Begriffe in verschiedenen Fachgebieten in unterschiedlicher Bedeutung vorkommen können. Außerdem bedeutet Neuheit eines Arguments nicht einfach späteres Veröffentlichungsdatum, sondern inhaltliche Abweichung von bisher Publiziertem. Die Benutzerfreundlichkeit liegt vor allem in der Synopse. Für Maschinen ist die Synopse sozusagen schon von Anfang an gegeben.

Wächst die Informationsflut nicht durch Ihr Lexikon noch mehr an?

„Kürzen“ als Motto über unserem ganzen Unternehmen ist deshalb wichtig, weil man die Zeit besser für weitergehende Forschung investiert. Auf die Dauer lähmt man sich selbst, wenn man die ständig anwachsende Sekundärliteratur daraufhin untersuchen muss, ob etwas Neues auftritt.
Eigentlich wird ja alles als neu ausgegeben, was geschrieben wird. Niemand würde sagen, „Ich habe gerade etwas abgeschrieben“: Dennoch geschieht das ziemlich oft, wenn eine Edition neben die andere gestellt wird.
In der universitären Praxis wird verlangt, den State of the Art zunächst zu referieren. Das führt natürlich wiederum zu einer Vervielfachung des schon vorhandenen Wissensstoffs. Wenn das nun alles im Netz kursiert ist es noch etwas anderes als wenn es im Archiv im Keller vor sich hin schlummerte.
Aber wenn alle mit Material zugeschüttet werden, ist das Durchforsten allein schon eine Arbeit, die viel Zeit und in der Tendenz immer mehr Zeit erfordert. Daher sagen wir vom Lexikon „Kürzen der Argumente auf einzelne Aussagen“ (plus Quellenangabe).
Wissensstrukturierung ist ein äußerst spannendes Thema in der gegenwärtigen Wissenschaftsdiskussion. Sie spielt immer dort eine Rolle, wo schneller Zugang zu Informationen ermöglicht werden soll. Zeit ist dabei immer wichtig. Wenn Sie viel gespeichert haben, haben Sie die Daten. Aber haben Sie schon den Zugang? Nicht, wenn es immer mehr Daten werden.  

Warum soll man im Lexikon der Argumente besser lernen?

Wir möchten nicht behaupten, dass man bei uns besser lernt als irgendwo anders. Es macht nur Spaß zu sehen, wie sich Autoren widersprechen und es ist erfahrungsgemäß so, dass sich Dinge gut einprägen, wenn sie innerhalb von Kontroversen erlebt werden.
Es ist das Erfahren des Stoffs als kontroverse Angelegenheit, die diesen erlebbar macht.
Ein weiterer Aspekt ist, dass der Lernende sich an Argumenten erprobt und bessere Argumente finden kann. Natürlich wird es auf die Dauer immer schwerer Argumente zu finden, die alles bisher Dagewesene in den Schatten stellen…versuchen Sie es!

Manche zweifeln daran, dass man sich Wissen oder Bildung durch das Internet aneignen kann.

Manche glauben, dass die Inhalte dort nicht erklärt würden. Das trifft schon mal nicht auf die Wikipedia zu, die wirklich hilft, sich auch an schwierigere Fragen heranzuarbeiten.
Zusätzlich kann das Lexikon der Argumente helfen, Lernstoff verständlicher zu machen und – gerade wenn kein Lehrer da ist - zu erklären, warum z.B. ein Sachverhalt dargestellt ist, ein gesuchter Begriff in der Darstellung aber nicht vorkommt. Das ist nämlich eine interessante Frage.

Beim ersten Betrachten wirkt die Website doch reichlich speziell und hochgestochen – sie ist wohl nur für Leute, die schon alles über Philosophie wissen?

Überhaupt nicht! Die Begriffe, die man noch nicht kennt, können ja an Ort und Stelle nachgesehen werden. So arbeitet man sich ein, ohne die Seite verlassen zu müssen und hat auch den Spaß zu sehen, wie sich die Autoren widersprechen.

Je mehr man versteht, desto schneller geht es weiter. Für jede Suche gilt übrigens, dass man besser sucht, je mehr man schon weiß.

Kann man sich seine Persönliche Lernumgebung (Personal Learning Environment) aufbauen?

Das kann man, man kann aber auch andere davon profitieren lassen indem man Informationen sammelt und zusammenstellt und sie in die Tabellen einstellt, Da diese Tabellen auch von anderen mitgestaltet werden, werden sie immer weiter verbessert.
Sollten einige der Informationen einer Überprüfung durch andere Nutzer nicht standhalten, werden sie kritisiert und verbessert. So erhalten wir mit der Zeit eine immer bessere Lernumgebung. Aus der persönlichen PLE wird eine virtuelle Lernumgebung VLE (Virtual Learning Environment).

Was planen sie sonst noch?

Ich denke seit langem darüber nach, dass man die vielen Kommentare sammeln sollte, die im Lauf der Zeit (berühmten) Bildern beigegeben wurden. Es wäre faszinierend zu sehen, wie sie sich widersprechen! Oder wie sie sich im Lauf der Zeit ändern, d.h. wie man ein Bild in einer anderen Zeit anders gesehen hat. Aber das sollte wieder in Form kurzer Statements geschehen, die man leicht vergleichen kann.
 
Vielen Dank, Martin Schulz!
 
Keine Ursache.
 
Mit Martin Schulz sprach Ulrich Crüwell.