Philosophie Lexikon der Argumente

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Merkmale, Philosophie: Merkmale sind grundsätzlich Eigenschaften, jedoch hat sich in der philosophischen Terminologie nach Frege eingebürgert, bei Begriffen von (notwendigen) Merkmalen, bei Gegenständen jedoch von (kontingenten) Eigenschaften zu sprechen. Gegenstände haben ihre Eigenschaften nicht notwendig, sie können immer auch anders sein. Dagegen haben Begriffe ihre Merkmale notwendig. Bsp Dass Kreise rund sind ist ein notwendiges Merkmal des Begriffs Kreis, nicht aber eine notwendige Eigenschaft gezeichneter Kreise. Es ist allerdings nicht der Begriff, der selbst das Merkmal aufweist, sondern die Gegenstände, die unter ihn fallen.

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Anmerkung: Die obigen Begriffscharakterisierungen verstehen sich weder als Definitionen noch als erschöpfende Problemdarstellungen. Sie sollen lediglich den Zugang zu den unten angefügten Quellen erleichtern. - Lexikon der Argumente.

 
Autor/Titel Begriff Zusammenfassung Metadaten
I 81
Def markiert/merkmalhaft/Linguistik/Lyons: („positiv“): Bsp die Pluralform ist oft durch ein s markiert, d.h. das s ist ein positives Zeichen für den Plural, während der Singular nicht durch ein Zeichen markiert ist, sondern „unmarkiert, „neutral“) ist.
Def unmarkiert/merkmallos/Linguistik/Lyons: Bsp Fehlen einer Markierung, „neutral“) Singular-Form durch Fehlen des s, während der Plural („positiv“) durch ein s markiert ist. Ordnung/Unterscheidung.
Lyons: markiert/unmarkiert: man könnte auch sagen, Anwesenheit kontrastiert mit Abwesenheit.
Allgemeinheit/Allgemeines/Pointe: oft ist die unmarkierte Form von allgemeinerer Bedeutung als die markierte.
Noch allgemeiner: die Glieder des Paares ,müssen gar nicht durch Vorhandensein oder Nichtvorhandensein eines Merkmals charakterisiert sein:
Bsp „Hund“/“Hündin“: „Hund“ beinhaltet männliche und weibliche Form.
Das führt zu einer charakteristischen Form von Fehler: beim Pleonasmus resultiert entweder eine Tautologie „weibliche Hündin“ oder ein Widerspruch: „männliche Hündin“.
I 82
Markiert/unmarkiert: der Unterschied spielt sich auf der paradigmatischen Ebene ab.
I 167
Grammatische Merkmale/Subklassen/Lyons: die bisherigen Subklassen können dann feiner unterteilt werden, und zwar hierarchisch:
Na > {Na1, Na2} usw.
Problem/Lyons/(s): durch die hierarchische Ordnung gibt es nicht immer einen eindeutigen ((s) „Rückweg“) innerhalb der Struktur.
I 167
Problem/Lyons: 1. Das führt zu einer großen Zahl unzusammenhängender Wortlisten und
zu vielen Mehrfachvorkommnissen eines Worts in mehreren Listen.
2. Es macht eine Formulierung der grammatischen Regeln komplizierter.
I 168
Chomsky: in Wirklichkeit ist diese Subkategorisierung des Wortschatzes nicht streng hierarchisch, sondern führt eben zu Überschneidungen Bsp Eigennamen {John, Ägypten}, unbelebt {Buch, Ägypten} usw.
Problem/Chomsky: wenn die Subkategorisierung durch Ersetzungsregeln ausgedrückt ist, muss die eine der beiden Distinktionen übergeordnet sein, die andere ist dann nicht mehr natürlich darstellbar. Bsp wenn zuerst die Einteilung in Eigennamen und Appellativa (Bsp Buch, Mensch) vorgenommen wird und anschließen eine Einteilung in „menschlich“/“nicht-menschlich“, dann ist die einzige Möglichkeit, eine Regel aufzustellen, darin, dass man diese Regel auf beide völlig unzusammenhängenden Klassen, nämlich „Eigenname-menschlich“ und „Appellativum-nichtmenschlich“ bezieht. Da ja das Lexikon keine Liste der „Menschlich-Nomina“ enthält.
Chomsky: das wird bei zunehmender Verfeinerung immer schlimmer.
Lösung/Chomsky: eine Grammatik darf nicht ausschließlich aus Ersetzungsregeln bestehen.
Chomsky/Lyons: seine Lösung werden wir hier nicht behandeln, da wir von einem sehr einfachen System ausgehen.

Def Grammatisches Merkmal/Lyons: für Nomina. Bsp „konkret“, “belebt“, „menschlich“, wobei „konkret“ von „belebt“/“unbelebt“ unabhängig sein muss.
Das Merkmal dient der Klassifikation oder „Indexierung“.
I 169
Bsp
Junge: [Appellativum,], [Menschlich], [Maskulinum].
Schreibweise: eckige Klammern.
lexikalische Substitutionsregeln/Ersetzung: sind dann so formuliert, dass man ein Wort nach Merkmalen auswählen kann.

Lexikon/Lyons: neu: die Menge der Regeln der Form
Na > {Junge,...}
müssen wir fallenlassen, die allgemeinere Form behält aber ihre Gültigkeit:

X > x I x e X

Neu: X ist jetzt jene Wortklasse, die einer Charakterisierung nach Merkmalen genügt.
Liste/Pointe: von Klassenzusammensetzungen Bsp [Appellativum], [Menschlich], [Maskulin] gibt es keine Liste. (Ordnung).
Grammatik/Semantik/Kongruenz/Lyons: die Ausdrücke, die für die Merkmale gebraucht wurden Bsp „Eigenname“, „Appellativum“ nannten wir grammatisch.
I 170
Wir sind bisher nicht von dem Grundsatz abgegangen, dass solche Ausdrücke, wenn sie für Wortklassen stehen, Bezeichnungen für distributionelle Kategorien sind.
Pointe: das führt uns zur Semantik!
Klassifikation: aufgrund von Merkmalen wie „belebt“ usw. diese steht nämlich oft im Widerspruch zur Bedeutung der Wörter.
Vs Inhaltliche Grammatik/Lyons: das ist der Grund, warum sich die meisten Autoren von der „inhaltsbezogenen Grammatik“ zurückgezogen haben.
In einer Sprachbeschreibung muss das Lexikon für jedes Wort sowohl eine grammatische als auch eine semantische Information enthalten.
Lyons These: Zwischen semantischer und grammatischer Klassifikation herrscht oft Kongruenz. Dort kann man die grammatische Information teilweise aus der Wortbedeutung entnehmen.
I 171
Neutrum/Grammatik/Lyons: muss manchmal von „nicht-belebt“ unterschieden werden: Bsp „The child ate its dinner“.




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Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders.
Der Hinweis [Autor1]Vs[Autor2] bzw. [Autor]Vs[Begriff] ist eine Hinzufügung des Lexikons der Argumente.

Ly II
John Lyons
Semantics Cambridge, MA 1977

Lyons I
John Lyons
Einführung in die moderne Linguistik München 1995

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