Philosophie Lexikon der Argumente

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Namen, Eigennamen, Philosophie: Der Status von Eigennamen ist ein relativ neues philosophisches Problem. S. A. Kripke hat es als einer der ersten in Naming and Necessity (Drei Vorlesungen an der Princeton University 1970, Nachdruck Cambridge, 1980) eingehend behandelt. Gegen die traditionelle Bündeltheorie, nach die Bedeutung von Namen in den Eigenschaften oder zumindest in wesentlichen Eigenschaften ihrer Träger liegt, entwickelt Kripke eine Kausaltheorie der Namen, die letztlich auf eine Taufe im weiteren Sinn zurückgeht. Der springende Punkt ist, dass der Name mit der Person verbunden ist, jedoch nicht verlangt wird, dass die Person irgendwelche darüber hinausgehende Eigenschaften hat. Siehe auch Kausaltheorie, Mögliche Welten, Starrheit, starre Designatoren, Kennzeichnungen.

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Anmerkung: Die obigen Begriffscharakterisierungen verstehen sich weder als Definitionen noch als erschöpfende Problemdarstellungen. Sie sollen lediglich den Zugang zu den unten angefügten Quellen erleichtern. - Lexikon der Argumente.

 
Autor/Titel Begriff Exzerpt Metadaten

 
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I 119f
Namen/Hobbes: sind Namen unserer Ideen - MillVs: vermitteln dem anderen auch, was wir über jemand (etwas) denken, nicht nur über unsere Vorstellung. - Die Idee des Feuers bewirkt nicht die Hitze, auch wenn ich Begriffe haben muss, um zu denken.
I 158f
Namen/Existenz/Prior: Vs die These: "Name ist alles was beabsichtigt, ein wirkliches Objekt zu identifizieren": Problem: indirekte Rede: Bsp der Sprecher glaubt, dass Holmes existiert, der Hörer aber nicht: dann ist der Sprecher in einer Position, um Holmes zu identifizieren der Hörer aber nicht, dann kann der Hörer nicht berichten, was der Sprecher gesagt hat (absurd).
I 168
Namen/KennyVsRussell: verdeckte Kennzeichnungen in "B existiert".
PriorVsKenny: wenn Namen etwas benennen müssen, kann in indirekter Rede bei bekannter Nichtexistenz gar kein Name gebraucht werden.
I 168ff
Theorie/PriorVsKenny: Kenny kann seine eigene Theorie gar nicht aufstellen! - Kenny These: Namen müssen Referenz intendieren. - Dann kann der Theoretiker selbst nicht intendieren, den Namen zu gebrauchen, wenn in seinen Beispiel-Sätzen von nichtexistierenden Personen die Rede ist.


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Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders.

Pri I
A. Prior
Objects of thought Oxford 1971

Pri II
Arthur N. Prior
Papers on Time and Tense 2nd Edition Oxford 2003

> Gegenargumente gegen Prior
> Gegenargumente zu Namen



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Hg. Martin Schulz, Abfragedatum 17.08.2017