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Ereignis: Änderung eines Zustands. Das Ereignis selbst hat keine Dauer, da sonst der Anfang und das Ende des Ereignisses ihre eigene Dauer haben müssten bzw. Anfang und Ende eines Ereignisses ihrerseits selbständige Ereignisse wären. Siehe auch Anfang, Regress, Prozess, Flux, Veränderung, Wechsel, Zustand.

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Anmerkung: Die obigen Begriffscharakterisierungen verstehen sich weder als Definitionen noch als erschöpfende Problemdarstellungen. Sie sollen lediglich den Zugang zu den unten angefügten Quellen erleichtern. - Lexikon der Argumente.

 
Autor/Titel Begriff Zusammenfassung Metadaten

Jaegwon Kim über Ereignisse – Lexikon der Argumente

Schwarz I 132
Ereignis/LewisVsKim: seine Definition:
Def Ereignis/Kim: (Kim 1976)(1): ein Tripel aus einem Ding, einem Zeitpunkt und einer Eigenschaft.
LewisVsKim: (1986f(3),196) das ist zu zerbrechlich:
Schw I 133
Das weist Ereignissen zu viele wesentliche Eigenschaften zu. Bsp ein Fußballspiel hätte auch ein bisschen später oder ein wenig anders ablaufen können. Oder wäre es dann ein anderes Spiel gewesen?
Bennett: (1988(4),§23 24) intuitiv hat die Frage keinen Sinn.
Schwarz: darauf kommt es bei Lewis aber nicht an. Aber es kommt auf die Zerbrechlichkeit an, wenn es um Ursachen und Wirkungen geht:
Def Zerbrechlichkeit/Fragilität/fragil/Ereignis/Lewis/(s): ein modifiziertes Ereignis wäre nicht dasselbe sondern ein anderes). Dann Modifikation gar nicht ausdrückbar: „was wurde modifiziert?
kontrafaktische Analyse: nach ihr verursacht A B, wenn B ohne A nicht geschehen wäre. Frage: unter welchen Umständen wäre ein Ereignis noch geschehen (wenn auch anders) und unter welchen wäre es durch ein anderes ersetzt. Das wird später noch zu Problemen führen.
Ursache/Wirkung/Lewis/Schwarz: beides sind oft keine Ereignisse im intuitiven Sinn. Bsp akustische Rückkopplung: hier werden die späteren zeitlichen Teile durch die früheren verursacht. (1986f(5),172f). Ähnlich: Bsp die zeitlichen Teile von Personen sind durch Kausalbeziehungen verknüpft! (s.o. 2.3). Aber diese zeitlichen Teile sind keine Ereignisse im intuitiven Sinn. Auch Ursachen wie die Anwesenheit von Sauerstoff bei einer Explosion (Als Ursache ok) ist kein Ereignis im alltäglichen Sinn. (1986d(6),261).
Ereignis/BennettVsLewis/MellorVsLewis/Schwarz: sollte Lewis nicht besser von „Tatsachen“ sprechen? „dass p verursacht, dass q“.
Tatsache/Schwarz: wenn man sie als Klassen von Raumzeit-Regionen versteht, ist das gar keine Alternative, sondern nur eine terminologische Variante.


1. Jaegwon Kim [1976]: “Events as Property Exemplifications”. In Myles Brand und Douglas Walton
(ed.), Action Theory, Dordrecht: Reidel, 159–177
4. Jonathan Bennett [1988]: Events and Their Names. Oxford: Clarendon Press
5. D. Lewis [1986f]: Philosophical Papers II . New York, Oxford: Oxford University Press
6. D. Lewis [1986d]: “Events”. In [Lewis 1986f]: 241–269


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Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders. Übersetzungen: Lexikon der Argumente
Der Hinweis [Autor1]Vs[Autor2] bzw. [Autor]Vs[Begriff] ist eine Hinzufügung des Lexikons der Argumente.

Kim I
J. Kim
Philosophy of Mind 2010

Schw I
W. Schwarz
David Lewis Bielefeld 2005

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