Philosophie Lexikon der Argumente

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Regeln, Philosophie: Beschränkungen eines Auswahlbereichs von Möglichkeiten für Subjekte, Gemeinschaften oder Funktionsträger bzw. allgemein für handelnde Individuen oder Gruppen. Regeln können implizit oder explizit sein und durch Verordnung oder durch gemeinsames Entwickeln gleichberechtigter Teilnehmer z.B. in einem Diskurs etabliert werden. In einem anderen Sinn können Regeln als tatsächliche Regelmäßigkeiten verstanden werden, die durch Beobachtung entdeckt werden können. Diese Regeln können nicht nur im Handeln sondern auch in der Beschaffenheit von Gegenständen wie sprachlichen Strukturen entdeckt werden. Siehe auch Normen, Werte, Regelfolgen, Privatsprache, Sprachregeln, Diskurs, Ethik, Moral, Kognitivismus, Intuitionismus, Gesellschaft, Praxis.

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Anmerkung: Die obigen Begriffscharakterisierungen verstehen sich weder als Definitionen noch als erschöpfende Problemdarstellungen. Sie sollen lediglich den Zugang zu den unten angefügten Quellen erleichtern. - Lexikon der Argumente.

 
Autor/Titel Begriff Zusammenfassung Metadaten

Jürgen Habermas über Regeln – Lexikon der Argumente

III 148
Regeln/Habermas: Bsp Operationsregeln (z.B. Rechenregeln) haben keine explanatorische Kraft; sie zu befolgen bedeutet nämlich nicht, wie im Fall der Befolgung von Handlungsregeln, dass sich der Aktor auf etwas in der Welt bezieht und sich dabei an Geltungsansprüchen orientiert, die mit handlungsmotivierenden Gründen verknüpft sind.

IV 36
Regeln/Habermas: in Anlehnung an des Modell von Mead (Siehe Verinnerlichung/Mead) gehen wir davon aus, dass A seine Äußerung(Geste, Symbol) nicht mit der Absicht hervorbringt, einer Regel zu folgen und nicht in der Erwartung, dass der oder die Hörer die Äußerung als regelkonform anerkennen. Verhaltenserwartungen haben nur prognostischen Sinn, es fehlt die konventionelle Bedeutungskomponente. D.h. es können Erwartungen enttäuscht, nicht aber fehlerhaftes Verhalten erkannt werden. Nach Mead funktioniert die Interaktion bis hierhin durch eine gegenseitige Antizipation von Reaktionen. (1)
IV 39
Erst, wenn Kontextabhängigkeit überwunden ist, stellt sich eine symbolische Verwendung von Äußerungen bzw. Gesten einer Interaktion ein.
Nach Mead können wir dann sagen, dass Bedeutungsidentität durch konventionell festgelegte Verwendungsregeln für Symbole entsteht.


1. G. H. Mead, Mind, Self and Society (Ed) Ch. W. Morris (German) Frankfurt 1969, S. 86.


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Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders. Übersetzungen: Lexikon der Argumente
Der Hinweis [Autor1]Vs[Autor2] bzw. [Autor]Vs[Begriff] ist eine Hinzufügung des Lexikons der Argumente.

Ha I
J. Habermas
Der philosophische Diskurs der Moderne Frankfurt 1988

Ha III
Jürgen Habermas
Theorie des kommunikativen Handelns Bd. I Frankfurt/M. 1981

Ha IV
Jürgen Habermas
Theorie des kommunikativen Handelns Bd. II Frankfurt/M. 1981

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