Philosophie Lexikon der Argumente

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Propositionen, Philosophie: Propositionen werden als die Bedeutungen von Sätzen bezeichnet, wobei ein Satz als Zeichenkette aufgefasst wird, die noch in Bezug auf eine Situation oder eine Sprecherin interpretiert werden muss. Bsp Ich bin hungrig hat aus dem Mund jedes neuen Sprechers eine andere Bedeutung. Dagegen hat der Satz I am hungry aus dem Mund des Sprechers, der zuerst den deutschen Satz geäußert hat, dieselbe Bedeutung wie der von ihm geäußerte deutsche Satz. Siehe auch Bedeutung, propositionale Einstellungen, Identitätsbedingungen, Opazität, Äußerungen, Sätze.
 
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Frank I 396
Bedeutung/Gedanke/PerryVsFrege: wir müssen die Bedeutung vom Gedanken scharf trennen - der Gedanke ist keine psychische Entität sondern entspricht dem informationellen Gehalt. - Die Bedeutung entspricht der Rolle der Wörter - dieselbe Rolle erzeugt in jedem Kontext eine andere de re-Proposition.
I 409f
Proposition/PerryVsTradition: was fehlt, ist nicht ein begrifflicher Bestandteil, sondern ein indexikalischer. - Neue Theorie: eine Art von Propositionen wird durch einen Gegenstand sowie einen Teil der alten Propositionen individuiert. - VsTradition: Einschränkung der Ersetzbarkeit in Zitaten mit propositionalen Einstellungen wird nicht erklärt. - Tradition: Bsp Dekan/Franks Nachbar (identisch, ein und dieselbe Person): keine Variable sondern Begriff. - Problem: "Er" liefert keinen Begriff, sondern eine Variable. - Lösung/Perry: "offene Proposition": mit Gegenständen und einem begrifflichem Bestandteil: "de re" - dann ist der "Dekan selbst" eingeschlossen und nicht nur der Begriff "Dekan". - Dann ist eine Substitution durch "Franks Nachbar" gültig und eine Quantifikation sinnvoll. - Vs: de re löst aber nicht das Problem des Schlamassels im Supermarkt (Zuckerspur) - (wegen "ich").
I 455f
Proposition/Extra-Sinn//Perry: Parabel Bsp Frühmenschen, die nur vor ihnen liegende Möhren essen können, werden mit der Fähigkeit ausgestattet, Propositionen zu glauben (um Möhren sammeln und aufheben zu können) - nichts geschieht, weil die Propositionen den Menschen nicht sagen, dass sie selbst darin vorkommen. - Castaneda: zusätzlich Lokalisation in Raum und Zeit. - Vs: der König von Frankreich weiß nicht, dass er König von Frankreich ist und ob sich die Möhre nicht vor dem Herausgeber von Soul befindet - VsExtra-Sinn: hilft nicht, den Denkenden in ein Netzwerk von psychischen Zuständen einzubetten - die Leute begreifen Sätze, aber bilden keine Überzeugungen. - Liste von Extra-Sinnen für jeden: zu lang - Extra-Sinn "i" für jeden: Gültigkeit per Dekret: löst das Möhrenproblem, verstümmelt aber die Sprache - Regel: "I" steht für den Verwender": bringt Leute dazu, von sich in der "dritten Person" zu sprechen: ""I" macht gerade dies" - Problem: für Wahrheit solcher Sätze braucht man Bezug (Referenz), Sinn ("Verwender") reicht nicht. - Derselbe Sinn kann nicht verschiedene Bezugnahmen vollziehen.

Perr I
J. R. Perry
Identity, Personal Identity, and the Self 2002

Fra I
M. Frank (Hrsg.)
Analytische Theorien des Selbstbewusstseins Frankfurt 1994

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Hg. Martin Schulz, Abfragedatum 26.05.2017